Verkehr

Das All-Inclusive-Parkhaus für Biker

Über die Parkplatznot ärgern sich auch die Radfahrer. Am Hauptbahnhof gibt es deshalb bereits ein Fahrrad-Parkhaus - ein zweites soll nach dem Vorbild des berühmten „Cycle Center“ in Chicago am wichtigen Verkehrsknoten Bahnhof Bilk entstehen, um den Anteil der Fahrrad-Pendler deutlich zu erhöhen.

Über die Parkplatznot ärgern sich auch die Radfahrer. Am Hauptbahnhof gibt es deshalb bereits ein Fahrrad-Parkhaus - ein zweites soll nach dem Vorbild des berühmten „Cycle Center“ in Chicago am wichtigen Verkehrsknoten Bahnhof Bilk entstehen, um den Anteil der Fahrrad-Pendler deutlich zu erhöhen.

Foto: picture alliance / dpa

Düsseldorf.  Die Stadt will, dass viel mehr Pendler als bisher auf den Sattel steigen. Jetzt gibt es eine Initiative für eines der modernsten Fahrrad-Parkhäuser in Deutschland.

Das Fahrrad sei längst ein „Alltagsverkehrsmittel“ geworden, sagte vor wenigen Tagen OB Dirk Elbers. Mit der geplanten möglichst kreuzungsfreien Schnelltrasse für Biker von Neuss durch Düsseldorf nach Monheim und Langenfeld wird in den nächsten Jahren ein neues Angebot geschaffen.

Bereits kommende Woche fällt im Ordnungs- und Verkehrsausschuss der Startschuss für das nächste Millionen-Projekt: Düsseldorf soll das schönste und modernste Fahrrad-Parkhaus in Deutschland bauen - nach dem Vorbild des „Cycle Center“ in Chicago.

Der Clou: Die Berufspendler können dort nicht nur diebstahlsicher und bequem ihr Fahrrad abstellen, sie können auch ihre Fahrrad-Kleidung verstauen, sich duschen, umkleiden und in Schale werfen und den Rest der Strecke zu Fuß oder mit der Bahn zurücklegen. Ein gleich anberaumtes Business-Treffen wäre für den Pedaler dann kein Problem mehr: Keiner merkt, dass der vor kurzem noch schweißtriefend in die Pedale getreten hat.

In Chicago wurde dieses Modell ein glatter Erfolg. 2005 eröffnete die Stadt den schmucken, teils gläsernen Bau am Rand des Millennium-Parks und errang damit den Ruf einer fahrradfreundlichen Metropole. Dieses Parkhaus bietet einfach alles: Neben Sanitäreinrichtungen und Schließfächern gibt es dort auch eine Bar mit vitaminhaltigen Snacks, eine Sommerterrasse, einen Fahrradverleih und eine Werkstatt, ja sogar geführte Radtouren stehen auf dem Programm.

Was Chicago kann, kann Düsseldorf auch. Im Ordnungs- und Verkehrsausschuss, der am Mittwoch, 22. Januar, um 16 Uhr im Rathaus am Marktplatz tagt, stellen CDU und FDP den gemeinsamen Prüfantrag, ein Fahrrad-Parkhaus nach dem Vorbild von Chicago auch in Düsseldorf zu bauen - möglichst am S-Bahnhof Bilk.

Die Idee ist nicht ganz neu. Die Grünen haben bereits vor neun Jahren eine Fahrradstation am Bilker Bahnhof gefordert, betonte Fraktionsreferent Stephan Soll. Jetzt kommt das Thema wieder auf die Tagesordnung, diesmal von der CDU/FDP-Ratsmehrheit - und mit einem deutlich erweiterten Service-Angebot. Ihr Antrag wird auf eine breite Zustimmung stoßen - auch die Grünen haben bereits Zustimmung signalisiert. Schließlich kann es keinen besseren Standort für ein solches Fahrrad-Projekt geben. Der Bahnhof Bilk ist nach dem Hauptbahnhof der wichtigste Knotenpunkt für den öffentlichen Nahverkehr. Dort führt Ende 2015 die Wehrhahnlinie hin. Dort werden in den nächsten Jahren auch die Regionalzüge halten. Und auch zur künftigen ersten Fahrrad-Autobahn nach Benrath und Neuss ist nur ein kurzer Weg.

Die Initiative für das Fahrrad-Parkhaus nach dem Vorbild von Chicago kam jetzt vom CDU-Verkehrsexperten Andreas Hartnigk, der gleich den FDP-Fraktionschef Manfred Neuenhaus für den gemeinsamen Antrag überzeugen konnte. „Die Fahrradstation in Chicago ist ein gutes Vorbild, wie man den Fahrradverkehr in einer Großstadt mit vielen Einpendlern fördern kann“, schreiben beide. Für Hartnigk ist es wichtig, dass die Fahrräder an einem sicheren Ort geparkt werden können. „Viele nutzen heute schon E-Bikes, die viel Geld kosten. Dafür sind adäquate Unterbringungsmöglichkeiten nötig.“

Ob das Fahrrad-Parkhaus mit über 300 Plätzen am Bahnhof Bilk realisierbar ist, soll die Verwaltung klären. Ebenso die Finanzierungsfrage. Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, könnte das Projekt 2017 oder 2018 realisiert werden.

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