Blindgänger

Bomben in Dortmund entschärft – Halteverbote bleiben

Die Entschärfer-Teams der Bezirksregierung mit den entschärften Bomben in Dortmund: Vielen Dank für den Einsatz!

Die Entschärfer-Teams der Bezirksregierung mit den entschärften Bomben in Dortmund: Vielen Dank für den Einsatz!

Foto: Ralf Rottmann/ Funke Foto Services

Dortmund.  Im Dortmunder Klinikviertel wurden seit Wochen Bomben vermutet. Zwei Bomben hatten sich bestätigt wurden entschärft. Unser Ticker zum Nachlesen.

  • An vier Verdachtspunkten im Dortmunder Klinikviertel wurden Bomben vermutet (Westentor, Sozialamt Luisenstraße, Joho-Garten, DRK-Innenhof).
  • Zwei Blindgänger wurden gefunden und entschärft – beim DRK und am Sozialamt.
  • Dortmund musste eine historische Evakuierung stemmen: 14.000 Menschen mussten raus.
  • Auch das Klinikum Dortmund, das Johannes-Hospital und drei Seniorenheime waren betroffen.
  • Patienten und Senioren wurden schon Samstag evakuiert. Auch viele Anwohner schliefen woanders.

In unserem Ticker haben wir laufend über die Ereignisse in Dortmund berichtet. Jetzt sind alle Entschärfungen durch. Hier der Tag zum Nachlesen:

19.35 Uhr: Fröhliche Anwohner kehren mit ihren Taschen und Koffern endlich zurück nach Hause. In den Straßen brennt nun wieder fast überall Licht. Auch die Container, die Druckwellen dämmen sollten, sind an der Luisenstraße und an der Beurhausstraße schon wieder weggeräumt worden. In kleinen Nebenstraßen stehen sie allerdings noch.

18.30 Uhr: Die Dortmunder Polizei hat bei Twitter mittgeteilt, dass sie im zuvor evakuierten Bereich weiterhin Streife fahren werden.

17.47 Uhr: Erleichterung bei Karl-Friedrich Schröder: Er hat die Bombe am DRK entschärft. Er klärt auch über die "Negativ-Funde" an Wall und Joho auf: Es waren Versorgungsleitungen.

17.25 Uhr: Im Klinikum Dortmund werden jetzt die rund 60 Intensivpatienten wieder auf die Station gebracht. Auch die Frühchen kehren bald zurück. Sie alle waren in einen laut Experten sicheren Bereich des Krankenhauses verlegt worden – "hinten unten".

17.22 Uhr: Der Rechtsderzernent hat uns noch verraten: Bei der letzten Kontrolle vor der Entschärfung musste die Feuerwehr mehrere Türen mit Gewalt öffnen. Die Bewohner wollten nicht raus. Zudem war kurz vor Beginn der Entschärfung noch eine Person in einer der vier U-Bahn-Haltestellen, und die Polizei hat vom Hubschrauber mehrere Menschen in der verbotenen Zone entdeckt. Sowas hält natürlich alle auf!

17.09 Uhr: Alle Bewohner können zurück in ihre Wohnungen. Die Sperrungen und Halteverbote bleiben aber bestehen – am Montag werden Patienten und Senioren zurückgebracht. Auch die Containersperren müssen noch weg.

17.04 Uhr: Die letzte Bombe wurde entschärft! Es war eine amerikanische 250-Kilo-Bombe.

16.45 Uhr: Übrigens: Die Bombe in der Luisenstraße wurde gefunden, weil das Sozialamt komplett saniert wird. Beim DRK wurde pflichtgemäß sondiert, weil ein Aufzug geplant ist. Ein Muss für den Bauantrag!

16.15 Uhr: Die Entschärfung der zweiten Bombe (DRK) läuft!

16.05 Uhr: Insgesamt sind waren laut Stadt fünf Entschärfer-Teams im Einsatz, an jedem Verdachtspunkt eins und in Doppelbesetzung am Joho. Dort wurde nämlich nicht nur ein Verdachtspunkt kontrolliert, sondern eine "Verdachtsfläche" – also viele Punkte im gesamten Garten. Was dort lag wissen wir noch nicht.

