Ostenhellweg

Spielwarengeschäft Lütgenau schließt nach 75 Jahren

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Kein Nachfolger und zu starke Konkurrenz: Andreas Mehls schließt das Spielwarengeschäft Lütgenau nach 75 Jahren.

Kein Nachfolger und zu starke Konkurrenz: Andreas Mehls schließt das Spielwarengeschäft Lütgenau nach 75 Jahren.

Foto: Dieter Menne

Dortmund.  Eine Dortmunder Institution für Kinderträume verschwindet: Nach 75 Jahren schließt das Spielwarengeschäft Lütgenau am Ostenhellweg. Am Freitag startet der Ausverkauf. Der Grund für das Aus: ein übermächtiger Konkurrent.

Er habe sich intensiv um eine Nachfolgeregelung bemüht, sagt Inhaber Andreas Mehls. "Ohne Erfolg", sagt der 71-Jährige. Etwaige Nachfolger würden schlicht keine wirtschaftliche Perspektive mehr sehen.Der Internethandel würden dem Spielwareneinzelhandel das Wasser abgraben.
"Beratung und Service werden beim qualifizierten Handel angefragt, doch die Umsätze fließen in andere Kanäle", stellt Mehls nicht ohne Bitterkeit fest. Hinzu komme, dass der Anteil von Kindern an der Gesamtbevölkerung immer mehr abnehme.
"Als ich vor 40 Jahren im Familienbetrieb anfing, gab es in Dortmund noch mehr als doppelt so viele Kinder im Spielalter wie heute", sagt Mehls, "und die hatten damals weniger Ablenkung und damit mehr Zeit und Muße zum Spielen".
Thier-Galerie kein Grund
Die Eröffnung der Thier-Galerie sei hingegen kein Grund für die Schließung, sagt der Lütgenau-Chef. Wie berichtet, hatte erst im Februar der Textilanbieter Olymp & Hades seine Filiale am Ostenhellweg aufgrund der starken Konkurrenz durch das neue Einkaufscenter geschlossen.Um das Spielwarengeschäft weiterzuführen, seien auch Investitionen und eine Restrukturierung notwendig gewesen, so Andreas Mehls. Aufgrund der erwähnten Rahmenbedingungen und auch seines Alters habe er sich darauf nicht mehr einlassen wollen.
Ende Juni ist Schluss
Ende Juni soll der Geschäftsbetrieb eingestellt werden. Eine Entscheidung, die bei den 18 Mitarbeitern verständlicherweise große Enttäuschung ausgelöst habe. "Einige befinden sich bereits im Rentenalter, andere aber müssen sich um eine neue Arbeitsstelle bemühen", bedauert Mehls.

Er hoffe, dass die hohe Qualifikation der Mitarbeiter ihnen bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz helfen werde.
Modellbahnshop bleibt

Für den Räumungsverkauf seien alle Vorbereitungen getroffen, 40.000 Artikel stehen zur Auswahl. Über Verkauf oder Vermietung der Immobilie habe die Erbengemeinschaft noch nicht entschieden.

Der Modellbahnshop im gleichen Hause von Julian Buhrow werde fortgeführt. Aber Kinder werden sich bald nicht mehr ihre Nasen an den Schaufenstern von Lütgenau platt drücken.
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