Ruine seit sieben Jahren

Inhaber lässt Haus Kurl abreißen

Haus Kurl wird abgerissen.

Haus Kurl wird abgerissen.

Foto: Oliver Schaper

Kurl.  Das mehr als 100 Jahre alte, einst prächtige Haus Kurl wird abgerissen. Sieben Jahre lang stand es als ausgebrannte Ruine auf dem Gründstück an der Kurler Straße und wurde nicht repariert. Jetzt wüten die Bagger und reißen stückweise das frühere märkische Lehen zu Boden.

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Fußgänger erschraken am Montag noch über das Abriss-Schild, am Dienstag standen schon die wuchtigen Bagger vor dem, nach dem Brand zierlich und gebrechlich aussehenden, Haus. Ein märkisches Lehen war Haus Kurl früher, ein Adelssitz, prachtvoll und groß. Seit einigen Jahren verkommt es, fiel 2008 sogar Brandstiftern zum Opfer.

Der Besitzer möchte sich nicht zum Abriss äußern. Er machte schon vor einem Jahr von sich Reden, als er illegal auf dem gleichen Grundstück zahlreiche Bäume fällte. Der Abriss des Haus Kurl sei jedoch angemeldet und genehmigt, sagt Dr. Henriette Brink-Kloke von der Denkmalbehörde der Stadt Dortmund.

Landschaftsschutzgebiet und Bodendenkmal

Besonders an dem Grundstück ist nicht nur, dass es ein Landschaftsschutzgebiet ist. Der Grund, auf dem Haus Kurl steht, gilt zudem als Bodendenkmal. "Unter dem neuen Haus Kurl von Anfang 1900 ist das alte Haus Kurl aus dem späten Mittelalter", sagt Brink-Kloke.

Wollte der Besitzer auf der Fläche erneut bauen, müsste das sowohl mit dem Umweltamt als auch mit der Denkmalbehörde abgestimmt werden. Gegebenenfalls müsste das alte Haus Kurl dann vorher ausgegraben werden. Das wolle man aber nicht, sagt Brink-Kloke: "Damit zerstört man das Denkmal."

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