Landgericht Dortmund

Schüler soll zu Mord an Muslimen oder Juden aufgerufen haben

Symbolbild. Vor dem Landgericht Dortmund beginnt an diesem Donnerstag ein gegen einen 15-jährigen mutmaßlichen Rechtsextremisten.

Symbolbild. Vor dem Landgericht Dortmund beginnt an diesem Donnerstag ein gegen einen 15-jährigen mutmaßlichen Rechtsextremisten.

Foto: Ina Fassbender / dpa

Dortmund/Recklinghausen.  In den sozialen Medien soll ein damals 14-Jähriger zu einem Attentat abgerufen haben. Wie er heute dazu steht, bleibt vorerst ungewiss.

15 Jahre alt ist der Angeklagte, fast noch ein Kind. Vor etwas mehr als einem Jahr soll er geplant haben, auf Moscheen und Synagogen Sprengstoffanschläge zu verüben. Vor der Dortmunder Jugendstrafkammer muss er sich seit Donnerstag wegen "Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat" verantworten.

Wie er heute dazu steht, bleibt vorerst ungewiss. Denn vor Gericht kommt es nur zur Verlesung der Anklage. Äußern soll der 15-Jährige sich erst am nächsten Verhandlungstag. Da er sich auf freiem Fuß befindet, ist anzunehmen, dass die Justiz keine aktuelle Wiederholungsgefahr sieht.

Im Dezember 2019, damals war er 14 und lebte im Kreis Recklinghausen, soll er voller Hass auf Ausländer beziehungsweise fremde Religionen gewesen sein. In den sozialen Medien soll er per Internet konkret einen anderen Menschen aufgefordert haben, ein Attentat zu begehen. Das genaue Ziel ließ er zwar offen, grenzte es aber doch ein: entweder eine Moschee oder eine Synagoge, Hauptsache Muslime oder Juden. Allerdings lehnte sein Gesprächspartner das brutale Ansinnen ab.

Angeklagter soll der rechten Szene den Rücken gekehrt haben

Zeitgleich soll der Angeklagte selbst geplant haben, sein Vorhaben durch einen Anschlag zu verwirklichen. Laut Anklage hatte er sich bereits Chemikalien besorgt, mit denen sich Sprengstoff herstellen ließ. Ziel sei auch da ein Attentat auf Angehörige muslimischen oder jüdischen Glaubens gewesen. Bevor aber eine wirkliche Gefahr entstanden wäre, griffen die Ermittlungsbehörden zu und nahmen ihn fest.

Mittlerweile soll er der rechten Szene den Rücken gekehrt haben. Er soll in einer Einrichtung in Westfalen leben und dort an einem Aussteigerprogramm für Rechte teilnehmen.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Dortmund

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben