Bandidos

Rocker treffen sich am 14. November in Dortmund

Foto: WR/Franz Luthe

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Dortmund. Die Krawalle zwischen Hells Angels und Bandidos vom Wochenende haben wohl auch Auswirkungen auf Dortmund. Für den 14. November plant die heimische Sektion der Bandidos eine große Feier - aber eine Absage wegen Sicherheitsbedenken stehe im Raum, heißt es aus Bandidos-Kreisen.

Die Gewaltaktionen zwischen Mitgliedern der Motorrad-Clubs Hells Angels und Bandidos in Teiles des Ruhrgebiets am vergangenen Wochenende haben auch Auswirkungen auf Dortmund.

Am 14. November plant die Dortmunder Sektion der Bandidos, das sogenannte Chapter „Iron City” zusammen mit der Gelsenkirchener Abteilung „Center”, die Zehn-Jahres-Feier von Bandidos Deutschland mitten in der Innenstadt. Die Feier soll in den Räumen des ehemaligen Jara im Brückstraßen-Viertel stattfinden.

Aufgrund der Vorkommnisse vom Wochenende in Duisburg, Essen und Solingen, wobei Schusswaffen und sogar eine Handgrante zum Einsatz kamen, steht die Veranstaltung jetzt jedoch in einem völlig neuen Licht. „Wir müssen jetzt die Situation neu bewerten, die Szene beobachten und die Entwicklung abwarten”, sagt Polizei-Sprecher Peter Schulz.

Polizei sieht keinen Anlass einzugreifen

Auch die Organisatoren machen sich ihre Gedanken. „Natürlich werden Vorkehrungen getroffen, um für die Sicherheit der Gäste zu sorgen”, sagte ein Mitglied der Bandidos zur WR. Er gehe jedoch nicht davon aus, dass bei dem Fest etwas passieren werde, denn auch Stadt und Polizei seien sehr um einen friedlichen Ablauf der Feierlichkeiten bemüht. Noch sei jedoch nicht klar, ob die Jubiläumsparty überhaupt steige. Die Möglichkeit einer Absage wegen der Sicherheitsbedenken stehe jedenfalls noch im Raum, heißt es aus Kreisen des Motorrad-Clubs.

Die Polizei sieht aber vorerst keinen Anlass, die Party zu verbieten. Es handele sich um eine Veranstaltung in geschlossenen Räumen, was im Gegensatz zum öffentlichen Raum nicht anmeldepflichtig sei. Deshalb gebe es auch keinen Grund einzuschreiten.

Zuletzt musste die Polizei mit einem Großaufgebot im Mai 2000 ein gewalttätiges Aufeinandertreffen der rivalisierenden Rocker-Banden in Dortmund verhindern. Die Hells Angels waren von der Band die „Böhsen Onkelz” an zwei Abenden als Security eingesetzt. Mit Drohgebärden fuhren die Bandidos auf ihren Maschinen am ersten Tag an der Westfalenhalle vorbei. Die Polizei befürchtete eine Auseinandersetzung der Motorrad-Clubs, da Dortmund als Hochburg der Bandidos gilt.

Westfalenhalle von SEK-Kräften bewacht

Aus dem ganzen Land wurden schnell schwer bewaffnete Spezialkräfte der Polizei (SEK) am zweiten Abend rund um die Westfalenhalle postiert. Es blieb friedlich. Die verfeindeten Gruppen trafen nicht aufeinander. Doch die Polizei nutzte die Gunst der Stunde und nahm die komplette Schar der Hells Angels fest, durchsuchte die Rocker. Doch die Ordnungshüter fanden bei ihnen keine Waffen – wie sie zuvor angenommen hatten.

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