Ein Düsseldorfer Mahnmal zum Volkstrauertag

Thomas Geisel (blickt zur Kamera) legte mehrere Kränze nieder.

Thomas Geisel (blickt zur Kamera) legte mehrere Kränze nieder.

Foto: Pascal Conrads / NRZ

Düsseldorf.  Offizielle Vertreter, darunter OB Geisel, legten am Sonntag auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof Kränze nieder und gedachten der Toten.

Die Toten? – Über 77 Millionen. In zehn Jahren. In einem Zeitraum von 31 Jahren. In den beiden Weltkriegen gab es so viele Opfer und Leid, so viel Schrecken – genug für mehrere Zeitalter.

Zum Volkstrauertag legten gestern der Oberbürgermeister Thomas Geisel, Vertreter des Landes NRW, der Bundeswehr und der Polizei sowie des Volksbundes der deutschen Kriegsgräberfürsorge und des Sozialverbands der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands (VdK) Trauerkränze nieder – am Mahnmal der Toten beider Weltkriege auf dem Nordfriedhof.

Flaggen mit Trauerflor

Rund um das große Mahnmal standen die offiziellen Vertreter in stillem Gedenken und legten reihum die großen Kränze ab. Die Kapelle der Polizei spielte. Die Flaggen der Bundesrepublik, NRWs, Düsseldorf und des Volksbundes der Kriegsgräberfürsorge trugen Trauerflor.

Der Volkstrauertag – der 1919 ins Leben gerufen wurde, um den gefallen deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs zu gedenken – ist längst ein Trauertag für alle Toten, aller Nationen und aller Zeiten. Denn gerade weil es in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich ist, an die toten Soldaten zu erinnern, die politische und zeitliche Verantwortung auch im Totengedenken nicht ganz auszublenden ist, gedenkt die Stadt, gedenkt die Gesellschaft mittlerweile allen Toten.

Opfer der Gewaltherrschaft

Den Opfern von Gewaltherrschaft ebenso wie den Soldaten – denn auch sie sind am Ende Opfer ihrer Zeit geworden. Und ob ein Kriegsteilnehmer nun freiwillig und begeistert oder angstvoll und zwanghaft eingezogen wurde, manches Opfer kann nur die Zeit bemessen. Und Trauer ist nicht bewertend, Trauer ist nicht politisch – sie darf aber gesellschaftlich sein – und immer auch persönlich. Gestern war Volkstrauertag für die Familien als auch für die über 77 Millionen Toten beider Weltkriege.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben