Millionenschaden

Betrug mit Pfandflaschen: Angeklagter beteuert Unschuld

Die deutsche Pfandgesellschaft, über die die Pfandbons abgerechnet wurden, kam bei einer Prüfung zu erstaunlichen Ergebnissen.

Die deutsche Pfandgesellschaft, über die die Pfandbons abgerechnet wurden, kam bei einer Prüfung zu erstaunlichen Ergebnissen.

Foto: dpa

Düsseldorf/Castrop-Rauxel.   46-Jähriger aus Castrop-Rauxel soll 1,8 Millionen Euro ergaunert haben. Beim Prozess-Auftakt erklärt er, „nur ein Strohmann“ gewesen zu sein.

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Im Prozess um einen millionenschweren Betrug mit Pfandflaschen hat der Angeklagte in Düsseldorf seine Unschuld beteuert. „Ich war nur ein Strohmann“, sagte der 46-Jährige aus Castrop-Rauxel am Montag beim Prozessauftakt vor dem Landgericht. Der Mann soll laut Anklage als Geschäftsführer eines Neusser Getränkemarktes zwei Rücknahmeautomaten manipuliert und so 1,8 Millionen Euro ergaunert haben.

Der Angeklagte erklärte, er betreibe seit Jahren eine Versicherungsagentur und habe die Geschäftsführung des Neusser Getränkemarktes als Freundschaftsdienst für einen Bekannten übernommen. Der eigentliche Marktleiter habe ihn wegen einer bestehenden Konkurrenzsperre darum gebeten, erklärte der zweifache Familienvater. Er habe von der Manipulation der Automaten nichts gewusst: „Ich bin schamlos ausgenutzt und betrogen worden.“

Die deutsche Pfandgesellschaft, über die die Pfandbons abgerechnet wurden, kam bei einer Prüfung zu erstaunlichen Ergebnissen: Von den über fünf Millionen Datensätzen, die der Neusser Getränkemarkt abgerechnet hatte, seien drei Viertel manipuliert gewesen. Der Prozess wird in einer Woche fortgesetzt. Insgesamt sind bis Mitte Oktober fünf weitere Verhandlungstage angesetzt. (dpa)

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