Tuner und Poser

Carfreitag: Polizei Dortmund stoppt mehr als 200 Fahrzeuge

Lesedauer: 6 Minuten
Am "Carfreitag" hat die Polizei viele Fahrzeuge gestoppt und kontrolliert, etwa in Dortmund. (Symbolbild)

Am "Carfreitag" hat die Polizei viele Fahrzeuge gestoppt und kontrolliert, etwa in Dortmund. (Symbolbild)

Foto: Polizei Recklinghausen/dpa

Düsseldorf/Dortmund.  Am "Carfreitag" hat die Dortmunder Polizei etliche Geschwindigkeitsverstöße registriert und mehr als 200 Platzverweise ausgesprochen.

Bei verstärkten Verkehrskontrollen in Dortmund sind zahlreiche Autofahrer wegen Geschwindigkeitsverstößen angehalten worden. Am Freitagabend - dem sogenannten Car-Freitag - gab es einen Sondereinsatz der Polizei zur Überwachung der Tuner- und Raserszene. Dabei wurden laut Polizeiangaben am frühen Abend 143 Fahrzeuge überprüft und bis tief in die Nacht hinein weitere 244 Fahrzeuge gestoppt. Die Beamten sprachen rund 206 Platzverweise aus. Drei Fahrzeuge wurden dabei sichergestellt. Insgesamt wurden während des Einsatzes 147 Ordnungswidrigkeiten festgestellt und 70 Verwarngelder erhoben.

Schon in der Nacht vom Donnerstag auf den Karfreitag war es in Dortmund zu Ansammlungen der Tuningszene gekommen. Die Polizei zählte dabei bis zu 400 Fahrzeuge auf dem Wall, kontrollierte 150 Autos und sprach 135 Platzverweise aus.

Bei einem groß angelegten Einsatz in Duisburg erwischten die Beamten in der Stadt nach eigenen Angaben 108 Fahrerinnen und Fahrer, die zu schnell unterwegs waren. Der traurige Spitzenreiter fuhr auf der Autobahn mit über 160 km/h mehr als doppelt so schnell als erlaubt. Innerorts beschleunigte ein Fahrer seinen Pkw auf 116 km/h. Erlaubt waren an dieser Stelle 50 km/h.

Mehr zum "Carfreitag" aus unseren Lokalredaktionen

In Wattenscheid herrscht wieder Stille zum "Car-Freitag"

EN: Viele Raser, aber Autotuner-Szene an Car-Freitag ruhig

Bei den Kontrollen gingen den Beamten auch zwei Fahrer ins Netz, die berauschende Mittel genommen hatten. Einer stand unter Drogen- und der andere unter Alkoholeinfluss. Im Interesse aller ahndeten die Ordnungshüter auch Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung. Das war immer dann der Fall, wenn beispielsweise Menschen aus drei Haushalten in einem Auto saßen.

Carfreitag in NRW: Kontrollen auch in Bielefeld

Auch in Bielefeld sind zahlreiche Autofahrer wegen Geschwindigkeitsverstößen angehalten worden. Am Karfreitagabend gab es einen Sondereinsatz der Polizei zur Überwachung der Tuner- und Raserszene. Dabei wurden laut Polizeiangaben in der Stadt 164 Geschwindigkeitsverstöße gemessen und weitere 314 Verstöße auf den Autobahnen. In der Innenstadt kam es durch „Poser“ mit PS-starken Autos zu Ruhestörungen. Der Polizei fielen mehrere technisch veränderte Wagen auf, von denen drei sichergestellt wurden. Ebenso wurde bei den Kontrollen die Einhaltung der Corona-Vorschriften überprüft. Insgesamt wurden am „Car-Freitag“ 22 Bußgeldverfahren eingeleitet.

Die Polizei hatte bereits im Vorfeld angekündigt, mit verstärkte Einsatz gegen Autotuner vorgehen zu wollen. Am Karfreitag, den die Tuner- und Poser-Szene seit Jahren zu einem „Carfreitag“ umgewidmet hat, gab es an den einschlägigen Treffpunkten in den Innenstädten massive Kontrollen.