15.55 Uhr: Der Zünder des ersten Blindgängers ist gesprengt. Jetzt ist Entschärfer-Team 2 an der Reihe – aber soweit wir wissen läuft die Entschärfung an der Beurhausstraße noch nicht.

15.33 Uhr: Die erste Bombe ist entschärft! Jetzt wird der Zünder noch gesprengt. Allerdings war es andersherum als anfangs gesagt: Die erste Bombe (britisch, 250kg) war die in der Luisenstraße. Erst gleich kommt die im DRK-Hof dran. [Anm.: Die beiden letzten Einträge haben wir entsprechend geändert.]

14.54 Uhr: Die Bombe am Sozialamt in der Luisenstraße wird per Fernentschärfung unschädlich gemacht, das ist die Standardprozedur. Heißt: Es knallt zweimal! Aus sicherer Entfernung löst der Entschärfer eine Raketenklemme aus, die in einem Ruck den Zünder von der Bombe dreht – schneller, als dieser auslösen und das TNT zünden könnte. Dabei knallt es laut. Einen zweiten Knall gibt es, wenn der Zünder selbst gesprengt wird. Die zweite Bombe liegt im Hof des DRK an der Beurhausstraße.

14. 45 Uhr: Die Entschärfung der ersten Bombe hat begonnen – im Normalfall dauert das 20 bis 45 Minuten. Die Bombe liegt am Sozialamt, die zweite beim DRK.

14.29 Uhr: Hoffentlich letzte Amtshandlung vor der Entschärfung: Die Polizei überfliegt den Bereich mit der Hummel und schaut, ob noch jemand dort ist.

14.11 Uhr: Laut Ordnungsamt ist die Evakuierung weitgehend abgeschlossen. Ein paar "überzeugende Gespräche" müsse man noch führen, heißt es. Also verweigern sich doch wieder einige Anwohner der Evakuierung...

14.04 Uhr: Jetzt bestätigt die Stadt offiziell: An zwei der vier Verdachtspunkten liegen tatsächlich Bomben. Es stehen also zwei Entschärfungen an. Wo genau sagt die Stadt noch immer nicht. An zwei Verdachtspunkten lagen also nur andere größere Metallteile. Mal sehen, was das war. Badewanne? Heizung?

14 Uhr: Ab jetzt stehen auch die Stadtbahnen – unter dem Evakuierungsbereich gibt es keine Durchfahrten mehr. Busse sorgen für Ersatz. U41, U42, U43, U44 und U47 fahren nur verkürzt. U45/U46 und U49 fahren gar nicht. Ein Pendelbus fährt zwischen Hafen, DO-Hbf. und Märkischer Straße.

13.55 Uhr: Kurz vor Beginn der Entschärfungen (hoffen wir zumindest...) schließen wir uns diesem Tweet des Klinikums Dortmund an. Schön gesagt!

13.31 Uhr: Die meisten Menschen im Evakuiertenzentrum sind älter, einige haben den Krieg selbst erlebt. Notfallseelsorger hören sich ihre Geschichten an. Wie die von Elisabeth (87). "Ich habe Angst um die Entschärfer", sagt sie. "Die stehen ja immer mit einem Bein im Grab!" Als Kind hat Elisabeth den Krieg in Dortmund erlebt: "Da flogen uns diese Bomben um die Ohren..." Aber auch Familien sind da, wie Joanna, ihr Mann und die beiden Kleinen. Sie wissen nicht, wohin – Freunde und Verwandte haben sie in Dortmund nicht.

13.15 Uhr: In Scharnhorst trudeln nur noch wenige Krankentransporte ein – Menschen, die im Vorfeld einen Transport angemeldet hatten, weil sie es nicht allein aus der Wohnung schaffen. Die Johanniter kümmern sich liebevoll um die Evakuierten.

