Revier-Derby

Schalke- und BVB-Anhänger bei Krawall in Dortmund bewaffnet

Dortmund.  Die Polizei hat nach einer Auseinandersetzung zwischen Dortmundern und Schalkern am Dortmunder Flughafen Waffen bei mehreren Beteiligten gefunden. Unter anderem beschlagnahmten die Beamten Teleskopstöcke, Baseballschläger und Pfefferspray.

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Nach der Auseinandersetzung am Dortmunder Flughafen hat die Polizei eine erste Rekonstruktion der Ereignisse erstellt. Vieles spreche dafür, dass Angehörige der Dortmunder Fußballszene in Erfahrung gebracht hatten, dass Gelsenkirchener Ultras befreundete Fans aus dem mazedonischen Skopje am Flughafen abholen wollten. Die Dortmunder wollten Gelsenkirchenern und den Gästen einen gewaltsamen Empfang bereiten.

Demnach hatten sich rund 30 Schalker Ultras in der Ankunftshalle des Dortmunder Flughafens aufgehalten, um eine Gruppe befreundeter Ultras aus Skopje abzuholen. Zwischen den beiden Gruppierungen besteht seit vielen Jahren eine Freundschaft. Laut Polizei verließen die insgesamt etwa 50 Ultras das Flughafengebäude.

Dortmunder warfen Steine

Vor dem Flughafen seien sie auf eine etwa 70-köpfige Personengruppe gestoßen, bei der es sich offenbar um Angehörige der Dortmunder Szene handelte. Aus der Gruppe seien die Schalker provoziert und mit Pfefferspray attackiert worden. Anschließend rannten die bislang Unbekannten vom Eingang des Flughafens in Richtung der Wickeder Chaussee und überkletterten den Zaun zur Straße hin. Von dort schmissen die Dortmunder Steine auf die Gruppe aus Gelsenkirchen und Skopje. Diese wiederum nahmen die Wurfgeschosse auf und warfen sie in Richtung der Dortmunder. Dann flüchtete die Schalker Gruppe mit ihren Gästen in rund 15 vor dem Flughafeneingang geparkten Autos.

Die von der Polizei eingesetzte Hundertschaft überprüfte in der Nähe des Flughafens 13 Pkw und die insgesamt 43 Insassen. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um 32 Schalker Ultras und elf Mazedonier.In den Fahrzeugen der Schalker wurden diverse Schlagwerkzeuge (Baseballschläger, Teleskopschlagstock) sowie Pfefferspray, Messer und Gebissschutz aufgefunden und beschlagnahmt. Die Polizei leitete Strafverfahren wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch und der gefährlichen Körperverletzung ein.

Stadionverbote beantragt

Sieben weitere von der Polizei kontrollierte Personen rechnet die Polizei zur Dortmunder Fußballszene. Die Polizei fand Lederhandschuhe, Sturmhauben, Halstücher und einen Teleskopschlagstock bei ihnen. Die Gegenstände wurden beschlagnahmt.

Die Polizei hat sich mit dem FC Schalke und Borussia Dortmund in Verbindung gesetzt und empfohlen, gegen die an der Schlägerei beteiligten Fans Stadionverbote zu verhängen.

Schon beim Hinspiel war es zu den größten Ausschreitungen der vergangenen Jahre gekommen. Allerdings hatte die Polizei damals die rivalisierenden Fans weitestgehend von einander getrennt. Die "Hugos", eine Schalker Ultra-Gruppe, war allerdings randalierend über die Lindemannstraße Richtung Stadion gelaufen. Die Ultras Gelsenkichrchen waren mit der S-Bahn zur Universität Dortmund gefahren und von dort aus ohne Zwischenfälle zum Stadion gelaufen. Am Stadion kam es zu Ausschreitungen, als die Schalker Sonderzugfahrer an der Gaststätte Flora vorbeigeführt wurden. Sie wurden mit Steinen und Bierbänken beworfen.

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