Buchempfehlungen

Bewegende Bücher für junge Duisburger – nicht nur zum Fest

Imma Wick, Mitbegründerin der Internationalen Kinder- und Jugendbuchausstellung Ikibu in Duisburg, gibt Lesetipps.

Imma Wick, Mitbegründerin der Internationalen Kinder- und Jugendbuchausstellung Ikibu in Duisburg, gibt Lesetipps.

Foto: Foto: DANIEL ELKE / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Ein Bilderbuch und Weihnachtsgeschichten für junge Leser, nachdenkliche Jugendromane – Imma Wick sagt, was spannende und berührende Lektüre ist.

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Es ist viel Bewegung in den Büchern, die Kinder- und Jugendbuchexpertin Imma Wick diesmal für den Winter ausgewählt hat. Im wörtliche Sinne, aber auch im Sinne von bewegend. Denn neben einem wunderschönen Bilderbuch mit einem flinken Eichhörnchen und einem Sammelband mit klassischen Weihnachtserzählungen geht es vor allem um Kinder und Jugendliche, die mit Entscheidungen konfrontiert werden, die Erwachsene getroffen haben. Die wohl gute Gründe haben, aber ihren Kindern großen Kummer bereiten.

Von Gartentieren und Jahreszeiten

Henrike Wilson: Fünf Nüsse für das Eichhörnchen, Gerstenberg, 14 Euro, ab 3 Jahren.

Es ist Herbst. Zeit für das Eichhörnchen, Nüsse zu sammeln für den Winter. Fünf Nüsse hat es schon, die will es gut verstecken und macht sich begeistert ans Werk. Allerdings merkt es im Gegensatz zum Leser nicht, dass es on anderen Tieren beobachtet wird. Als alles dick verschneit ist, will das muntere Hörnchen seine Nüsse holen – und staunt nicht schlecht: Die ersten vier sind spurlos verschwunden! Zum Glück liegt aber die fünfte und schönste Nuss (die mit dem Hütchen) gut aufgehoben im Superversteck.

Ein liebevoll erzähltes Buch über Gartentiere und den Wandel der Jahreszeiten. Sehr zum Vorlesen geeignet.

Stimmungsvolle Weihnachtsklassiker

Susanne Bertels (Hrsg.), Markus Zöller (Illustrationen): Weihnachtsstern und Mandelkern, Arena-Taschenbuch, 6,99 Euro, ab vier Jahren.

Susanne Bertels hat die schönsten und stimmungsvollsten Weihnachtsgeschichten und -gedichte zusammengestellt: Erzählungen von Hans Christian Andersen, Charles Dickens, Peter Rosegger, Hermann Löns und Oscar Wilde, Gedichte von Theodor Storm, Joseph von Eichendorff, Christian Morgenstern und Clemens Brentano. Weihnachtserzählungen, die schon die Großeltern zur Adventszeit vorgelesen bekamen. Ein Hausbuch für die ganze Familie.

Drei Kinder suchen das Weite

Marian De Smet: Hendrik zieht nicht um, Gerstenberg 12,95 Euro, ab sechs Jahren.

Es ist nur ein Umzug, sagen die Eltern. Es ist das Ende von Allem, denkt der Sohn. Hendrik ist acht Jahre alt und erzählt dieses Abenteuer vom Verschwinden, das zugleich eine Geschichte vom Heimatfinden ist. Hendriks Eltern wollen umziehen, weil es nun noch eine Babyschwester gibt. In ein größeres Haus mit einem schönen Garten. Hendrik freut sich nicht, der mag sein Zuhause, besonders mag er den Pfad, an dessen Ende Berkan wohnt, sein bester Freund. Hendrik beschließt, zu ihm zu ziehen und packt seinen Koffer. Berkans Familie quetscht sich mit fünf Kindern und drei Erwachsenen in zwei Zimmern plus Dachboden. Deswegen gibt es auch dort Umzugspläne und einen sehr schlecht gelaunten Berkan. Er soll künftig mit seiner Uroma im Bett schlafen. Also hauen sie ab. Dann treffen sie Pia deren asylsuchende Familie in einer Kirche wohnt.

Die Autorin erzählt eine berührende Freundschaftsgeschichte und zeigt wie Kinder es empfinden können, wenn ihre vertraute Umgebung verloren zu gehen droht.

Die neue Stadt gefällt Jan nicht

Anne Becker: Die beste Bahn meines Lebens, Beltz und Gelberg, 12,95 Euro, ab elf Jahren.

Der Jugendroman ist aus der Sicht des elfjährigen Jan erzählt, der sehr gut schwimmen kann und für Wettkämpfe trainiert. Im Wasser ist er in seinem Element, an Land aber nicht. Er ist mit seinen Eltern in eine neue Stadt gezogen, wo ihm zunächst nichts gefällt. Der einzige Lichtblick wird für Jan seine neue Nachbarin Flo samt ihren Hühnern. Als eins abhaut, ist Jan zur Stelle und fängt es mit einem Hechtsprung. Das findet Flo, die mit ihm in eine Klasse geht, natürlich gut. Ein großes Problem muss Jan aber noch lösen: Er verheimlicht seine Lese-Rechtschreib-Schwäche vor der neuen Klasse. Eine spannende Winterferienlektüre.

Brüder bleiben immer zusammen...

Jef Aerts: Die blauen Flügel, Urachhaus, 17 Euro, ab elf Jahren.

Jef Aerts, einer der erfolgreichsten flämischen Schriftsteller, schrieb ein Road-Movie der besonderen Art – über eine wundervolle Beziehung zwischen zwei Brüdern und die Stärken eines Jungen mit Handicap. Joshs Bruder Jadran ist 16, aber trotzdem noch wie ein kleines Kind. Eines Tages finden die beiden einen verwundeten Kranich, der nicht mit den anderen Vögeln nach Süden fliegen konnte. Als Jadran erfährt, dass er in ein Heim umziehen soll, gibt es für ihn nur eines: Er muss weg, und was läge näher, als den Kranich in den Süden zu bringen? Eine spannende abenteuerliche Flucht beginnt. Natürlich macht die Mutter der beiden sich Sorgen, doch das nehmen die Brüder für das, was sie unterwegs erleben, in Kauf. Eine herzzerreißende, spannende Geschichte.

Die erste große Liebe

Sandra Hoffmann: Das Leben spielt hier, Hanser, 14 Euro, ab 13 Jahren.

Als Ona ihn zum ersten Mal sieht, weiß sie es schon. Da ist etwas in seinen Augen, das trifft sie mitten ins Herz. Unbedingt kennenlernen möchte Ona diesen schmalen, schweigsamen Jungen mit der Narbe am Kopf, der ganz anders ist als die übrigen Surfer-Typen am Strand. Als sie sich später wieder begegnen, werden Ona und Pe ein Paar. Es ist das erste Mal, dass sie sich einem anderen Menschen so anvertrauen, ihm von ihrem Schmerz und ihrem Verlust erzählen. Ona, die ihre Mutter verloren hat, und Pe, der im Gegensatz zu seinem Bruder einen Autounfall überlebt hat. Sich so zu öffnen, macht verwundbar, bedeutet aber auch Heilung. Eine sehr intensiv erzählte Liebesgeschichte.

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