Hohensyburg

Westspiel soll Casino-Betriebsräte gekauft haben

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Dortmund. Schwere Vorwürfe gegen den Betriebsrat des Casinos Hohensyburg: Einige Mitarbeiter werfen zwei Betriebsräten vor, sie hätten sich vom Casinobetreiber Westspiel kaufen lassen. Statt der üblichen Abfindungen seien bei ihrem Ausscheiden weit höhere Summen gezahlt worden.

Unter dem Dach des Casinos rumort es erneut - diesmal aus ganz anderen Gründen. Teile der Belegschaft werfen ihrem Betriebsrat vor, er habe sich von Westspiel kaufen lassen. Tatsache ist, dass der Betriebsratsvorsitzende Albrecht Harmsen und auch sein Dortmunder Nachfolger Sascha Tiefenbach Aufhebungsverträge unterschrieben haben. Wie andere Mitarbeiter auch - nur zu anderen Bedingungen.

Wie es bei solchen Verträgen üblich ist, wurde über die Höhe der Abfindung Stillschweigen vereinbart. Allerings sickerten Summen in Höhe von etwa 300 000 Euro durch. Und das wäre das Vier- bis Fünffache der Summe, die beispielsweise Tiefenbach erhalten hätte, wäre er nach dem ansonsten geltenden Freiwilligenprogramm ausgeschieden.

Aus Spielbankenabgabe Abfindung gezahlt?

Der Zorn richtet sich auch gegen Westspiel, das Unternehmen habe sich mit Steuermitteln eines in den Jahren zuvor unbequemen Betriebsrats entledigt. Und zwar weil die Spielbankenabgabe, die bis 2009 etwa 65 Prozent des Bruttospielertrags betragen hätte, vom Land NRW eigens auf 25 Prozent abgesenkt worden wäre, um einen Personalabbau und eine Neuorientierung des Unternehmens zu ermöglichen.

Auf den Vorgang angesprochen, streitet Westspiel-Sprecherin Katrin Koch besondere Kondition für die Betriebsräte ab. „Sie haben das Freiwilligenprogramm angenommen”, sagte sie gestern, „und zwar zu den gleichen Konditionen wie die anderen.” Allenfalls die für Personalvertreter längeren Kündigungsfristen hätte ihren Niederschlag gefunden.

Das Vorgehen wird gemeinsam abgesprochen

Der ehemalige Betriebsratsvorsitzende Sascha Tiefenbach bestätigte, dass er einen Aufhebungsvertrag unterschrieben habe. „Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es allerdings von mit keinen weiteren Kommentar dazu”, meinte er weiter.

Die zuständige Gewerkschaft Verdi hingegen möchte das Ganze nicht kommentarlos hinnehmen, hält sich aberderzeit noch bedeckt. Der zuständige Gewerkschaftssekretär Andreas Elbracht sagte, er wolle das Vorgehen erst noch mit dem neuen Betriebsratsvorsitzenden abstimmen.

Unglücklich sei jedenfalls, „dass beide so kurz hintereinander gegangen sind. Und wenn sie unter anderen finanziellen Bedingungen gegangen sind, wäre das unfair den anderen Mitarbeitern gegenüber.”

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