Anwohnerinitiative bekommt Schützenhilfe

Elektrosmog: Umweltamt dringt auf Stellungnahme von RWE

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Hombruch. Die „Anwohnerinitiative gegen die Gefahren der Hochspannungsleitung im Wohngebiet Do-Süd" fordert konkrete Informationen vom Betreiber RWE. Und sie drängt auf Veränderungen – jetzt auch bei einer Diskussion mit Umweltamtsleiter Wilhelm Grote.

Die Anlieger sind sich sicher, dass die Hochspannungstrasse über Kirchhörde, Lücklemberg und Wellinghofen gesundheitliche Beeinträchtigungen auslöst – aufgrund elektro-magnetischer Wechselfelder. Die Rede ist von Schlafstörungen, Nerven- und Krebserkrankungen. Derzeit sind die Anwohner dabei, die aus ihrer Sicht vor Ort auffällig häufigen Fälle zu dokumentieren.

Sie verweisen darauf, dass die Hochspannungsleitung mitunter nur einige Meter von der Wohnbebauung entfernt sei. Und sie haben Messungen durchgeführt. Ergebnis: In fast allen Fällen liege die Emission der Leitung über 0,2 beziehungsweise 0,4 Mikrotesla. Diese Werte würden in der „internationalen Diskussion" als Grenzwerte angeführt, ab denen mit erhöhten Gesundheitsrisiken gerechnet werden müsse. In der Bundesrepublik gelte derweil ein Grenzwert von 100 Mikrotesla.

Allerdings, so die Anwohnerinitiative, sei etwa das Erdkabelgesetz der Landesregierung Niedersachen (2007) Beleg dafür, dass dort Hochspannungstrassen in Wohngebieten als Risiko eingestuft würden. Schließlich gehe das Gesetz von einem Sicherheitsabstand von 200 bis 400 Metern aus. „Wir haben das Recht, uns darauf zu beziehen", betont Reinhard Wegener, neben Thomas Guth Sprecher der Anwohner. Daher sei man Ende Januar schriftlich an den Leitungsbetreiber RWE herangetreten (wie berichtet) – mit Fragen etwa zum Status der Trasse und zu Möglichkeiten einer Risikominimierung. Doch bisher habe sich „RWE darauf überhaupt nicht gemeldet", so Wegener.

Und mit Blick auf diesen Punkt sagte Umweltamtsleiter Dr. Wilhelm Grote Unterstützung zu: Er wolle gegenüber RWE auf eine Stellungnahme dringen. Aber: „Die Stadt ist nicht der richtige Ansprechpartner." Denn mit Blick auf die Umweltverträglichkeit von Hochspannungstrassen und Festsetzung von Grenzwerten säßen die „Entscheidungsträger" anderswo - nämlich in Arnsberg, Düsseldorf und Berlin. An die wollen sich die Anwohner nun wenden.

Die „Anwohnerinitiative gegen die Gefahren der Hochspannungsleitung im Wohngebiet Do-Süd" triffts sich am 24. März um 19 Uhr erneut in der Jugendfreizeitstätte Hombruch, Kieferstraße 32. Diesmal soll ein Umweltmediziner als Referent zu der Informationsveranstaltung eingeladen werden.

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