Neues Investitionsprojekt

Düsseldorfer Graf-Adolf-Straße will mit Kultur punkten

Die Graf-Adolf-Straße soll attraktiver werden.

Die Graf-Adolf-Straße soll attraktiver werden.

Foto: Andreas Bretz

Düsseldorf.  Immobilienbesitzer fordern neues Konzept für Einkaufsstraße: Die Interessengemeinschaft soll dafür zahlen. Nicht alle Händler sind überzeugt.

Die Immobilienbesitzer an zwei großen Düsseldorfer Einkaufsstraßen wollen die Fortentwicklung ihrer Standorte selber aktiv gestalten. So diskutieren die Anlieger der Graf-Adolf-Straße die Einrichtung eines Kulturbogens. Sie wollen das Profil ihrer Straße stärken und haben den Künstler Markus Ambach damit beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten. An der Schadowstraße, deren Neugestaltung im kommenden Jahr abgeschlossen sein soll, möchte man eine neue Weihnachtsbeleuchtung anschaffen. Die Maßnahmen sollen in beiden Fällen im Rahmen von gesetzlichen Interessen- und Standortgemeinschaften (ISG) von allen Hauseigentümern finanziert werden. Das ist neu in Düsseldorf.

ISG verfügt über 50 Mitglieder

Eine ISG gibt es an der Graf-Adolf-Straße seit 2005. Damals finanzierte man den Umbau der Straße mit. Heute bringen rund 50 Mitglieder um die 20.000 Euro im Jahr zusammen, um Maßnahmen zu finanzieren. In der ISG engagieren sich auch Mieter. Das sähe bei einer gesetzlichen ISG anders aus. Darin engagieren sich Immobilieneigentümer, die ein Gebiet und ihre Ziele ebenso bestimmen wie ein Budget für ein konkretes Projekt. Alle betroffenen Eigentümer des Gebiets werden informiert, widerspricht weniger als ein Drittel von ihnen, kommt der Verbund zusammen. Alle Hauseigentümer müssen ihren Anteil des Gesamtbudgets aufbringen. Der Stadtrat muss dem Vorhaben zustimmen, Zuschüsse sind möglich. Die Mieter können sich parallel in einer Werbegemeinschaft engagieren.

Konzept läuft in Hamburg erfolgreich

In Hamburg, wo die ISG „Business Improvement Districts“ (BID) heißen, hat man damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Mehr als zehn BIDs gibt es dort mittlerweile, Konkurrenz in der Nachbarschaft hat die Qualität in den Quartieren der Innenstadt insgesamt gehoben. Straßen werden neu gepflastert, beleuchtet, Events durchgeführt, Quartiers-Hausmeister engagiert. Die Vorteile des Instruments sieht auch die Düsseldorfer Industrie- und Handelskammer (IHK) und berät intensiv dazu. Auch bei der Graf-Adolf-Straße hat es Klick gemacht, als in der Vorstandsrunde im Gespräch mit IHK-Geschäftsführer Ulrich Biedendorf klar wurde, dass es nicht um ein Fass ohne Boden geht, sondern klar umrissene Vorhaben. Beispiel Bergisch-Gladbach: Dort werden im Rahmen der bereits zweiten ISG von rund 100 Mitgliedern zwischen 2018 und 2022 bis zu 545.000 Euro in die weitere Attraktivierung der Innenstadt gesteckt (Events, Beleuchtung etc).

Treffen mit Kulturausschuss hat bereits stattgefunden

Die Graf-Adolf-Straße mit Hans-Günther Oepen (Hotel Stage 47), Daniel Klages (Licht im Raum) und Margarete Gänzler (Intercity Hotel) treibt nun die Idee des Kulturbogens voran. Dazu fand vorige Woche ein Treffen unter anderem mit Bürgermeister Friedrich Conzen (CDU) statt, der dem Kulturausschuss vorsitzt und schon vor Jahren dafür warb, eine Skulpturenmeile vom Hauptbahnhof über die Graf-Adolf-Straße zum Rhein zu führen. Mit Markus Ambach hat man nun einen Mann im Team, der mit dem viel beachteten Projekt „Von fremden Ländern in eigenen Städten“ am und rund um den Hauptbahnhof gezeigt hat, wie sich Stadtentwicklung und Kultur verbinden lassen. Unter anderem haben dabei Kunstschaffende wie Katharina Sieverding mitgemacht. Großformatige Bilder wurden angebracht, es gab Lichtinstallationen.

Nicht alle Händler sind von dem Konzept überzeugt

Die gesetzlichen ISGs sind auch eine Antwort auf den Umstand, dass die Welt schwieriger geworden ist für die Entwicklung der großen Einkaufsstraßen. So war der Kaufhof früher ein Anführer der Werbegemeinschaften, das hörte mit dem Verkauf der Warenhauskette jedoch auf. Auch an der Graf-Adolf-Straße herrscht nicht nur Einigkeit. Nicht alle Geschäfte ziehen mit, selbst alteingesessene Händler und Großbetriebe wie Zurheide nicht. „Wenn zu viele nicht mitmachen, wird es mühsam“, sagt Daniel Klages. Die zunehmende Filialisierung und die damit einhergehende mangelnde Kompetenz bei der Budgetvergabe sieht Thomas Görner von Foto Koch als Problem an. Er ist Sprecher des City-Rings Schadowstraße und setzt für die Zukunft deswegen auf die Immobilieneigentümer. (

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