Wohnen

Bei Duisburger Mietern ist der Ärger über die Vonovia groß

Gabriele am Weg (74) ärgert sich über ihren fehlenden Balkon und das Baugerüst vor dem Fenster.

Gabriele am Weg (74) ärgert sich über ihren fehlenden Balkon und das Baugerüst vor dem Fenster.

Foto: Lars Heidrich

Duisburg.   Wasserrohrbrüche, versprochene Balkone und fehlende Böden: Mehrere Mieter aus Duisburg sind sauer auf den Wohnungskonzern Vonovia.

Die Tapete im Flur ist feucht. Gabriele Sturm und ihre Enkelin trauen sich kaum noch, die Dusche im Bad zu nutzen. Eigentlich sollte durch die Umbauarbeiten im Bad einiges besser werden: Für eine höhere Miete lässt die Duisburgerin im Januar auf Wunsch ihr altes Bad renovieren. Mit dem nachfolgenden Ärger hatte die Rentnerin nichtgerechnet. „Wir hatten seit Januar drei Wasserschäden. Andauernd werden wir von den Sachbearbeitern vertröstet“, beklagt die Rentnerin, die in einer Wohnung in Duisburg-Rumeln lebt. Vonovia ist der Vermieter, der bundesweit immer wieder für negative Schlagzeilen sorgt – auch in Duisburg.

Duschen bei einer Freundin

Zum Duschen geht Gabriele Sturm mit ihrer Enkelin zu einer Freundin. „Ich finde seit fast vier Monaten keine Ruhe mehr“. Auf das Problem mit den Handwerkern reagiert die Vonovia auf Anfrage dieser Redaktion so: „Wir bedauern den Vorfall sehr und können uns auch an dieser Stelle nur entschuldigen. Leider hat es hier eine Verkettung unglücklicher Umstände gegeben“, so Sprecherin Bettina Benner.

Nach heutigen Stand seien die Leckagen beseitigt. Wenn die Feuchtigkeitsmessung erfolgreich sei, solle ab dem 29. April mit weiteren Sanierungsarbeiten begonnen werden.

Gabriele Sturm hat abgelehnt, für die Dauer der Trocknung in eine Ersatzunterkunft umzuziehen. „Außerdem wurde vereinbart, dass wir für die Bad-Modernisierung auf Mieterwunsch nicht 85 Euro, sondern 40 Euro pro Monat berechnen“, so Benner.

Ärger über Verzögerungen

Auch Gabriele am Weg aus der Einschornsteinsiedlung in Neudorf hat Ärger mit Vonovia. Vor ihrer Wohnung sollte im Dezember 2018 ein Balkon angebracht werden. „Das Baugerüst für den Umbau wurde im Sommer letzten Jahres aufgebaut“, berichtet die 74-Jährige. Danach sei erst einmal wenig passiert. „Erst im Februar wurden die Fenster rausgenommen und durch Türen ersetzt.“ Bis Ende Juli sollen die Umbauarbeiten andauern. Der Grund für die Verzögerung sei laut Vonovia die Zustimmung des Amtes für Denkmalpflege. „Es besteht auf Balkone, die in Stahl ausgeführt werden. Da unsere Balkonbauer das nicht anbieten, mussten wir erst eine Firma suchen“, so die Sprecherin des Wohnungskonzerns.

Baumfällungen im Innenhof

Nachbar Ralf Gollmer ärgert sich darüber, dass im Innenhof mehrere Bäume gefällt wurden. „Wir hatten eine schöne grüne Lunge im Innenhof“, beklagt er.

Durch die Türen könne man kaum lüften, da sie aus Sicherheitsgründen bei vielen Mietern im Haus nicht geöffnet werden dürfen. Bei Gabriele am Weg wurde eine Sicherung eingebaut. „Im Haus sind viele Ein- bis Zweizimmerwohnungen, wo es kaum andere Fenster gibt.“

Ghaith Al Kabouni, ein weiterer Nachbar, wohnt seit 2016 in einer kleinen Wohnung im Erdgeschoss und habe wegen der Balkontür Probleme beim Lüften. Wenn man seine Wohnung betritt, fällt auf, dass die Fußleisten fehlen und in der Wohnung kein richtiger Boden verlegt wurde. „Als ich einzog, war überall Schimmel“, betont er. Der sei dann einfach überstrichen worden. Mit Ghaith Al Kabouni wolle die Vonovia einen Termin vereinbaren, so die Sprecherin.

>>TIPPS VOM MIETERSCHUTZBUND

WerProbleme mit dem Vermieter hat, sollte nicht einfach die Miete kürzen. Der Geschäftsführer des Mieterschutzbundes, Peter Heß, gibt diesen Tipp: „Bevor man die Miete kürzt, sollte man sich beraten lassen, damit man nicht gekündigt wird. Man muss vorher immer dem Vermieter schreiben.“

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