Polizeikontrolle

„Noch nicht erlebt“: Polizei findet fast 350.000 Euro in SUV

Die Düsseldorfer Polizei hat am Samstagabend einen 27-jährigen Fahrer eines Gelände-SUV festgenommen. Er hatte eine beträchtliche Menge Bargeld dabei.

Die Düsseldorfer Polizei hat am Samstagabend einen 27-jährigen Fahrer eines Gelände-SUV festgenommen. Er hatte eine beträchtliche Menge Bargeld dabei.

Foto: Heiko Becker

Düsseldorf.  Ein 27-Jähriger entzog sich in der Düsseldorfer Altstadt einer Polizeikontrolle. Er stoppte erst unter Androhung des Schusswaffengebrauchs.

Überraschungsfund der Düsseldorfer Polizei: Bei der Kontrolle eines 27-jährigen SUV-Fahrers aus Bergheim stellten die Beamten am Samstagabend in der Altstadt fast 350.000 Euro Bargeld sicher. Der Mann hatte die Haltezeichen der Polizei ignoriert. Erst unter Androhung des Schusswaffengebrauchs habe er gestoppt und sich widerstandslos festnehmen lassen, heißt es in dem Polizeibericht.

Zuvor sollte der Wagen wegen eines Verkehrsverstoßes auf der Mühlenstraße in Richtung Grabbeplatz von Polizisten gegen 23 Uhr angehalten werden. „Die Kollegen haben dem Fahrer deutlich zu verstehen gegeben, dass er stoppen soll“, so Polizeisprecher Michael Hartwich. Der Fahrer habe die Aufforderung ignoriert und bog auf den Kay-und-Lore-Lorentz Platz ab. Die Beamten hätten sogar leicht zur Seite springen müssen.

„Ab da wurde es so langsam gefährlich, weil in dem Bereich auch viele Passanten unterwegs sind“, sagte Hartwich. Bevor der 27-Jährige den Weg durch die Fußgängerzone fortsetzen konnte, stoppte ihn eine weitere Kleingruppe von Polizisten, die zufällig in der Nähe war, unter Vorhalt der Dienstwaffe. Bei der anschließenden Durchsuchung kamen unter den Rücksitzen, inklusive des am Körper mitgeführten Geldes, 345.550 Euro zum Vorschein.

Polizeisprecher: „Das ist ein herausragender Fall“

Das Geld und das Fahrzeug wurden sichergestellt und der Fahrer ins Polizeipräsidium gebracht. Er ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Gegen ihn wird unter anderem wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt. Der SUV werde nun dem Besitzer ausgehändigt. Er gehört nach Angaben der Polizei nicht dem 27-Jährigen.

Bei dem Bargeld liege der Verdacht nahe, dass es aus nicht legalen Quellen stammen könnte. „Das ist sicherlich ein herausragender Fall“, so Hartwich. „Dass die Beamten bei einer Verkehrskontrolle fast 350.000 Euro finden, habe ich noch nicht erlebt. Und ich bin seit 1982 in Düsseldorf.“ Die Polizei ermittle mit mehreren Dienststellen an dem Sachverhalt.

Eine festgeschriebene Obergrenze, wie viel Bargeld Privatleute mitführen dürfen, gebe es laut Dr. Christian Kuhnert von der Bochumer Staatsanwaltschaft nicht. Auch die Frage, ab wann Polizisten Bargeld sicherstellen können, müsse „immer im Einzelfall entschieden werden“. Die Beamten dürften das Geld beschlagnahmen, falls es sich um „auffällig hohe Geldbeträge“ handle oder die Höhe des Bargelds nicht zum äußeren Erscheinungsbild des Fahrzeugs oder des Fahrers passe. (red/dpa)

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