Drei Bands heizten im Piano ein

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Lütgendortmund. Ein dreifaches musikalisches Highlight der besonderen Art - so war es den Besuchern des Piano-Rocktheaters versprochen worden.

Und das Versprechen wurde eingelöst: Den Auftakt machte die Dortmunder Formation Helvag Faer, die sich Selfmade-Rock im Tarantino-Style auf die Karten geschrieben hatten. Was darunter zu verstehen ist, wurde schon mit dem ersten Song recht deutlich. Primero - das war die solide Rhythmusgitarrenarbeit von Peter Beck, getragen von Dirk Bollenbergs groovigem Bass und Max Kremers sauber treibenden Drums, mit einem hervorragend aufgelegten Sänger Mick Kochanski und zwei Sologitarristen, die sich in herb-schrillen und weich-jaulenden Soli gegenseitig die Bälle zuschoben und aufnahmen. Ein Stil, der auch in den weiteren Stücken gut funktionierte: Mal war es Jochen Förster, der mit viel Druck und Effet seine erstklasigen Soli über die Songs legte, mal war es Frank Thomas Brinkmann, der einem Song mit eigenwilliger Solo-Tab-Technik den runden Abschluss gab. Das gut einstündige Programm von Helvag Faer, die an drei Positionen ihre Besetzung verändert hatten, wusste die Gäste im Piano durchaus zu überzeugen. "Sie haben die Bläser weggelassen und einen Gitarristen dazugeholt", wusste ein Gast zu erklären, "und damit haben sie sich deutlich verändert. Zum Guten hin."

Zwei echte Hip-Hopper machten die Fortsetzung: "Infusion" ist der Name, rapten sie in guter alter Manier, und die Gäste wippten im Beat dazu. Darius und Max - ein Newcomer-Duo, das es in sich hat und mit neun weiteren coolen Darbietungen den Saal aufmischte, bis die "Time Bandits" an der Reihe waren. "Seit zehn Jahren gibt's die schon", verriet ein Fan, "und ich habe die schon ein paarmal gesehen. Das lohnt sich immer." Interessant war sicherlich, dass die Musiker der Time Bandits irgendwie bekannt vorkamen; es war die Rhythmusabteilung von Helvag Faer, die hier zum zweiten Mal auf der Bühne stand, aber mit Jobst Bickendorf an der Sologitarre und Stan Stendera am Keyboard zwei weitere Ausnahmemusiker präsentierte. Sauber spielten sie selbst die schwierigsten Passagen runter, von "Radar Love" über "White Wedding, "Ugly" und "Sweet home Alabama" bis hin zu "Hold the Line".

Die Gäste wurden ein ums andere Mal verwöhnt; Frauen bekamen eine Robbie Williams Nummer zu hören, und als Zugabe gab's "Johnny Walker" in einer Unplugged-Version und "Purple Rain". Alles in allem eine gelungene Rocknacht, die auf Wiederholung drängt.

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