13.03 Uhr: Insgesamt sind weniger Evakuierte in die Gesamtschule Scharnhorst gekommen als erwartet. Die Organisatoren haben uns erklärt: Normalerweise rechne man mit einem Zehntel der Evakuierten – also 1400 Menschen. Wegen des langen Vorlaufs haben die Organisatoren aber nur 500 Leute erwartet. Jetzt sind nur 180 Evakuierte da. Allerdings herrscht ständiges Kommen und Gehen. Jetzt erstmal Mittagessen: Nudeln mit Hacksoße!

12.55 Uhr: Ablenkung im Evakuierungszentrum Scharnhorst: Fußballbuch-Autor Ben Redelings hält die Leute mit einem Fußballquiz bei Laune. Sierau macht auch mit. Polizeipräsident Lange spielt lieber Mensch-ärgere-dich-nicht.

12:04 Uhr: Der Hauptbahnhof ist jetzt komplett gesperrt – Züge fahren keine mehr.

11.37 Uhr: Was ist eigenlich mit Strom und Gas im Evakuierungsbereich? Vom Netz gehen nur die Leitungen im direkten Bomben-Umfeld, erklärt DEW21. An den betroffen Nachbarhäusern hingen Infoschreiben. Nach der Entschärfung läuft also auch der Kühlschrank wieder.

11.24 Uhr: An welchen Orten die beiden Bomben liegen, verrät die Stadt übrigens nicht. Grund: Anwohner der "bombenfreien" Verdachtspunkte sollen nicht denken, sie könnten in ihre Wohnung zurück. Erst nach Abschluss aller Enschärfungen wissen wir es.

11.10 Uhr: Schade! Obwohl die Evakuierung und die Kontrolle der Wohnungen so gut läuft, wird die erste Entschärfung wohl doch nicht vor 14 Uhr starten. Dieser Zeitpunkt sei von Anfang an geplant gewesen, erklärt die Stadt. Bahn und DSW21 haben ihre Fahrpläne danach ausgerichtet. Es bleibt also dabei.

10.55 Uhr: Bisher habe es keine Evakuierungsverweigerer gegeben, sagte das Ordnungsamt. Mit etwas Zureden seien alle freiwillig gegangen. Auch zeitraubende Transporte von bettlägrigen oder gehbehinderten Anwohnern blieben aus. Einen Zwischenfall gab es aber: Eine Frau wollte ihre Wohnung nicht verlassen und wehrte sich so vehement, dass sie in die Psychiatrie kam – also kein klassischer "Verweigerer".

10.40 Uhr: Das Ordnungsamt hat eine gute Hälfte der der Wohnungen kontrolliert. Die Stadt ist zuversichtlich, dass die Evakuierung schneller abgeschlossen ist als erwartet. Startet die Entschärfung der Bomben dann auch früher? Und wird der Hbf schon vor 13 Uhr gesperrt? Das ist bisher unklar.

10.22 Uhr: Es liegen tatsächlich Bomben im Klinikviertel! OB Sierau verkündete gerade, es gebe "Bombenfunde", die den großen Aufwand der Evakuierung rechtfertigten – und ja: Er sprach in der Mehrzahl. Es müssen also mindestens zwei Blindgänger sein. Wo sie liegen verriet er nicht. Das werde erst nach der Entschärfung aller Funde bekanntgegeben. An anderen Stellen wird noch gegraben.

9:59 Uhr: Der Haupteingang zum Hauptbahnhof ist dicht: Die Hälfte des Gebäudes liegt im Evakuierungsradius. Die Bundespolizei hat die vorderen Eingänge mit Sichtschutzwänden blockiert. Nur der Nordeingang ist frei. Aber nicht mehr lange: Gegen 12 Uhr schließt die Bahn den Bahnhof komplett – hier hält kein Zug mehr. Fernzüge werden umgeleitet, einige Verbindungen fallen aus. Info: DSW21 und Bahn

9.55 Uhr: Im Vorfeld haben viele Anwohner Angst vor Einbrechern geäußert. Bei der Entschärfung der 1,8-Tonnen-Bombe 2013 in Dortmund-Hombruch mit 20.000 Evakuierten hatten Plünderer die Gunst der Stunde genutzt. Die Diebe hatten sich vor der Evakuierung versteckt und kamen erst raus, als alle Anwohner fort waren. Das weiß natürlich auch die Polizei – und ist vorbereitet: Die Beamtinnen und Beamten fahren vermehrt Streife. Auch Drohnen und ein Hubschrauber helfen beim Kampf gegen Einbrecher im Klinikviertel.

