Notfall

Schwangere in Rettungsgasse gestoppt und gegen Auto uriniert

Die Rettungsgasse war frei – aber die hochschwangere Dortmunderin kam trotzden nicht weiter (Archivbild).

Die Rettungsgasse war frei – aber die hochschwangere Dortmunderin kam trotzden nicht weiter (Archivbild).

Foto: Peter Steffen / dpa

Dortmund.   Notfall ohne Blaulicht: Als im Stau auf der Dortmunder B236 die Wehen einsetzten, fuhr ein Paar durch die Rettungsgasse – kam aber nicht weit.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

"Ein Lob an alle, die die Rettungsgasse einhalten und vertreten – aber so nicht!" Damit leitet die Dortmunder Polizei eine Pressemitteilung zu einem Vorfall von Samstagabend ein.

Was war passiert? Ein Dortmunder (35) wollte seine hochschwangere Frau (36) auf schnellstem Weg zum Klinikum Nord fahren – die Wehen hatten eingesetzt. Aber gegen 23.30 Uhr geriet das Paar auf der B 236 (unerwartet für die späte Uhrzeit) in einen dicken Stau hinter einem Unfall.

Polizei gab telefonisch die Rettungsgasse frei

Voller Sorge wählten die beiden die 110, heißt es weiter. Der Polizist in der Leitstelle gaben dem Ehepaar grünes Licht: Sie sollten durch die Rettungsgasse fahren, die zum Glück frei war. Die Polizei blieb während der Fahrt am Telefon und beruhigte das Paar.

Aber nach dem ersten Aufatmen blieb den Dortmundern bald die Luft weg: Kurz vor der Ausfahrt zum Borsigplatz sprang ein Mann aus seinem Auto und blockierte die Rettungsgasse – das Paar in Not musste anhalten.

Mit Schimpfwörtern und Drohgebärden verteidigte der Fremde die Rettungsgasse. Scheinbar wollte er nicht, dass das Paar sie nutzt – obwohl die Polizei sie telefonisch freigegeben hatte. Aber das Paar schloss sich im Auto ein und stieg nicht aus, um die Lage zu erklären: Sie hatten Angst, der aggressive Mann könnte seine "Fäuste sprechen lassen".

Unbekannter erkannte Notlage der Schwangeren nicht

Dann setzte der Unbekannte noch einen drauf: Er verstellte nicht nur die Rettungsgasse, sondern trat heftig gegen die Stoßstange und urinierte gegen das Auto der werdende Eltern. Unberührt von den Hilferufen – insbesondere die der Schwangeren – blockierte der Fremde geschätzt zehn Minuten lang die freie Fahrt. Nun ermittelt die Polizei gegen ihn. Zu seiner Person gibt es Hinweise, sodass er der Kripo sicher bald mit Namen bekannt sein wird.

Ende vom Lied: Es war falscher Alarm. Jetzt wartet das Paar wieder zuhause auf die nächsten Wehen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (24) Kommentar schreiben