So haben wir im Vorfeld berichtet

Paderborn hatte per Allgemeinverfügung ein Verbot von Treffen im gesamten Stadtgebiet erlassen. Es sollte bis zum frühen Samstagmorgen gelten. 2017 war der „Carfreitag“ dort erstmals untersagt worden. Zunächst seien keine Verstöße zu verzeichnen gewesen, teilte ein Polizeisprecher am Freitagnachmittag mit. Die Treffen seien auch verboten, um in der Corona-Pandemie Schaulustige fernzuhalten, hieß es.

Dortmund: Tempo 30 auf dem Wall gegen Raser

In Dortmund kämpft die Polizei ohnehin an den Wochenenden gegen Raser, Tuner und Poser, die immer wieder durch Lärm und Radau auffallen und Anwohner stören. Dort sind die szenetypischen Treffpunkte die Ringstraße „Wall“ sowie der Phoenixsee. Teile der Szene, die früher in Paderborn aktiv waren, haben sich den Angaben ztufolge inzwischen nach Dortmund verlagert.

Was den Carfreitag angeht, den traditionellen Saisonauftakt der Raser-, Tuner- und Poserszene, versicherte Polizeisprecherin Nina Kupferschmidt: "Wir sind vorbereitet“. Doch längst ist die Szene in Dortmund ganzjährig aktiv. In der Pandemie sogar mehr denn je – „mangels alternativer Möglichkeiten der Freizeitgestaltung“, meint Kupferschmidt.

Man erwarte für Freitag „ein hohes Fahrzeugaufkommen, was genau passieren wird, ist schwierig vorherzusehen“. Die Botschaft der Polizei ist klar: „Es lohnt sich nicht herzukommen, nicht zum Wall, nicht zum Phoenixsee und auch nicht auf die einschlägigen Parkplätze – die Einsätze sind geplant. Es muss niemand meinen: Ist Ostern, da haben alle Beamten frei.“

Dortmund gilt in Westfalen als der Treffpunkt der Szene, zum Lärmschutz hat die Stadt nachts bereits Tempo 30 auf dem Wall angeordnet.

Zahlreiche Kontrollen in Düsseldorf am "Carfreitag"

In Düsseldorf überprüften Polizisten zahlreiche Fahrzeuge und filzten sie in Bezug auf unerlaubte Umbauten von Motoren und Karosserien. Auch die Fahrerlaubnis vieler Fahrer wurde auf ihre Gültigkeit hin kontrolliert. Hier war eine der Hauptkontrollstellen das nördliche Ende der Einkaufsstraße „Königsallee“, die viele Fahrer auf- und abfahren, um sich zu zeigen. Der zweite Hotspot, das Rheinufer, wurde vorübergehend für Autos gesperrt. Ergebnisse der Maßnahmen wurden für Samstag angekündigt. Bereits am vergangenen Wochenende lösten Polizei und Ordnungsamt ein Treffen von rund 100 Leuten an der Kö auf, was wohl auf die Poser- und Tuner-Szene zurückging.

In Duisburg werden Stadt und Polizei am Osterwochenende - wie auch schon in den Wochen zuvor - an der L1 in Hamborn aktiv sein. Dort hat sich mit der Zeit ein regelrechter "Poser- und Flirt-Treff" entwickelt. Mit aufheulenden Motoren würden die Jungs auf sich aufmerksam machen, um Blicke mit jungen Mädchen tauschen zu können, so eine Polizeisprecherin.

Auch Autorennen gibt es dort immer mal wieder. Das Kräftemessen reicht bis hoch zum Fähranleger in Walsum und bis zum Landschaftspark Duisburg-Nord.

Bochum sperrt den Treff am Parkplatz Dückerweg

In Bochum rechnet die Polizei hingegen mit einem stillen "Carfreitag" am Dückerweg in Wattenscheid. Was einst ein Mega-Event war, hat Corona schwer eingedampft. Schon im Vorjahr war hier wegen der Coronaregeln nicht mehr viel los, auch jetzt erwartet die Polizei am Freitag recht wenig Verkehr.

Trotzdem will die Bochumer Polizei erneut ein Auge auf das Geschehen werfen. Polizei und Stadt werden die Einfahrt kontrollieren und konsequent überwachen, der Parkplatz Dückerweg wird gesperrt . (red/mit dpa)

Leserkommentare (18) Kommentar schreiben