Kolumne

Helau! Karneval im Autokino

Kolumnist und Moderator René le Riche regt sich über die Trotzigkeit der Düsseldorfer Karnevalisten auf.

Kolumnist und Moderator René le Riche regt sich über die Trotzigkeit der Düsseldorfer Karnevalisten auf.

Foto: Lars Heidrich

Düsseldorf.  Die Trotzigkeit der Düsseldorfer Jecken stößt Kolumnist René Le Riche übel auf.

Tradition gilt ja was…. Im Karneval jedenfalls. Eine Tradition ist, das Prinzenpaar im Rathaus vorzustellen. Ein kleiner, überschaubarer Kreis an Gästen lernt samt Presse das neue Prinzenpaar kennen. Es klingt fast, als habe man diese Veranstaltung schon vor Jahren in weiser Voraussicht „Corona-sicher“ geplant. Traditionen können aber auch überwunden werden! Und wenn nicht jetzt, wann dann? Also in Zeiten, in denen wir über Abstandsregeln und Maskenpflicht diskutieren, in denen die Infektionszahlen in Düsseldorfer wieder steigen. Endlich mal brechen mit der blöden Tradition, das Prinzenpaar nur im kleinen Kreis versteckt im Rathaus vorzustellen.

Jecken ohne Masken und Abstand

Ist das nicht genial, diese Veranstaltung genau jetzt ins Autokino zu verlegen? In dem sich die Garden und Musikzüge vor ihrem Auftritt neben der Bühne sammeln, ganz ohne Scheu vor zu viel Nähe und natürlich ohne Maske. Die Jecken vor lauter Feierlaune aus den Autos aussteigen, um sich umarmen zu können? Man lauthals auf der Bühne mitsingt? Schlechter hätte man es wirklich nicht machen können! Auch nicht unangebrachter! Auch nicht völlig überzogener, mitten im Juli ´ne Karnevalsveranstaltung durchzuziehen! Aber letzteres ist wohl eine Geschmacksfrage! Wenn das Werbung sein sollte, den 11.11. feiern zu können, dann war es wohl eher der berühmte „Griff ins Klo“! Wie unsensibel kann man sein?

An Entscheidungen vorbei lavieren

Ganz abgesehen vom Umstand, dass alle Eventgastronomen in Düsseldorf nur staunend beobachten dürfen, was in diesem Autokino abgehen darf, folgt das CC offenbar seiner Linie: es wird gar nichts abgesagt, wenn überhaupt, dann kurzfristig, und wenn jemand wie Laschet sagt, dass Karnevalfeiern mit viel Nähe, viel Gesang und Alkohol noch nicht in die Zeit passe, dann sei das „kontraproduktiv“, schlimmer noch: es herrscht so eine Art Trotz. Frei nach dem Motto: die durften bei #BLM mit 20.000 Leuten demonstrieren, dann dürfen wir auch Karneval feiern. Für derlei Erkenntnisse unterbricht der Hoppeditz sogar seinen Schlaf. Und während eigentlich alle schon wissen, oder doch zumindest ahnen, dass diese Session eine ganz besondere sein wird, ohne Riesenveranstaltungen und sicher auch ohne Rosenmontag wie wir ihn kennen, laviert sich das CC an deutlichen Entscheidungen vorbei. Wem hilft das?

René le Riche schreibt exklusiv für die NRZ einmal im Monat seine Kolumne „Jetzt erst Riche“.

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