Essen ist Leben

Warum ein türkischer Imbiss in Dortmund auf vegetarische "Hackfleischbällchen" setzt

Geschäftsführer Öner Acibadem bereitet eine Portion vegetarische Cigköfte zum Mitnehmen vor.

Geschäftsführer Öner Acibadem bereitet eine Portion vegetarische Cigköfte zum Mitnehmen vor.

Foto: WAZ FotoPool

Dortmund.   Cigköfte – das sind eigentlich rohe, längliche Hackfleischbällchen. Doch die Fast Food-Kette Cigköftem aus der Türkei setzt auf die fleischlose Variante aus Weizen und Tomatenmark. Öner Acibadem betreibt eine Filiale in der Münsterstraße.

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Türkisches Fast Food – da denken viele schnell an den klassischen Döner, zumindest aber an sich drehendes Grillfleisch. Dass das nicht sein muss, zeigt Öner Acibadem, denn in seiner Imbissbude „Cigköftem“ verkauft er türkische Hackfleischbällchen – Cigköfte – aber ohne Fleisch.

Vor etwas mehr als einem Jahr eröffnete Acibadem seinen Schnellimbiss in der Münsterstraße. Er ist Teil des türkischen Unternehmens Cigköftem, das 1993 gegründet worden ist. Eigentlich verbergen sich hinter der traditionellen Speise Cigköfte rohe, längliche Hackfleischbällchen. Doch das Unternehmen hat sich auf eine vegetarische Variante spezialisiert und bereitet Cigköfte aus Bulgur, Tomatenmark, gemahlenen Chilischoten und 18 Kräutern zu..

Cigköfte to go – Mitnehmen erlaubt

Zusätzlich kann der Kunde zwischen der scharfen und milderen Variante wählen. Zur Beilage gehört Lavas Brot, Eisbergsalat, Frühlingszwiebeln, Petersilie, Minze, Zitrone, Gurke und Tomate. Auf Wunsch gibt es das Cigköfte samt Brot und Gemüse auch zum Mitnehmen in den Größen klein, mittel und groß.

Die Geschäftsidee scheint in Dortmund aufzugehen: 30 bis 40 Kunden kämen momentan pro Tag. „Die Leute interessieren sich für das vegetarische Angebot. Würde ich dieselben Gerichte mit Fleisch verkaufen, hätte ich nicht so viel Kundschaft“, sagt Geschäftsführer Öner Acibadem. Doch viele Dortmunder – Acibadem schätzt 95 Prozent – wüssten leider noch gar nichts von seinem vegetarischen Imbiss.

Einziger Cigköftem-Imbiss in Dortmund

Er selbst erfuhr von der Geschäftsidee über einen Freund, der eine Cigköftem-Filiale in Köln kannte. „Es klang interessant. Also bin ich nach Köln gefahren, um mir den Laden anzuschauen.“ Acibadem – selbst Fleischgerichten nicht abgeneigt – probierte das vegetarische Cigköfte und ließ sich von der Idee anstecken, eine eigene Filiale zu eröffnen.

Im März 2011 war es dann soweit und seitdem hat sich um Acibadems türkisch vegetarischer Imbissbude schon eine feste Stammkundschaft gebildet. „Die Leute fahren teilweise mehrere Kilometer, um bei mir zu essen“, so Acibadem. Denn sein Imbiss ist nicht nur die einzige Cigköftem-Filiale in Dortmund, sondern auch eine von insgesamt nur fünf in Nordrhein-Westfalen – zwei von denen befinden sich in Köln und jeweils eine in Düsseldorf und Duisburg.

Plan für zweite Filiale

Die vegetarischen Weizen- und Tomatenmarkbällchen seien aber nicht nur bei Frauen beliebt, sondern auch bei Männern. Aber: „Fast 90 Prozent meiner Kunden sind Türken“, sagt Acibadem. Dies führt er darauf zurück, dass in der Umgebung seiner Filiale in der Münsterstraße hauptsächlich Deutsch-Türken und Türken wohnen. Um seinen Kundenstamm zu erweitern, will Acibadem nun expandieren und eine zweite Filiale entweder in der Thier-Galerie oder in der Fußgängerzone der Innenstadt eröffnen.

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