Bestattung

Stadt eröffnet ihr erstes Kolumbarium in Düsseldorf

Ein besonderer Ort für die letzte Ruhe: Jede der Urnennischen bietet Platz für jeweils zwei Urnen. Auf den Glaskästen werden dann die Namen und Daten der Verstorbenen graviert.

Ein besonderer Ort für die letzte Ruhe: Jede der Urnennischen bietet Platz für jeweils zwei Urnen. Auf den Glaskästen werden dann die Namen und Daten der Verstorbenen graviert.

Foto: Ingo Lammert / Stadt

Düsseldorf  Der Trend geht zur Urnenbeisetzung: Die Stadt eröffnet deshalb den ersten städtischen Urnenraum auf dem Friedhof in Düsseldorf-Itter.

. Düsseldorf erhält sein erstes städtisches Kolumbarium – auf dem Friedhof in Itter können Angehörige nun die Asche ihrer Verstorbenen in einer von Grund auf restaurierten Kapelle beisetzen. „Wir wollen mit dem Kolumbarium den Trend für andere Bestattungsformen aufnehmen“, sagte Dezernentin Helga Stulgies bei der Eröffnung des in klassischem schwarz-weiß gehaltenen Urnenraums am Donnerstag.

Beisetzung in der Urne bei immer Menschen gefragt

Dass die Urnenbeisetzung in Düsseldorf voll im Trend liegt, bestätigt auch Garten- und Friedhofamtsleiterin Doris Törkel: „Die Urnenbeisetzung macht mittlerweile 65 Prozent aus, im Sarg werden nur noch 35 Prozent beerdigt. Das war vor zehn Jahren noch anders, dort beanspruchten beide Bestattungsformen jeweils 50 Prozent für sich.“

Zweiter Urnenraum schon in Planung

Der Trend zur Urnenbeisetzung in einem Kolumbarium mag neu sein, die Bestattungsform hat jedoch ihre Wurzeln in der römischen Antike. Übersetzt aus dem Lateinischen bedeutet Kolumbarium so viel Taubenschlag – und so sah die Kapelle, die bis 1980 auf dem Friedhof Itter genutzt wurde vor wenigen Monaten auch aus. Vor rund zwei Jahren hatte die städtische Politik daher beschlossen, das kleine Gebäude am Ende des Friedhofs für 360.000 Euro von Grund auf zu sanieren und so in einen hellen, freundlichen Ort der stillen Einkehr zu verwandeln.

Sollte sich das Konzept behaupten und genug Interessenten finden, dürften auch auf weitere Friedhöfe ein Kolumbarium bekommen, überlegt Törkel. Die Düsseldorfer Politik scheint zumindest schon von dem Konzept überzeugt: So wurde bereits beschlossen, ein zweites städtisches Kolumbarium in Düsseldorf zu bauen. Wo der weitere Urnenraum dann hinkommen soll, steht derzeit aber noch nicht fest.

Zahl der kirchlichen Beisetzungen bleibt konstant

Auch bei der katholischen Kirche wird das „neue alte“ Bestattungskonzept für gut befunden: „Es gab bisher schon ein privates Kolumbarium eines Bestattungsunternehmers in Düsseldorf, es ist aber gut, dass die Stadt nun ein eigenes bekommt“, sagt Michael Hänsch, Geschäftsführer der Katholischen Kirche in Düsseldorf. Bei den Katholiken sei die Urnenbeisetzung mittlerweile stärker gefragt als noch vor ein paar Jahren, so Hänsch.

Trotz der bundesweit rückläufigen Zahlen für kirchliche Bestattungen bleibt die Zahl in Düsseldorf weiter konstant: „So haben sich 2017 insgesamt 1705 Katholiken in Düsseldorf bestatten lassen, 2016 waren es 1852. Die Zahlen sind über die Jahre hinweg recht konstant“, sagt die katholische Pressereferentin Sabine Polster.

Beisetzung kostet 1806 Euro

Das könnte sich allerdings in einigen Jahren schon ändern: So sind es vor allem ältere Generationen, die noch kirchennah sind und sich derzeit bestatten lassen. Mit der steigenden Zahl der Kirchenaustritte in den jüngeren Generationen dürfte dann auch die Zahl der kirchlichen Beisetzungen schlagartig abnehmen.

Das Kolumbarium in Itter ist für alle Konfessionen und Konfessionslosen offen: 1806 Euro kostet die Bestattung – die Urne wird dann für 30 Jahre aufbewahrt. „Danach wird die Asche aber nicht weggekippt, sondern auf einem so genannten Ewigkeitsfeld neben dem Kolumbarium verstreut, damit Angehörige weiter einen Ort der Einkehr haben“, so Törkel. Anmeldungen für die Urnenbeisetzung seien ab sofort bei jedem Bestatter möglich, so die Leiterin des Friedhofamts weiter. Bereits jetzt gibt es erste Bewerber für einen Platz in dem neuen Kolumbarium, dessen 70 Quadratmeter großer Raum 184 Urnen-Nischen bereitstellt.

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