Kultur

„Bewaffnete Hornissen“ im Düsseldorfer Kunstpalast

Bei Mark Peppers Arbeit „Hornets, from the series of the swarm“ zeigt sich  die latente Gefahr erst auf den zweiten Blick.

Bei Mark Peppers Arbeit „Hornets, from the series of the swarm“ zeigt sich die latente Gefahr erst auf den zweiten Blick.

Foto: Mark Pepper

Düsseldorf.  Die Grosse 2019: Die Verkaufsausstellung im Kunstpalast Düsseldorf zeigt bis zum 4. August Werke von 120 Künstlern.

Ein Sommernachmittag im klimatisierten Kunstpalast. Unsere Redaktion schlendert mit dem Düsseldorfer Künstler Mark Pepper durch die Ausstellung „Die Grosse“. Hin zu den eindrucksvollen Werken des Fotografen Boris Becker, der den diesjährigen Kunstpreis der Künstler erhalten hat.

„Ich habe nur das gemalt, was ich gesehen habe“

Hin zu Raum-Klang-Installationen, Videos, Malereien und Skulpturen. Hin zu der Arbeit des Förderpreisträgers Philpp Röcker. Am Ende des gemeinsamen Rundgangs stehen wir vor seinen beiden großformatigen Arbeiten. Leichte Irritation befällt uns. „Ich habe nur das gemalt, was ich gesehen habe“, sagt Mark Pepper, als wir auf den zweiten Blick entdecken, dass bei seinen beiden Bildern die gezeichneten Hornissen Schusswaffen tragen. Dezent. (siehe Foto).

121 Aussteller aus 700 Bewerbern

Pepper zählt zu den 121 Ausstellenden, die unter 700 Bewerbern von einer Jury ausgewählt wurden und jetzt in „Die Grosse“ vertreten sind. Dieses Präsentationsformat gilt als einzigartig. Es wird von Künstlern organisiert und es werden eigene Künstlerführungen angeboten. Die Verkaufsausstellung endet am 4. August. Doch bereits jetzt prangen unter einigen Arbeiten die verheißungsvollen roten Punkte. Sie sind das Zeichen dafür, dass das Werk verkauft worden ist. Auch der Kunstpalast hat „Die Grosse“ für Ankäufe genutzt. Unter anderem ist ein Bild von Jutta Haeckel in seinen Besitz gegangen. „Dieses Bild hat uns aufgrund seiner formalen Innovationskraft überzeugt. Es ist eine perfekte Ergänzung unseres Bestandes an zeitgenössischer Malerei von Düsseldorfer Künstlerinnen und Künstlern“, begründet Felix Krämer, Generaldirektor des Kunstpalast, die Wahl.

„Die Grosse“ läuft erstmals im Sommer

Zum ersten Mal in seiner langen Geschichte läuft „Die Grosse“ von Juni bis August statt im Februar. Die Änderung habe sich bewährt, so Ausstellungsleiter Michael Kortländer. Die im Vorfeld von einigen Künstlern geäußerte Befürchtungen, dass im Sommer weniger Besucher und damit auch weniger potenzielle Käufer kämen, scheinen sich nicht zu bestätigen, auch weil die Ausstellung eine längere Laufzeit hat als die bisherigen hat.

Bis jetzt waren 7500 Besucher da, nicht eingerechnet in diese Statistik sind die weit über 2.000 Schülerinnen und Schüler, die ebenfalls vor Ort waren. „Durch die längere Laufzeit haben wir in jedem Fall ein sehr viel entspannteres Publikum, das gilt insbesondere für die spontanen Besuche,“ erklärt Kortländer.

Als besonders positiv empfindet Mark Pepper die Nutzung des Geländes vor dem Kunstpalast, wo Skulpturen Raum gegeben wurde und auch Akademie-Studenten durch ihre Objekte vertreten sind. „Es ist für uns Künstler großartig, dass wir in diesem Rahmen unsere Arbeiten zeigen können,“ betont Pepper beim Hinausgehen. Das stimmt. Dieses Format steht der Kunststadt gut zu Gesicht.

„Die Grosse“, bis 4. August 2019, Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, Donnerstag 11-21 Uhr, Montag geschlossen, Eintritt 8/5 Euro, Kinder bis 12 J. frei, Kunstpalast, Ehrenhof 4-5, Katalog zur Ausstellung 20 Euro

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