Schüruferstraße

Baustelle erhitzt weiter die Gemüter

Ab der Rodenbergstraße geht es seit dem 11. September auf der Schüruferstraße nur noch in eine Richtung.

Ab der Rodenbergstraße geht es seit dem 11. September auf der Schüruferstraße nur noch in eine Richtung.

Foto: Jörg Bauerfeld

Aplerbeck.  Die Baustelle auf der Schüruferstraße und die damit verbundenen Einbahnstraßenregelung erhitzt auch weiter die Gemüter im Dortmunder Süden. Auch in der Sitzung der Bezirksvertretung ging es am Dienstag hoch her.

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Dabei war das Thema Schüruferstraße eigentlich überhaupt nicht für die Sitzung vorgesehen. Per Dringlichkeit wurde sie dann doch noch kurzfristig auf die Tagesordnung gehievt - inklusive Berichterstattung von Mitarbeitern des des Tiefbauamtes der Stadt Dortmund.

Einbahnstraße in Richtung Hörde

Die Gründe für die Aufnahme der Großbaustelle auf die Themenliste sind, so Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel, "die teilweise chaotischen Zustände dort." Auf den rund zwei Kilometern zwischen Rodenbergstraße und dem Anschluss an die B236 ist die Schüruferstraße nämlich seit dem 11. September in Richtung Hörde eine Einbahnstraße. Entlang der Strecke stehen viele Halteverbotsschilder, die die Anwohner zur Verzweiflung bringen.

Und Einnahmeverluste bedeuten für die Geschäftsleute an der "neuen" Einbahnstraße, die zunächst bis April 2018 bestehen bleibt. Beginnen sollen die folgenden Kanalbauarbeiten an der Schüruferstraße Ende 2018. Wie die Verkehrsregelung dann sein wird, ist noch nicht klar. Eine Vollsperrung scheint aber möglich. Klar sind aber die Lockerungen, die kurzfristig an der bestehenden Baustelle greifen.

So wird das Halteverbot im gesamten Baustellenbereich teilweise aufgehoben. Außerdem soll geprüft werden, ob eine Zufahrt zur Adelenstraße aus Richtung Hörde wieder in Betracht kommt - oder eine Zufahrt über die Hosbachstraße, oder, oder... Für die Geschäftsleute an der Schüruferstraße sind diese "Erleichterungen" nicht der Rede wert.

"Einnahmerückgang von rund 50 Prozent"

Bei ihnen geht es um die Existenz. Sie leben vom Durchgangsverkehr, der jetzt nur noch in eine Richtung fließt. Falls diese (oder andere) Regelungen wirklich zwei Jahre dauern sollte, sieht es finster aus. Nach den Donetz-Arbeiten, die bis April 2018 gehen sollen, folgt der Kanalbau. "Wir haben in der ersten Woche der Sperrung schon einen Einnahmerückgang von rund 50 Prozent", sagt Sarah Mühlenbäumer. Die hat mit ihrem Mann im Oktober 2016 die ehemalige Bäckerei Musebrink an der Einmündung zur Erlenbachstraße wiedereröffnet. "Für uns Händler ist die Einbahnstraßenreglung eine Katastrophe", sagt Sarah Mühlenbäumer. "Die Laufkundschaft bricht weg." Wie es weitergeht, sei schwer zu sagen. "Es hängen vier Arbeitsplätze an dem Laden."

In die gleiche Kerbe schlägt Uwe Kohlmann. Der leitet seit 2011 die Avex-Tankstelle in der Nachbarschaft - und findet deutliche Worte. "Uns fehlt der ganze Feierabendverkehr aus Richtung Hörde", sagt Kohlmann. Ein Witz sei es, so eine Regelung durchzudrücken. Zudem auf der Baustelle auch kaum jemand zu sehen sei, "das regt mich erst richtig auf. In Dortmund wird jede Schraube einzeln begraben. So lange dauern die Baustellen auch." Dabei lief es gut bei der Tankstelle, die Kundschaft wurde immer mehr - jetzt ist erst einmal Schluss. Genaue Zahlen kennt er noch nicht, aber es seien um die 60 Prozent Umsatzverlust.

"Informiert wurden wir erst zwei Tage vor Baustellenbeginn", sagt Kohlmann. "Das ist doch ein Witz, so kann man nicht planen. Wir haben Waren bestellt, davon können wir jetzt was wegschmeißen." Auch hier geht es um Arbeitsplätze - sieben an der Zahl.

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