9:27 Uhr: In einem "Tourbus" sind Journalisten unterwegs im Klinkviertel. Auch OB Ullrich Sierau ist dabei.

9.16 Uhr: Seit 8 Uhr laufen mehrere Teams des Ordnungsamtes Streife im Klinikviertel. Sie klingeln an jeder Tür und kontrollieren, ob wirklich alle weg sind. Dabei erleben sie manche Überraschung: Weit offen stehenden Haustüren, Erdgeschoss-Fenster auf Kipp – und hektische Menschen. "Ich habe verschlafen", ruft ein junger Anwohner der Detmarstraße. Als er gegen 9 Uhr die Tür öffnet, stehen Ordnungsamt und ein Dutzend Journalisten vor ihm. Da wurde er plötzlich ganz schnell!

8:49 Uhr: Seit den frühen Morgen arbeiten sich Bagger an den vier Verdachtspunkten zu den "Anomalien" vor, die dort entdeckt wurden. Sind es Blindgänger? Oder nur alte Heizungen oder Badewannen? Das wird sich gleich zeigen.

8:39 Uhr: Rückblick auf die Nacht: Trotz der großen Halteverbotszone und der chronischen Parkplatznot in einem der dichtbesiedelsten Viertel der Stadt blieben viele Parkplätze frei. Ein großer Teil der Bewohner hat die Nacht woanders verbracht.

8.08 Uhr: Weil alle Bewohner, die nicht schon am Vorabend abgereist waren, ihre Wohnungen gleichzeitig um 8 Uhr verlassen haben, gibt es Stau im Klinikviertel. Auch die Tankstellen sind voll.

7.25 Uhr: Am Hauptbahnhof Dortmund herrscht noch normaler Betrieb. Die letzten Partygänger suchen ihre Züge, bevor um 8 Uhr der Haupteingang geschlossen werden soll.

7.13 Uhr: Die Polizei zeigt im Klinik- und Kreuzviertel starke Präsenz. An der Möllerbrücke, aber auch am Sonnenplatz stehen Wagen. Polizisten fahren durch die Straßen.

7 Uhr: Der Evakuierungstag hat begonnen. Im Klinikviertel herrscht für einen Sonntagmorgen auffällig reges Treiben. In vielen Fenstern brennt Licht, Anwohner gehen mit Taschen aus den Häusern. Zahlreiche Bewohner dürften ihre Wohnungen aber schon am Freitag oder Samstag verlassen haben. In vielen Erdgeschosswohnungen sind alle Rolladen heruntergelassen.

Bombenverdacht in Dortmund – die Lage am Samstag:

21 Uhr: Es ist ruhig im Dortmunder Klinikviertel. Die Ruhe vor dem Sturm, der hoffentlich nicht kommt. Wir führen unseren Ticker ab Sonntagfrüh weiter. Gute Nacht!

21.31 Uhr: "Wenn's mit dem Auto nicht klappt, fahre ich halt mit der Bahn!" Ja, wenn das so einfach wäre. Denn auch der Bahnverkehr wird am Sonntag massiv behindert. Schon den ganzen Samstag über informierte DSW21 über die Auswirkungen der Entschärfungen. Heißt: Ab 8 Uhr kann man an den Haltestellen im Evakuierungsbereich nur noch einsteigen, nicht aussteigen. Ab etwa 14 Uhr fahren die U41, U42, U43, U44 und U47 nur noch verkürzt – die U45/U46 und U49 werden komplett eingestellt. Ein Pendelbus fährt im 10-Minuten-Takt zwischen Hafen, Hauptbahnhof Nord und Märkische Straße.

