Jobverlust

Daimler in Düsseldorf: 1300 Leiharbeiter werden abgemeldet

Die Prozesse im Düsseldorfer Daimler-Werk werden umgestellt. Das hat Konsequenzen.

Die Prozesse im Düsseldorfer Daimler-Werk werden umgestellt. Das hat Konsequenzen.

Foto: Archivfoto/Symbolbild: Daimler AG / dpa

Düsseldorf.  Das Sprinter-Werk von Daimler reduziert Arbeitskräfte am Standort in Düsseldorf. Das sei schon länger geplant gewesen, sagt die IG Metall.

Droht dem Düsseldorfer Daimler-Werk der Stellenabbau von rund 1300 Arbeitsplätzen? In der Vergangenheit gab es immer mal wieder Spekulationen und Befürchtungen und Proteste bei der Belegschaft. Gerade auch in jüngster Zeit. Auch die MLPD befürchtet eine radikale Kürzung. Die Linksaußen-Partei hatte am Donnerstag eine Mitteilung veröffentlicht, in der sie ankündigt, den „Kampf der Arbeiter im Daimler-Werk Düsseldorf angesichts der Ankündigung von 1300 Entlassungen und der Einstellung der Nachtschicht im Werk zum Anfang November“ zu unterstützen.

Drastische Angriffe des Daimler-Vorstands

Diese Maßnahme reiht sich ein in weitere drastische Angriffe des Daimler-Vorstands an anderen Standorten in Deutschland, die als „neue Mercedes-Benz-Strategie“ bezeichnet werde, so die Partei.

Betroffen von den Streichungen seien demnach die Leiharbeiter. Diese würden abgemeldet, so Paul Straif, MLPD Düsseldorf-Sprecher.

Karsten Kaus, Geschäftsführer der IG Metall Düsseldorf-Neuss, verweist darauf, dass das ein Prozess ist, der schon 2014 eingeleitet worden sei. Damals habe man vereinbart, dass die Dauer-Nachtschicht abgebaut und ein Zwei-Schicht-Betrieb eingeführt werde. „Es gibt dort Arbeiter, die seit zehn, 20 Jahren nur nachts arbeiten“, so Kaus. Eigentlich sollte die Dauer-Nachtschicht längst passé sein. Doch es mussten noch Übergänge organisiert werden, bevor man in den Normalbetrieb übergehen konnte, so Kaus weiter.

IG Metall: Arbeitsplatzverlust sei nicht zu verhindern

Der Wegfall der Nachtschicht habe, so Kaus weiter, die Folge, dass die Leiharbeiter bis November bzw. Ende des Jahres abgemeldet werden. „Das ist leider ein Arbeitsplatzverlust, den wir nicht verhindern können“, gibt der IG Metall Geschäftsführer zu. Viele dieser Menschen hätten die Hoffnung auf einen festen Arbeitsplatz gehabt.

Lediglich 250 befristet Beschäftigen habe man helfen können, so der Gewerkschafter. Sie werden in dem Werk eine Festanstellung bekommen. Zudem habe man sich darauf verständigt, sollten noch einmal Leiharbeiter benötigt werden, jene den Vorrang haben, die schon einmal in dem Werk gearbeitet hätten.

Auch bei Daimler selbst spricht man von einem länger geplanten Vorgang. Bereits im Jahr 2014 war ein Übergang in die Zweischichtigkeit zu Ende 2020 geplant, so ein Sprecher. „Für die Jahre 2019 und 2020 war zu diesem Zeitpunkt bereits eine Reduzierung auf einen 2,5 Schichtbetrieb geplant. Allerdings hatten wir aufgrund einer sehr hohen Auftragslage diese Pläne zurückgestellt.“

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