Sparkassen Chess-Meeting

Schach-König Wladimir Kramnik wollte in die Sauna

Wladimir Kramnik hat es geschafft. Der Russe gewinnt das Sparkassen Chess Meeting im Dortmunder Schauspielhaus zum 10. Mai. WR-Bild: Ralf Rottmann.

Wladimir Kramnik hat es geschafft. Der Russe gewinnt das Sparkassen Chess Meeting im Dortmunder Schauspielhaus zum 10. Mai. WR-Bild: Ralf Rottmann.

Foto: Ralf Rottmann

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Dortmund.Nach dem Remis gegen Anish Giri war Wladimir Kramnik am Ziel seiner Wünsche. Schon eine Runde vor dem Ende des Sparkassen Chess-Meetings hatte der Russe so viele Punkte gesammelt, dass er von keinem Gegner mehr eingeholt werden konnte.

Der dreifache Weltmeister verließ schnell das Schauspielhaus und wurde an diesem Tag nicht mehr gesehen. Ein Freund von ihm verriet später, dass der Figurenkünstler den Erfolg erst einmal still genießen und sich in der Sauna des Spielerhotels entspannen wollte. Kramniks letzte Partie gegen Hikaru Nakamura endete zwar mit einem unerwarteten Sieg des US-Großmeisters. Das änderte jedoch nichts mehr an seinem Erfolg.

Der Sieg des Schachkönigs von Dortmund ist in der Tat ein ganz besonderer. Zum 10. Mal hat Kramnik das stärkste Schachturnier auf deutschem Boden in seinem Revier gewonnen. Das ist eine Marke fürs Guinness-Buch der Rekorde. Mit 36 Jahren inzwischen Senior des Feldes, bewies der Russe auch diesmal seine Ausnahmestellung.

Seit 1995 konnte nur selten ein anderer Denksportler Kramnik in dessen Wohnzimmer das Wasser reichen. Selbst die ganz Großen der Zunft wie Kramniks Landsmann Garri Kasparow, der im spanischen Linares, dem Wimbledon des Schachs, achtmal gewann oder der amtierende Weltmeister Viswanathan Anand (Indien) mit fünf Erfolgen im holländischen Wijk aan Zee haben eine so grandiose Siegquote bei einem Superturnier nicht aufzuweisen.

Zweiter wurde der Vietnamese Le Quang Liem, der in Dortmund unbesiegt blieb und Kramnik in Runde 8 arg zugesetzt hatte. Der Vorjahressieger von Dortmund Ruslan Ponomarjow erlebte Licht und Schatten. Drei Siegen des Ukrainers standen auch drei nicht erwarteten Niederlagen gegenüber.

Für die positive Überraschung des Turniers sorgte Anish Giri (Niederlande). Der erst 17-jährige Großmeister teilte in diesem Klassefeld den dritten Rang, eine Platzierung, die vorher nicht zu erwarten war. Für Georg Meier war dieses Turnier eine wertvolle Erfahrung. Der Großmeister (Trier) spielte etliche gute Partien, konnte aber manchen Stellungsvorteil nicht nutzen. Es war das erste Kategorie-20-Turnier seiner Karriere.

Endstand: 1. Wladimir Kramnik (Russland) 7,0 Punkte, 2. Le Quang Liem (Vietnam) 5,5; 3.-4. Ruslan Ponomarjow (Ukraine); Anish Giri (Niederlande) je 5 0; 5. Hikaru Nakamura (USA) 4,5; 6. Georg Meier (Deutschland) 3,0.

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