Verkehr

Düsseldorfs OB denkt nach über eine City-Maut

Umweltspuren gibt es schon in Düsseldorf. Kommt jetzt auch die City-Maut?

Umweltspuren gibt es schon in Düsseldorf. Kommt jetzt auch die City-Maut?

Foto: Federico Gambarini / dpa

Düsseldorf.  Eine City-Maut nach Londoner Vorbild sei denkbar, und dürfe „perspektivisch kein Tabu“ sein, sagte Thomas Geisel am Donnerstag im Stadtrat.

Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) brachte bei der Einbringung des Haushaltsplans 2020 im Stadtrat am Donnerstag auch die Einführung einer City-Maut für Düsseldorf ins Spiel. „Wer seinen großen Worten Taten folgen lassen will, muss auch mal auf lieb gewonnene Gewohnheiten verzichten”, sagte der OB im Hinblick auf den Klimaschutz.

Mehr Klimaschutz in Düsseldorf

Daher werde er sich für mehr klimaschützende Maßnahmen einsetzen. Auch eine City-Maut sei denkbar, um die Verkehrswende voranzubringen und das Klima zu schützen. „Der Schutz unseres Klimas wird nicht billig und wird uns vielfach dazu zwingen, gewisse Gewohnheiten zu ändern”, erklärte Geisel. Man sei es nicht nur unseren Kindern schuldig, hier schnell zu handeln. Eine City-Maut nach Londoner Vorbild sei denkbar, und dürfe „perspektivisch kein Tabu sein, wenn man es ernst meint mit dem Klimaschutz“. In der Sitzung des Stadtrates sagte Geisel, der sich am 13. September 2020 zur Wiederwahl stellt, das eine solche City-Maut emissionsabhängig sein solle.

Rheinbahn muss Angebot ausbauen

Auch für den ÖPNV kündigte der Oberbürgermeister weitere Maßnahmen an. Das Angebot der Rheinbahn müsse ausgebaut werden, um attraktiver zu werden. Auch kritisierte Geisel immer höheren Preise. „Für eine vierköpfige Familie ist eine Fahrt in die Innenstadt mit der Bahn teurer als die Parkgebühren fürs Auto und oft sogar teurer, als ein Taxi”, bemängelte er. Ein komplett kostenfreier ÖPNV sei jedoch keine Alternative, erklärte Geisel. „Dies würde den Druck von den Verantwortlichen nehmen, das System besser und attraktiver zu machen. Denn einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul”, argumentierte Geisel. Jedoch schlug er vor, sich an Wien zu orientieren und brachte ein 365-Euro-Jahresticket, wie es dort bereits im Angebot ist, ins Gespräch. „Das kann sich jeder leisten.” Das sei mit Blick auf die Zuständigkeiten des VRR ein dickes Brett, sagte Geisel, „im Interesse einer gelingenden Verkehrswende ist es aber allemal richtig, hier mit dem Bohren anzufangen.”

Fahrrad wichtiger Teil der Verkehrswende

Als wichtigen Teil der Verkehrswende nannte Geisel auch das Fahrrad. Er betonte die Wichtigkeit des Rades als klimafreundliches Verkehrsmittel, das große Beliebtheit genieße. Ebenfalls will Geisel Park+Ride-Angebote und barrierefreie Übergänge zu Bus und Bahn ausbauen. Auf beiden Gebieten arbeite man bereits sehr eng mit den umliegenden Kommunen zusammen. „Das nützt der Region und den in ihr lebenden Menschen”, erklärte Geisel dazu.

Schwerpunkt auch weiter beim Wohnungsbau

Geisel will aber nicht nur in die Verkehrswende investieren, sondern auch in den Wohnungsbau. „Die hohe Nachfrage nach Wohnraum darf nicht dazu führen, dass nur noch Leute mit dicker Brieftasche hier leben können”, forderte der Oberbürgermeister. „Düsseldorf hat immer eine Willkommenskultur ausgezeichnet. Deshalb passt es nicht zu dieser Stadt, wenn von politischer Seite gesagt wird: ‘Ich muss nicht jeden hier wohnen lassen’, wie sich unlängst ein führender Vertreter der CDU-Fraktion zitieren ließ”, kritisierte der OB. Er wolle daher weiterhin mehr sozialen Wohnraum schaffen. „Wir werden auch in Zukunft an dem Ziel festhalten, jedes Jahr 3000 Wohnungen zu schaffen.”

„Düsseldorf ist eine Metropole, die Wachstum und Lebensqualität vereinbart”, resümierte Geisel mit Rückblick auf seine fünfjährige Amtszeit. „Lasst uns weiter unsere Stadt gestalten, mit Ideen, mit Mut und mit Herz”, schloss der Oberbürgermeister. (tokal)

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