Eichlinghofen

Stadt kauft Bürgern Gehweg ab

Die Stadt Dortmund kauft kleine Grundstücke (hier: ca. 3 qm) von Hausbesitzern auf, deren Grundstück noch bis auf den Bürgersteig ragt. Foto: Franz Luthe

Foto: WR/Franz Luthe

Die Stadt Dortmund kauft kleine Grundstücke (hier: ca. 3 qm) von Hausbesitzern auf, deren Grundstück noch bis auf den Bürgersteig ragt. Foto: Franz Luthe

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Eichlinghofen. Das Stückchen Bürgersteig ist gerade einmal drei Quadratmeter groß und in Privatbesitz. Nicht der Stadt gehört dieses Mini-Grundstück, sondern dem Anrainer mit seinem gepflegten Vorgarten dahinter. Theoretisch könnte der jetzt einen Zaun um dieses Eckchen mitten auf dem Gehweg ziehen und ein Schild aufstellen „Privat – betreten verboten“. Damit so etwas nicht passieren kann, kauft die Stadt immer mal wieder Mini-Grundstücke auf. Wie zurzeit an der Baroper Straße in Eichlinghofen.

Preise auf einem Niveau

„Die Tiefbauverwaltung (...) hat im Rahmen einer Überprüfung der Eigentumsverhältnisse im Bereich der Baroper Straße (...) festgestellt, dass Grundstücke bzw. Grundstücksteilflächen noch nicht im städtischen Eigentum stehen, obwohl sie bereits seit Jahrzehnten als asphaltierte Verkehrsfläche ausgebaut sind und von der Öffentlichkeit genutzt werden“, heißt es in dem Anschreiben, das den Immobilienbesitzern vom Liegenschaftsamt ins Haus flatterte. Sie sollen nun verkaufen – in Eichlinghofen zum Grundstückpreis von 35 Euro pro Quadratmeter.

Die Stadt ist als Träger der Straßenbaulast rechtlich verpflichtet, diese Stückchen zu erwerben damit „diese Flächen einer öffentlichen Nutzung als Verkehrsfläche (...) nicht mehr entzogen werden können“, steht als Begründung in dem Anschreiben.

Viele Betroffene wissen noch gar nicht mal, dass ihnen neben Haus und Garten auch ein Stück Gehweg gehört. Diese kleinen Grundstücke außerhalb des Areals waren früher vielleicht Bestandteil von Gebäuden, die eine Außentreppe direkt zur Straße oder einen vorgelagerten Kohlenschacht besaßen, vermutet Stadt-Pressesprecher Michael Meinders. Und so fiel auch die Besitzerin des Bürgersteiges an der Baroper Straße 405 a aus allen Wolken, als sie dieses Angebot erhielt. 105 Euro will die Stadt für die drei Quadratmeter Asphalt zahlen – einen Bruchteil des ehemaligen Grundstücks-Kaufpreises. Ein Bürgersteig oder eine Fahrbahn sind eben weniger wert als Bauland – so sehen es die Gutachter, weiß Meinders: „Alle Kaufangebote in diesem Bereich bewegen sich auf gleichem Niveau“.

98 Prozent der Mini-Grundstücksbesitzer stimmen denn auch einem Verkauf zu diesen Preisen zu. Denn wer sich weigert, sein Stückchen herzugeben, dem droht die Enteignung „auf der Grundlage eines rechtmäßigen Bebauungsplanes“, sagt Meinders. „Das öffentliche Interesse wiegt in diesem Fall schwerer als das private“.

Fußgänger sollen den Bürgersteig benutzen können, ohne Slalom um eingezäunte Mini-Privatgrundstücke laufen zu müssen. Eine Situation, die zum Glück jedoch so noch nicht eingetreten ist.

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