Serie: Ausflugstipps

Aquazoo in Düsseldorf lockt Besucher mit neuen Tieren

Fast freundlich scheint der Oman-Kuhnasenrochen in die Kamera zu lächeln. Die Tierart ist sehr selten.

Fast freundlich scheint der Oman-Kuhnasenrochen in die Kamera zu lächeln. Die Tierart ist sehr selten.

Foto: Jaroslaw Miernik

Düsseldorf.  Eine Kombination aus Zoo und Museum: Warum sich der Besuch nach dem Umbau besonders lohnt. Gerade kleine Besucher kommen auf ihre Kosten.

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Der heimliche Star des Aquazoos ist nackt, empfindet keinen Schmerz und lebt nicht im Wasser, sondern unter Tage. Der Nacktmull ist ein ungewöhnliches Nagetier, das nun erstmals nach der vierjährigen Umgestaltung im Aquazoo Löbbecke Museum in Düsseldorf zu sehen ist. Seit die beliebteste Kultureinrichtung der Landeshauptstadt Ende September nach der 21 Millionen Euro teuren Umbauphase wieder ihre Türen für die Besucher öffnet, erlebt sie einen nie da gewesenen Andrang. 130 000 Menschen sahen sich in den ersten acht Wochen bereits die Verbindung aus Zoo, Aquarium und Naturkundemuseum an.

Rund 5000 Tiere leben im Zoo

„Wir zeigen hier keine besonders schönen oder skurrilen Tiere, sondern Tiere, zu denen man Geschichten erzählen kann“, erklärt Direktor Dr. Jochen Reiter. Und über die Nacktmulle kann der Aquazoo-Chef viel erzählen. Zum Beispiel, dass sie sich wie ein Insektenstaat mit Königin, Soldaten und Arbeitern organisieren. Oder dass die auffälligen Schneidezähne der Säugetiere vor den Lippen liegen, damit beim Graben der Gänge kein Erdreich in das Maul gelangt. Aber nicht nur die Nacktmulle sind neu in den Aquazoo eingezogen, auch die Brillenpinguine und Papageientaucher gab es vor dem Umbau in Düsseldorf noch nicht.

Der Rundgang durch die teils lebendige Ausstellung des in Deutschland einzigartigen Zoo-Museums dauert etwa 90 bis 120 Minuten. In 25 Themenräumen mit 140 Aquarien, Terrarien und Großanlagen leben 560 Tierarten. Nur ein Teil der Zoobewohner bevorzugt ein Leben in oder am Wasser. „Wir sind ein Spezialzoo, der keine großen Tierarten zeigt, sondern überwiegend Amphibien, Reptilien, Wirbellose und Fische“, erklärt Zoochef Jochen Reiter. Auf 6800 Quadratmetern Fläche leben die rund 5000 Kreaturen im Wasser, auf dem Land oder in der Luft.

Haie und Rochen gleiten vorbei

Dazu zählen auch manche Tierarten, die sehr selten sind. „Den Oman-Kuhnasenrochen gibt es nur bei uns“, sagt Dr. Jochen Reiter. Und das gleich drei Mal. Der ulkig klingende Name wurde den Wasser-Lebewesen verpasst, weil sie optisch an eine Kuh erinnern, wenn sie ihren Körper platt an eine Scheibe drücken. Die flachen Knorpelfische mit dem ungewöhnlichen Namen teilen sich das größte Becken des Aquazoos mit den Schwarzspitzen-Riffhaien.

Elegant gleiten die drei Rochen durch die Strömung des Aquariums, vorbei an Clownfischen, Anemonen, Korallen und weiteren Wasserlebewesen. An den Scheiben des riesigen Aquariums steht eine Gruppe Grundschüler und beobachtet fasziniert, wie Haie und Rochen an ihnen vorbeischwimmen.

