Nur vier Minuten für den Muezzin

Hörde. "Nach einer langjährigen Planungsphase gelingt endlich das, worauf viele Bürgerinnen und Bürger gewartet haben: Im Sommer 2009 beginnt der Bau des muslimischen Gemeindzentrums am Grimmelsiepen in Hörde." Wer immer auch diese Sätze auf ...

... www.nachbarschaft-dortmund.de veröffentlicht hat, Zuversicht und Hoffnung klingen deutlich heraus.

Seit mehr als 20 Jahren gibt es den Türkisch-Islamischen Kulturverein in Hörde. Er gilt als verlässlicher und vertrauenswürdiger Gesprächspartner für die christliche Kirche und die Politik. Und die fällt morgen im Rat den Beschluss, das Wohnprojekt auf den Weg zu bringen. Die Planungen für den Grimmelsiepen (3,5 ha) sehen eine bebaute Fläche von 5 298 Quadratmetern vor. Das Gemeindezentrum mit Moschee hat eine Nutzfläche von insgesamt 650 qm, die Grundfläche beträgt 1 250 qm. Das Gemeindezentrum ist für 350 Gläubige ausgelegt. Immer freitags, und nur an dem Tag, ruft der Muezzin für vier Minuten vom Minarett zum Gebet.

Auf dem Gelände sind außerdem 56 Wohneinheiten in Reihen- und Doppelhausvarianten vorgesehen. Die Wohnflächen liegen zwischen 102 und 148 qm. Die Grundstücksgrößen variieren zwischen 242 und 441 qm. Vom Betreuten Wohnen haben sich die Planer schon vor Jahren verabschiedet. Die Baukosten werden mit 13,1 Millionen Euro beziffert.

Der Türkisch-Islamische Kulturverein wähnt sich am Ziel: "Endlich werden angemessene Räumlichkeiten für das Gebet, die Sozial- und Jugendarbeit sowie für Frauen- und Seniorenarbeit zur Verfügung stehen", heißt es. Die Muslime wollen sich nicht isolieren und unter sich bleiben. Ausdrücklich wird betont, dass das Gemeindezentrum allen Hörder Bürgerinnen und Bürgern offensteht. "Es wird ein Ort sein, an dem sich Muslime, Christen, Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Hintergründen begegnen."

In der Eigenheimsiedlung sollen in Zukunft Menschen leben, die jetzt bereits in Hörde zu Hause sind. Menschen verschiedener Herkunft und Religion sollen dieser Siedlung ein internationales, friedliches Gesicht geben. Eine neue Vereinbarung zwischen Bauherrn und Stadt befreit den Türkisch-Islamischen Kulturverein von dem Druck, die Baugründstücke selbst zu erschließen und zu vermarkten. Das übernimmt die Kommune. "Wir kümmern uns nur um das Gemeindezentrum", sagt Architekt Isa Karatas. Und um den guten nachbarschaftlichen Dialog.

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