Festnahme

Sex-Überfälle in Dortmund: DNA-Spur aus Rumänien führte zum Verdächtigen

Dortmund.  Ein junger Rumäne (24) soll drei Frauen in Dortmund überfallen und sexuell missbraucht oder genötigt haben. Der Mann sitzt nun in U-Haft.

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Die Dortmunder Polizei hat die Serie der Sexualdelikte offenbar aufgeklärt. Am Freitagmittag(24. August) ist in der Innenstadt ein 24-jähriger Rumäne als dringend Tatverdächtiger festgenommen worden. Bei seiner Ergreifung half auch Kommissar Zufall. Ein Kripo-Beamter, der nach beendeter Frühschicht auf dem Heimweg war, erkannte den mit Fahndungsfotos gesuchten Mann an einer U-Bahn-Station in der Stadtmitte.

24-Jähriger soll Frauen überfallen haben

Kurze Zeit später erfolgte seine Festnahme durch die Polizeikollegen. Der 24-Jährige leistete keinen Widerstand. Er soll in den vergangenen Tagen drei Frauen aus Dortmund überfallen und sexuell missbraucht bzw. genötigt haben.

Bei seiner Vernehmung gab der Verdächtige nur zu, sich in der Nähe der Frauen aufgehalten zu haben. Die sexuellen Übergriffe bestritt er und berief sich auf Erinnerungslücken und Drogenkonsum, so die Staatsanwaltschaft. Mittlerweile sitzt der mutmaßliche Serientäter in Untersuchungshaft.

Der Mann habe nicht gewusst, dass nach ihm gefahndet wurde, erklärte Kriminalhauptkommissarin Stefanie Joosten. Sie leitete die Sonderkommission "EK Park" bis zum Fahndungserfolg. "Wir haben sehr intensiv gearbeitet. Alle Kolleginnen und Kollegen waren daran interessiert, die Taten aufzuklären. Uns war es wichtig, für das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger alles zu tun", sagte Joosten während einer Pressekonferenz in Dortmund.

DNA-Spuren bei der rumänischen Polizei

DNA-Abgleiche mit Amtshilfe der rumänischen Polizeibehörden brachte die Sonderermittlungskommission schließlich auf die Fährte des 24-Jährigen. "Durch die sichergestellten Spuren konnten wir den Täter ermitteln", erklärte Henner Kruse, Sprecher der Dortmunder Staatsanwaltschaft. In einer Datenbank der deutschen Behörden war der Verdächtige nicht zu finden.

Anders in Rumänien. Dort ist er wegen Eigentumsdelikten mit seinen DNA-Spuren registriert. "Das DNA-Erkennungsmuster kam am Donnerstagnachmittag aus Rumänien. Danach konnten wir die Personalien zuordnen", berichtete Kruse. Besonderes Merkmal, so Stefanie Josten: "Der Mann hat ein auffälliges Tattoo."

Am Freitagmorgen lag dann auch das Lichtbild des Gesuchten aus Rumänien vor. Dieses Foto wurde direkt ins Intranet der Dortmunder Polizei gestellt. Dazu erfuhren die Beamten weitere Details über den Tatverdächtigen. "Wir haben alle Mitarbeiter flächendeckend versorgt. Bilder und Informationen zum Täter lagen vor, sodass das Sichten des Täters durch einen in der Freizeit befindlichen Kollegen sehr positiv war", lobte Polizeipräsident Gregor Lange die hausinterne Vernetzung.

Kommissar Zufall hilft bei Festnahme

Deshalb konnte der mutmaßliche Täter bereits am Freitagmittag gefasst werden. Mit Hilfe von Kommissar Zufall. Nach dem Hinweis des Kripo-Beamten nahmen mehrere Streifenpolizisten den gesuchten Rumänen um 12.39 Uhr an einer U-Bahn-Haltestelle fest. Gregor Lange: "Zwei Minuten nach der Festnahme bekam ich einen Anruf, dass es zu hundert Prozent der gesuchte Verdächtige ist." Die für Freitag geplante Öffentlichkeitsfahndung war nicht mehr notwendig. Der Fall ist für die Polizei abgeschlossen. Sie übergibt ihn nun an die Justiz.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Tatverdächtigen eine besonders schwere Vergewaltigung, eine versuchte Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vor. Dabei waren Frauen im Alter von 49 bis 60 Jahren an drei unterschiedlichen Orten in Dortmund zwischen dem 13. und 18. August überfallen worden. Ein Richter erließ am Freitag Haftbefehl. Der Festgenommene habe eine Speichelprobe abgegeben, sodass weitere DNA-Untersuchungen noch erfolgen müssen.

Bei einer Verurteilung vor Gericht droht dem 24-Jährigen angesichts der ihm vorgeworfenen Taten eine langjährige Haftstrafe. Staatsanwaltschaftssprecher Kruse schließt auch eine spätere Sicherheitsverwahrung wegen der "fiesen sexuellen Übergriffe" nicht aus.

Rumäne hat keinen festen Wohnsitz

Der Tatverdächtige habe in Dortmund keinen festen Wohnsitz. EK-Leiterin Stefanie Joosten: "Es gab mehrere Schlaflager in der Stadt. Er war nie so ganz greifbar." Mit Reiningsarbeiten habe sich der Mann angeblich den Lebensunterhalt verdient. Geldflüsse von einer rumänischen Firma könnten das belegen, so die Staatsanwaltschaft.

Angesichts des Fahndungserfolges bezeichnete Polizeipräsident Gregor Lange die internationale Zusammenarbeit mit den rumänischen Behörden als vorbildlich. Auch die zahlreichen Zeugenhinweise nach der Veröffentlichung eines Phantombildes hätten zur Aufklärung beigetragen. Lange: "Ich möchte mich bei den vielen hinweisgebenden Bürgerinnen und Bürgern bedanken. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Vertrauen in die Polizei Dortmund."

Polizeipräsident lobt Engagement

Mit Blick auf die nun erleichterte Bevölkerung stellte der Polizeipräsident fest: "Das Sicherheitsgefühl in der Stadt war deutlich beeinträchtigt. Daher haben wir frühzeitige und intensive Maßnahmen getroffen, bereits nach der ersten Tat. Wir haben mit großem Engagement gearbeitet."

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