Deusen

Theater alles andere als normal

Zu zahlreichen Verwicklungen kommt es im Schwank „Ein vollkommener Engel“ des Theatervereins "Was ist schon normal" in Deusen. Foto: Theaterverein

Foto: Peter Sorge/Theaterverein

Zu zahlreichen Verwicklungen kommt es im Schwank „Ein vollkommener Engel“ des Theatervereins "Was ist schon normal" in Deusen. Foto: Theaterverein Foto: Peter Sorge/Theaterverein

Deusen.  Wenn der Tierarzt mal einen über den Durst trinkt, ihm deshalb die Frau stiften geht und sein bester Freund die Gattin spielen muss, um die reiche Tante zu beschwichtigen und das alles auch noch in einer Kirche stattfindet, dann ist Theaterzeit in Deusen.

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Wenn der Tierarzt mal einen über den Durst trinkt, ihm deshalb die Frau stiften geht und sein bester Freund die Gattin spielen muss, um die reiche Tante zu beschwichtigen und das alles auch noch in einer Kirche stattfindet, dann ist Theaterzeit in Deusen.

„Ein vollkommener Engel“ heiß das fünfte Stück der Deu-sener Theatergruppe „Was ist schon normal!“. Der Name der Truppe trifft den Nagel auf den Kopf, denn „normal“ ist in Deusen nichts, eher außergewöhnlich: Um die Evangelische Kirche zu retten, gründeten die Deusener einen Förderverein und bauten das Gotteshaus zum Begegnungszentrum um (wir berichteten). Und so kommt es, dass da, wo beim Kirchbetrieb der Pfarrer steht, während den Aufführungen Würstchen und Bier verkauft werden und wo sonst ernst gebetet wurde, die Menschen laut lachen.

„Die Atmosphäre hier in der Kirche ist einfach toll und wirkt sich auf Schauspieler wie Publikum aus“, freut sich Peter Sorge, der das Bühnenbild baut. Aber auch die Besucher sind begeistert. So sehr, dass manche wohl zweimal eine Aufführungen besuchen, denn es gibt schon keine Karten mehr, obwohl der Schwank noch bis Ende November auf der Kirchsaalbühne läuft.

In dem dreht sich alles um den Tierarzt Doktor Engel, der sich eine eigene Praxis wünscht und schließlich auch eine bekommt. Dazu muss er jedoch viele Hürden nehmen, die ihm selbst sehr zusetzen, die Zuschauer jedoch köstlich amüsieren. Denn nicht nur die Laienschauspieler geben alles. Originell ist auch der Wortwitz, der auf die Deusener und ihre „Marotten“ anspielt. So lautet ein Trinkspruch in dem Stück: „Es trinkt der Mensch, es säuft das Pferd, in Deusen ist es umgekehrt.“ Passagen wie diese ernten beim Publikum minutenlange Lachsalven und viel Applaus.

Begeistert ist auch die 13-jährige Shirin Assadian: „Das Stück ist sehr witzig, die Schauspieler sind gut und die Stimmung ist toll.“ Ihre 84-jährige Uroma Luise Streubel, seit 79 Jahren Deusenerin und somit kompetente Kommentatorin des Dorfgeschehens, pflichtet ihr bei: „Es ist schon unglaublich, was in diesem kleinen Deusen die Leute auf die Beine stellen. Die Renovierung der Kirche und die Theatergruppe, die hier das Stück aufführt und die ausgezeichnete Stimmung – ein toller Abend.“

Gut 600 Zuschauer

Insgesamt sechsmal stehen die Mimen in der Herbstsaison auf der Bühne. Rund 600 Menschen werden ihnen bis Ende November zusehen und begeistert applaudieren. Und da nach der Premiere in Deusen auch immer vor der Premiere ist, fasst die Theatergruppe schon die nächste Spielsaison ins Auge. Was dann die Kirchsaalbühne sprengen wird, wollen die Mitglieder hier noch nicht verraten. Nur soviel: Das Eintrittsgeld fließt, wie auch jetzt, in den Topf des Fördervereins.

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