19.02 Uhr: In Oper und Schauspielhaus starten die Abendvorstellungen. Danach geht's auch für die Kulturbetriebe mit der Evakuierung los – am Sonntag heißt es für alle Termine: Vorstellungsausfall!

18.16 Uhr: Aufzugsmanager, Kriegserinnerungen, Public Viewing mit Eierlikör – und die bange Frage: Sind es wirklich Bomben? So war der Tag vor dem Entschärfungs-Sonntag: Weltkriegsbomben in Dortmund – Die Stadt evakuiert ihre Mitte

17:56 Uhr: Weil das DRK Dortmund alle Hände voll zu tun hat und am Sonntag selbst zudem evakuiert wird, haben die Sanitäter Hilfe beim ADAC Motocross in der Westfalenhalle: Das DRK Eimsbüttel ist von Hamburg nach Dortmund gekommen und übernimmt den Sanitätswachdienst.

17 Uhr: Die Stadt hat ein paar Zahlen getwittert: Insgesamt 48 Rettungswagen haben 58 Patienten aus Joho und Klinikum transportiert. Aus den Seniorenheimen mussten 20 Bewohner per RTW weggebracht werden.

16.40 Uhr: Auch an der Alexanderstraße neben dem Blutspende-Zentrum des Klinikums sollen Containerwände die Druckwelle dämmen, falls doch was schief läuft. Ein Experte hat den Weg des Drucks berechnet. Die Container sind mit Spezialschrauben miteinander verbunden – die unteren Container sind mit jeweils 3,6 Tonnen Beton gefüllt. Hoffentlich bombensicher!

15.56 Uhr: In den Straße rund um die Halteverbotszone herrscht erwatungsgemäß Parkplatzmangel – mehr noch als ohnehin schon. Was die Suche der Anwohner weiter erschwert: Die Polizei schreibt fleißig Knöllchen, was im Alltagsgeschäft selten der Fall ist. Auch Tempokontrollen gibt es in den verkehrsberuhigten Straßen.

15.30 Uhr: Die Evakuierung der Seniorenheim-Bewohner ist abgeschlossen – die letzten Fahrten ins Ausweich-Heim nach Herne waren neun Liegendtransporte. Die Feuerwehr ist bislang sehr zufrieden. Alles sei glatt gelaufen, heißt es, und schneller als gedacht!

14.03 Uhr: Die leere Beurhausstraße ist an diesem Mittag für die Dortmunder eine regelrechte Attraktion. Alle paar Meter machen Passanten Fotos und Videos.

12.55 Uhr: Die Feuerwehr Dortmund gibt auf ihrem Twitter-Kanal einen Einblick in die Arbeit beim Großeinsatz. Am Samstagmittag kommt der Führungsstab zur Lagebesprechung zusammen.

12.13 Uhr: In der Dortmunder Innenstadt ist es schon heute deutlich ruhiger als sonst. An allen Restaurants Hinweise, dass morgen zu ist. Im Klinikviertel hat der Fleischer schon heute geschlossen, ein Friseur auch. Und auf der Beurhausstraße, auf der sonst am Samstagmittag reger Verkehr herrscht, ist es gespenstisch leer.

Umzug eines Seniorenheims – mit Toilettenpapier und Eierlikör

12.07 Uhr: Bei der Evakuierung des Seniorenheimes wurde an alles gedacht. Schon Anfang der Woche hat der Umzug gen Herne begonnen. Sie haben alles mitgenommen: vom Toilettenpapier über Nachttischlampen (alle namentlich beschriftet) bis hin zu Bier und Eierlikör: Heute Abend ist Party mit DJ, morgen großes Kaffeetrinken und Public Viewing aller Sondersendungen zum Thema.

11.37 Uhr: Am Christinenstift, einem der betroffenen Seniorenheime mitten in der Innenstadt, werden jetzt die Rollstuhlfahrer verladen. Auf nach Herne, in das leergezogene Seniorenheim St. Georg.

