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Sportwelt-Chefs befürchten Schließungen der Dortmunder Bäder

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Das Freibad Hardenberg wird von der Sportwelt Dortmund betrieben. (Archiv)

Das Freibad Hardenberg wird von der Sportwelt Dortmund betrieben. (Archiv)

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Dortmund.  Nach dem Eklat um den Badbetreiber Sportwelt Dortmund bleiben offene Frage. Die Geschäftsführer sehen Handlungsbedarf und fürchten Schließungen.

Am vergangenen Freitag (29. Juli) sorgte eine abgebrochene Sitzung des Sportwelt-Beirats für Aufsehen. Nach andauernden Wortgefechten zwischen Vertretern des Badbetreibers Sportwelt sowie der städtischen Sport- und Freizeitbetriebe reichte es dem Beirats-Chef Torsten Heymann (SPD): Er beendete das Treffen. Die Ruhr Nachrichten hatten zunächst berichtet.

Die Sportwelt Dortmund ist für mehrere Hallen- und Freibäder verantwortlich. Als gemeinnützige GmbH (gGmbH) kann das Unternehmen die Anlagen günstiger betreiben als die Stadt, die im Gegenzug Zuschüsse überweist. Getragen wird die Sportwelt von drei Gesellschaftern, darunter das gemeinnützige Bildungsinstitut „Grüne Schule“.

Verweigerte Unterschrift sorgt für Eklat bei abgebrochener Sitzung

Zum Eklat am Freitag kam es, weil einer der drei Gesellschafter die Unterschrift für eine neue und hauptamtliche Sportwelt-Geschäftsführerin verweigerte. Der Beirat hatte die Anstellung noch ausdrücklich empfohlen. Laut Ruhr Nachrichten handelt es sich dabei um die „Grüne Schule“ in Person von Rolf Makowka, die sich nicht überzeugen ließ.

Makowka übernimmt eine Doppelfunktion, nebenamtlich ist er mit Jörg Husemann auch Geschäftsführer der Sportwelt. Auf Anfrage unserer Redaktion wollte sich der Bäder-Chef öffentlich nicht zu derartigen Themen äußern. „In einer solchen Situation sollte man direkt miteinander reden“, sagte Makowka.

Dortmunder Sportverein als möglicher Sportwelt-Teilhaber in Gesprächen

Auch die Stadt Dortmund machte keine Angaben zu den Hintergründen des Sitzungsabbruchs. Im Sinne einer weiterhin notwendigen Kommunikation der Beteiligten untereinander müsse dringend eine nach vorne gerichtete Gesprächsbasis geschaffen werden, erklärte eine Sprecherin. Mit Blick darauf werde man sich „an dieser Stelle nicht an dem öffentlich ausgetragenen Disput beteiligen“.

Die abgebrochene Sitzung zeigt jedoch erste Auswirkungen. Mitglieder des Beirats haben vorerst hingeschmissen, darunter zwei Bürgermeisterinnen der Stadt. Das Gremium sollte eigentlich das Verhältnis zwischen der Sportwelt und den Sport- und Freizeitbetrieben beruhigen. Schon in der Vergangenheit kam es zu Streitigkeiten.

Offen bleibt, wie es mit der Geschäftsführung weitergeht. Sofern nicht alle Gesellschafter zustimmen, kann die favorisierte Kandidatin nicht angestellt werden. Nach Informationen der Ruhr Nachrichten soll es im Hintergrund zudem Gespräche mit einem Dortmunder Sportverein geben, der als Sportwelt-Teilhaber zu einem Neustart verhelfen könnte.

Brennstoffe für Bäder: Sportwelt-Chef befürchtet weitreichende Konsequenzen

Es sind angespannte Zeiten für die Dortmunder Bäder. In seiner Rolle als Geschäftsführer war Rolf Makowka bereit, über andere brennende Themen zu sprechen. Aus seiner Sicht seien dies Fragen rundum angepasste Personallöhne und die steigenden Energiekosten.

„Wenn wir überhaupt noch die Chance haben wollen, diese Bäder im Winter zu beheizen, müssen wir handeln,“ betonte Makowka. Es gehe um Alternativen zum Gas, mit dem fast alle Dortmunder Bäder beheizt werden. Eine der „wenigen und sehr guten Chancen“ sieht er dabei in sogenannten Holzhackschnitzeln.

Risiko von langfristigen Schäden bei älteren Bädern

Das Heizen mit Erdwärme und Wärmepumpen sei kurzfristig nicht machbar und wirtschaftlich unsinnig. Mit den Holzschnitzeln hätte man hingegen einen der preiswerteren Brennstoffe, so der Sportwelt-Chef.

Wird nicht rechtzeitig gehandelt, befürchtet er weitreichende Konsequenzen: „Dann werden die Bäder irgendwann zu gemacht und bleiben auch zu.“ Eine weitere Befürchtung sei, dass Anlagen nie wieder öffnen könnten. Ein Risiko für langfristige Schäden sieht Makowka bei älteren Bädern, wenn diese auf Dauer geschlossen bleiben.

Auch Co-Geschäftsführer Jörg Husemann betont den Ernst der Lage: „Wir müssen uns aktuell um den Betrieb und den Erhalt der Bäder aktiv Sorgen machen.“ Sollte man nicht andere Brennstoffe finden, liege die Vermutung nahe, dass die Anlagen im Herbst schließen müssen.

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