70 interaktive Stationen

Die spezielle Kombination aus Zoo und Naturkundemuseum ist das Alleinstellungsmerkmal der Einrichtung und zieht gerade viele kleine Besucher in den Bann. Die 1400 Veranstaltungen, die der Zoo jährlich anbietet, sind völlig überbucht. „Besonders die Schulen haben uns während der Umbauphase schmerzlich vermisst“, sagt Jochen Reiter und bleibt an einer Mitmach-Station für Kinder stehen. Hier können die kleinen Besucher den Salzgehalt verschiedener Gewässer schätzen.

An 70 interaktiven Stationen dürfen Kinder den Aquazoo ertasten und ausprobieren. „Anfassen ist hier ausdrücklich erwünscht“, ermuntert der Einrichtungsleiter. Außerdem werden die jungen Zoo-Fans von den Comicfiguren Schlammspringer „Fred“ und Museumsgründer „Theodor Löbbecke“ durch die Naturgeschichte geführt. Auf in kindgerechter Höhe angebrachten Plaketten erklären sie den Kleinen, wie Natur und Evolution funktionieren.

Mit Online-Ticket an der Schlange vorbei

Noch bis Weihnachten gelten die verlängerten Öffnungszeiten des Aquazoos: von 10 bis 20 Uhr. Ab dem 26. Dezember gelten die Eintrittskarten wieder wie vor dem Umbau bis 18 Uhr. Allen, die den Besuch des Zoos planen, legt Aquazoo-Direktor Dr. Jochen Reiter die Buchung von Online-Tickets ans Herz. Denn durch den gewaltigen Besucheransturm auf die Einrichtung kann es bei spontanen Besuchen zu teils stundenlangen Wartezeiten vor der Kasse kommen.

Wer sich mit einem Online-Ticket bei der Ankunftszeit auf ein bestimmtes Zeitfenster festlege, könne die Wartezeiten umgehen. Bleiben darf man im Zoo dann aber so lange man möchte. „Wegen des Brandschutzes dürfen sich zeitgleich maximal 850 Menschen im Haus aufhalten“, erklärt Jochen Reiter. Spontan-Besuchern des Zoos rät Reiter, in der Woche vormittags oder aktuell noch zwischen 18 und 20 Uhr die Ausstellung anzusehen. Denn zu diesen Zeiten sei es in der Regel etwas ruhiger im Gebäude.

Verzehr von Essen nicht erlaubt

Der Aquazoo ist in Rheinnähe gelegen und in den Nordpark mit Spielplatz und Spazierwegen eingebettet. Parkmöglichkeiten direkt vor dem Haus sind vorhanden, aber kostenpflichtig. Wer kann, nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel. Ab Düsseldorf Hauptbahnhof geht es etwa mit der U78 oder U79 bis zur Haltestelle Nordpark/Aquazoo. Von dort aus sind es nur noch ein paar Schritte bis zum Aquazoo.

In der Einrichtung ist das Verzehren von Lebensmitteln nicht erlaubt. Gleich nebenan gibt es aber das Nordparkcafé, in dem man sich stärken kann. Wer lieber Lunchpakete packt, kann zum Essen und Verschnaufen die Sitzgelegenheiten vor dem Zoo nutzen.

>>>25 NEU GESTALTETE RÄUME ZU VIELEN THEMEN

  • Beim Rundgang durch die in neue Farb- und Lichtkonzepte getauchten Themenräume folgen Besucher der Geschichte der Lebewesen: Von der Entstehung im Wasser, der Ausbreitung im Meer, der Eroberung der Süßgewässer bis zur Besiedelung der Lebensräume an Land.
  • Insgesamt 25 Themenräume präsentieren unter anderem Aspekte der Evolution und verschiedene Lebensräume — mit lebenden Tieren, Museumsobjekten und interaktiven Medien.
  • I m Vorverkauf kosten Eintrittskarten für Erwachsene 10 Euro und ermäßigt 6 Euro. An der Tageskasse zahlen Besucher je einen Euro weniger. Die Familienkarte kostet bei der Online-Buchung 20 Euro, vor Ort 18 Euro. Kinder bis sechs Jahre zahlen keinen Eintritt.
  • Online-Tickets können auf www.westticket.de gebucht werden.



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