11.10 Uhr: Während die Patienten der Kliniken in Sicherheit gebracht werden, laufen auch die Vorbereitungen für eine mögliche Bombenentschärfung weiter. Die Einsatzkräfte stapeln in der Nähe der Verdachtspunkte Überseecontainer als "vorsorgliche Wirkungsdämpfungsmaßnahme", verbinden sie mit Spezialschrauben. Ein Dortmunder Gerüstbauer hilft.

10.33 Uhr: Gas aus, Strom aus, Mensch raus: Drei Zettel hängen an jeder Haustür in der Evakuierungszone.

10.20 Uhr: Auf dem Friedensplatz hat sich am Morgen ein eindrucksvolles Bild geboten: Rettungswagen – nach Dortmund geholt aus Bielefeld, Köln, dem Märkischen Kreis und anderen Städten – waren hier für die Transporte der Patienten geparkt, am Ende gut 100.

Bombe? Evakuierung? "Hab ich nicht gewusst", sagt eine Autofahrerin

10.07 Uhr: Das Klinikviertel wirkt schon wie ausgestorben, berichtet unsere Reporterin Annika Fischer. Die Straßen sind leer, nur vereinzelt laufen Menschen umher. Und dann ist da am Samstagmorgen aber auch noch die Autofahrerin mit Dortmunder Kennzeichen, die völlig baff ist, dass Straßen gesperrt sind. Ja, Mensch, Bombenevakuierung! – "Hab ich nicht gewusst", sagt sie.

9.55 Uhr: Die Evakuierung laufe "wie am Schnürchen", teilt das Klinikum Dortmund erfreut mit. Alle Kinder, die in Sicherheit gebracht werden mussten, sind bereits weg und versorgt.

Stadt Dortmund muss 15 Autos rund ums Johannes-Hospital abschleppen

9.15 Uhr: 15 Autos hat das Ordnungsamt im Bereich rund um das Johannes-Hospital abschleppen lassen, nun sei die Zone fristgerecht autofrei, meldet die Stadt via Twitter.

8.10 Uhr: Die Städtischen Kliniken werden nicht komplett leergezogen. Einige Dutzend Patienten werden auch innerhalb des Gebäudes in sichere Bereiche verlegt, berichtet das Klinikum Dortmund. Die Evakuierungsaktion ist dennoch eine logistische Herausforderung.

08.02 Uhr: Schon heute bringen die betroffenen Kliniken ihre Patienten in Sicherheit. St. Johannes-Hospital und Städtische Kliniken müssen rund 130 Patienten in andere Krankenhäuser bringen, hinzu kommen 45 Patiententransporte aus den Kinderkliniken.

Halteverbote und Planungen: Die Lage in Dortmund am Freitag 

11 Uhr: Schon ab Freitagnachmittag gelten im Klinikviertel auf etlichen Straßen Halteverbote und auch die Verkehrsführung wurde rund um die Kliniken geändert. Diese Straßen sind ab 16 Uhr am Freitag bis einschließlich Montag für den normalen Verkehr gesperrt:

  • Beurhausstraße auf der gesamten Länge
  • Alexanderstraße auf der gesamten Länge
  • Humboldtstraße von der Beurhausstraße bis Lange Straße
  • Josephstraße von Hiltropwall bis Humboldtstraße
  • Amalienstraße von Wilhelmstraße bis Langestraße
  • Wilhelmstraße von Beurhausstraße bis Humboldtstraße
  • Johannestraße von Hiltropwall bis Beurhausstraße

7 Uhr: Von der Evakuierung betroffene Anwohner können am Sonntag Angebote der Sport- und Freizeitbetriebe Dortmund wahrnehmen und bei freiem Eintritt im Dortmunder Zoo (von 9 bis 16.30 Uhr), im Südbad (von 8 bis 12 Uhr), im Westfalenpark (von 10 bis 17 Uhr) oder in den Pflanzenschauhäusern im Botanischen Garten des Rombergparks (10 bis 16.30 Uhr) Zeit verbringen. Mitbringen müssen sie nur einen gültigen Personalausweis.

