Betriebsrat gekündigt

Streit zwischen Burger King und Gewerkschaft in Dortmund

Er vertritt die Interessen der Fastfood-Kette: der Hamburger Rechtsanwalt Helmut Naujoks.

Er vertritt die Interessen der Fastfood-Kette: der Hamburger Rechtsanwalt Helmut Naujoks.

Foto: Dieter Menne

Dortmund.  Weiter dicke Luft bei Burger King in Dortmund-Kley: Die Geschäftsleitung beharrt darauf, den Vorsitzenden des Betriebsrates der Filiale fristlos zu entlassen. Ein erster Gütetermin vor dem Arbeitsgericht war am Freitag bereits nach wenigen Minuten geplatzt. Verantwortlich: ein trickreicher Anwalt.

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Der Grund für das Scheitern aus formaler Natur: Der Rechtsanwalt des Betriebsrates konnte keine Vollmacht vorlegen. Diese hatte der Burger-King-Anwalt Helmut Naujoks eingefordert. Ein Mann, den Spiegel-Online schon mal mit dem Titel "Betriebsrätefresser" vorgestellt hat.

Seit Monaten herrscht bei der Fastfood-Kette ein heftiges Hauen und Stechen. Deutschlandweit sollen mehr als ein Dutzend Prozesse anhängig sein, mit denen Betriebsräte aus ihrem Amt und aus der Firma entfernt werden sollen. Dem Vorsitzenden der Filiale in Kley wird vorgeworfen, eine Krankschreibung nur vorgetäuscht zu haben. Damit habe der Mann das Vertrauen des Arbeitgebers verspielt.

Während die Gewerkschaft NGG (Nahrung Genuss Gaststätten) die Vorwürfe für fadenscheinig und aus der Luft gegriffen hält, setzte der Hamburger Rechtsanwalt Naujoks am Freitag auf Seiten der Burger-King-Geschäftsleitung noch einen drauf: "Wir haben den Verdacht, dass sich die NGG mit McDonalds zusammen getan hat, um einem ungeliebten Mitbewerber massiv zu schaden", polterte der Arbeitsrechtler.

Der Gewerkschaft warf er eine "beispiellose Hetzjagd und eine Verleumdungskampagne" vor. "Hier passiert wirklich Unglaubliches. Das, was die NGG hier macht, ist einfach nicht mehr nachvollziehbar."

Inhaltlich soll in dem Prozess nun am 9. Oktober weiter verhandelt werden. Dann soll auch ein Beschluss des Betriebsrates vorliegen, den gewünschten Rechtsanwalt auch tatsächlich beauftragt zu haben.

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