Gericht

Neonazis wegen Randale, Schlägen und Schwarzfahren in Dortmund vor Gericht

Das Dortmunder Amtsgericht.

Das Dortmunder Amtsgericht.

Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund.  Am fünften Prozesstag gegen Alexander D. (28) und Dennis G. (26) wurden am Amtsgericht wieder etliche Zeugen vernommen. Angeklagt sind die beiden Männer wegen Landfriedensbruch und Verstoß gegen das Versammlungsgesetz.

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Am fünften Prozesstag gegen die Neonazis Alexander D. (28) und Dennis G. (26) wurden am Amtsgericht wieder etliche Zeugen vernommen. Angeklagt sind die beiden Männer wegen Landfriedensbruch und Verstoß gegen das Versammlungsgesetz.

Sie sollen andere Rechte am 1. Mai 2009 dazu angestachelt haben, eine friedliche Kundgebung des DGB in der Nähe des Stadtgartens anzugreifen. Zuvor sammelten sich die Rechten vor dem Hauptbahnhof – darunter auch die Angeklagten. Am Dienstagmorgen erinnerte sich ein Polizist an jenen Tag. Schon als die Neonazis sich weigerten, zum eigentlichen Ziel nach Siegen weiterzufahren und dann Feuerwerkskörper werfend über den Wall in Richtung City gelaufen seien, habe er Schlimmes geahnt.

„Etwas später kamen die Rechten schreiend aus dem Gebüsch am Stadtgarten auf die DGB-Demonstranten zugelaufen“, sagte der Polizist als Zeuge. „Sehr aggressiv und martialisch“ hätten die Neonazis gewirkt. Es kam zu einem Tumult, Gegenstände wurden geschmissen, eine Demonstrantin fiel in Ohnmacht, bei einem Streifenwagen wurden die Scheiben eingeschlagen. „Die Situation war beängstigend“, sagte der Zeuge.

Einzelne Gesichter nicht wahrgenommen

Anschließend habe er Spuren gesichert: Eine Wasserflasche, Glassplitter, eine Drainagerohr-Abdeckung und Reste explodierter Feuerwerkskörper. Damit sollen die Rechten die Kundgebungsteilnehmer beworfen haben. Einräumen musste der Polizist, dass er einzelne Gesichter in dem Durcheinander nicht wahrgenommen habe. Die beiden Angeklagten habe er im Bereich Stadtgarten/ Wall nicht bewusst gesehen.

RechtsextremismusIm Prozess am Dienstag ging es aber nicht nur um den Übergriff am 1. Mai. Alexander D. muss sich noch wegen anderer Vorwürfe vor Gericht verantworten. So soll er im August 2009 zu einer rechten Kundgebung in Hamm ohne gültigen Fahrausweis Zug gefahren sein. Gleich vier Zeugen hatte Richter Constans Jersch geladen, um das zu klären. Das gestaltete sich schwierig: Ein Zeuge behauptete im Nachhinein, D. auf seinem Fünfer-Ticket mitgenommen zu haben.

Darüber hinaus wird dem Angeklagten auch versuchte Körperverletzung und Beleidigung vorgeworfen. D. soll im November 2008 den Barkeeper der linken Szenekneipe „Hirsch-Q“ vor der Gaststätte beschimpft und angegriffen haben. Der konnte sich ducken – der Schlag traf eine Säule im Eingangsbereich. Die Fortsetzung des Prozesses folgt am 19. Juni.

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