Bomben-Verdacht und Evakuierung des Dortmunder Klinikviertels – der Donnerstag: 

Bomben-Verdacht in Dortmund: Diese Straßen sind betroffen

15.00 Uhr: Nicht jeder hat Freunde oder Verwandte, bei denen er während der Evakuierung unterkommen kann. Einige Senioren aus dem Evakuierungsgebiet werden in einem vor Kurzem leergezogenen Gebäude in Herne untergebracht. Für die dortigen Anwohner bedeutet das: weniger Parkplätze.

14.25 Uhr: Die Vorbereitungen für die Entschärfung sind für Autofahrer in Dortmund schon ab Freitagmorgen zu spüren: Weil einer der Verdachtspunkte unter dem Wall liegt, wird um 6 Uhr wird an der Kreuzung Rheinische Straße und Hoher Wall die außenliegende Fahrtrichtung zwischen dem Kreuzungsbereich und der Frankenstraße gesperrt. Das teilt die Stadt Dortmund mit - und liefert auch eine Umleitungsempfehlung:

Nach der Überprüfung (und möglicherweise nach der Entschärfung der Bombe) muss der Bereich wieder verfüllt und die Fahrbahn erneuert werden. Diese Arbeiten werden voraussichtlich bis zum Ende der 3. Kalenderwoche andauern, schätzt die Stadt Dortmund..

11.40 Uhr: Die Evakuierung von 14.000 Anwohnern ist auch für die Rettungskräfte eine riesige Herausforderung. Die Stadt Dortmund hat deshalb in umliegenden Städten um Hilfe gebeten - unter anderem in Gladbeck.

10.00 Uhr: Es sind nicht die ersten Blindgänger, die im Ruhrgebiet gefunden werden, und es werden auch nicht die letzten sein. Hier haben wir Hintergrund-Material für Sie zusammengestellt:

9.30 Uhr: Diese Karte der Stadt Dortmund zeigt das Gebiet, das von der Evakuierung betroffen ist:

Wer keine Möglichkeit hat, während der Evakuierung bei Verwandten oder Bekannten unter zu kommen oder keines der kostenfreien Freizeitangebote nutzen möchte, kann während der Evakuierung im Schulzentrum Scharnhorst am Mackenrothweg als Betreuungsstelle eingerichtet.

Aus dem Klinikviertel fahren Busse Anwohner zur Stadtbahn-Haltestelle Reinoldikirche, von dort geht es dann weiter mit der U-Bahn zur Betreuungsstelle. Das sind die Haltestellen der Sonderbusse:

  • Lange Straße/Möllerstraße
  • Kampstraße/Wallstraße
  • Hiltropwall/Luisenstraße
  • Hohe Straße/Gutenbergstraße
  • Lindemannstraße/Neuer Graben

9.00 Uhr: Der Plan für die Evakuierung von 14.000 Anwohnern in Dortmund steht bereits: Die Anwohner wurden bereits in den vergangenen Tagen vom Ordnungsamt darüber informiert, dass sie ihre Wohnungen verlassen sollen. Die Stadt appelliert an die Bewohner sich auch gegebenfalls auf eine Nacht außerhalb der eigenen Wohnung einzurichten, wenn die Entschärfung länger dauern sollte. Das heißt: Sie sollten notwendige Medikamente, Baby- und Spezialnahrung oder Dinge des besonderen Bedarfs mitnehmen.

Vor dem Verlassen der Wohnung auch alle elektrischen Geräte wie Herd, Kaffeemaschine, Waschmaschine etc. ausgeschaltet, alle Wasserhähne abgedreht und sämtliche Fenster sowie die Haus-/Wohnungstür geschlossen sein.

Auch Haustiere müssen ausreichend versorgt sein oder mitgenommen werden. In die Evakuierungsstelle in der Gesamtschule Scharnhorst dürfen ausschließlich Kleintiere (Hunde & Katzen - keine Reptilien, keine Spinnen etc.) mitgebracht werden.

(AFi/kafi/mawo/red)

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