Asphaltierung

Zu viel Asphalt? Hofgarten-Arbeiten ärgern Düsseldorfer

Helmut Rosenau kann den Versiegelung-Wahn im Hofgarten nicht nachvollziehen.

Helmut Rosenau kann den Versiegelung-Wahn im Hofgarten nicht nachvollziehen.

Foto: privat

Düsseldorf.  Helmut Rosenau ist sauer über die Versiegelungen in der Düsseldorfer Parkanlage. Doch die Stadt gibt Entwarnung.

Wenn Helmut Rosenau in den Hofgarten geht ist er entsetzt: Während andere Großstädte wie zum Beispiel Wien inzwischen Asphalt-Flächen entsiegeln, versiegele die Stadt Düsseldorf sogar den Hofgarten mit Asphalt, so Rosenau, der dafür kein Verständnis hat. Jüngstes Beispiel: die Reitallee. „Das ökologische Denken ist da einfach nicht da.“

Kein Raum für Insekten

Dabei sei Asphalt ein enormer Hitzespeicher, der die Wasser-Aufnahme für die Pflanzen verhindere. Zudem biete er dabei weniger Verdunstungsfläche und weniger Raum für Insekten. „Das Mikroklima der Stadt leidet dann darunter, weil thermale Ausgleichsflächen wegfallen. Jede Versiegelung in einer Stadt erhöht auch die Überflutung von Straßen“, so Rosenau. Außerdem verleiten glatt asphaltierte Wege dazu, dass Radfahrer und E-Biker/-Roller schneller fahren.

Bei der Stadt begründet man den Ausbau der Reitallee damit, dass die „ursprüngliche, im Jahr 1819 von Maximilian Friedrich Weyhe angelegte Achse zwischen Hofgärtnerhaus und Schützenwiese wieder erlebbar“ gemacht werden soll, so ein Stadtsprecher. Dafür wurde die Wegetrasse wieder in die Allee zwischen die Baumreihen verlegt.

Wege mit Natursteinsplit beschichtet

Der Weg von der Maximilian-Weyhe-Allee bis zum Kinderspielplatz im westlichen Bereich der Reitallee wird asphaltiert, da er als einer der Hauptwege stark frequentiert wird und ganzjährig und bei jeder Witterung für die Parkbesucher nutzbar sein soll. „Im nächsten Schritt werden die Wege zusammenhängend in einem Bauabschnitt mit einem regionalen Natursteinsplitt beschichtet. Der Asphalt bekommt dadurch eine helle Oberfläche, die sich im Sommer auch nicht so stark aufheizt“, so die Stadt. Der Asphalt sei somit nur die Grundlage für die Natursteinsplitt-Schicht.Die beschichteten Wege sehen ähnlich aus wie die Bestandswege aus wassergebundenen Wegedecken, sind aber strapazierfähiger.

Abschließend werden in der Reitallee Linden gepflanzt die zusätzlich eine Beschattung gewährleisten. Fehlende Ausstattungselemente wie Sitzbänke und Papierkörbe werden anschließend installiert. Alle weiteren Wege werden wieder als wassergebundene Wegedecken ausgebaut. Dort führt das Gartenamt eine Sanierung der Deckschicht aus, da diese stark abgenutzt ist. Die Gestaltung und der Ausbau war Bestandteil des Parkpflegewerkes, das als Grundlage der Wiederherstellung des Hofgartens nach „Ela“ diente.

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