Versuchter Mord

Nach Schuss in Dortmunder Innenstadt: Verdächtiger schweigt

Die Ermittlungen zu den Hintergründen einer Schussabgabe in Dortmund dauern an.

Die Ermittlungen zu den Hintergründen einer Schussabgabe in Dortmund dauern an.

Foto: Oliver Berg / picture alliance / dpa

Dortmund.  Das Opfer und der mutmaßliche Täter liegen weiter im Krankenhaus. Beide Männer kannten sich. Auch der Polizei sind die zwei bereits bekannt.

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Nachdem ein 32-jähriger Dortmunder durch den Schuss aus einer Waffe schwer verletzt worden ist, rätseln die Ermittler weiter über das Motiv der Tat. Das Opfer wie auch der mutmaßliche Täter (33) sind weiter in Kliniken in Behandlung. Der Ältere, gegen den nach seiner vorläufigen Festnahme ein Haftbefehl wegen versuchten Mordes verhängt worden war, liegt in einem Justizvollzugskrankenhaus. Am Freitag sei der Tatverdächtige erstmals angehört worden, sagt die zuständige Dortmunder Staatsanwältin Sandra Lücke: „Aber der Mann macht von seinem Schweigerecht Gebrauch.“ Der 33-Jährige werde von einem Anwalt vertreten.

Auch das bei der Tat am vergangenen Mittwochvormittag vor einem Kiosk in der Innenstadt schwerstverletzte Opfer sei wegen seines Gesundheitszustands noch nicht ausführlich vernommen worden, sagt die Staatsanwältin. Fakt ist, dass die beiden Männer sich schon vor dem Vorfall kannten. Und: Die zwei Dortmunder sind polizeilich bereits in Erscheinung getreten: „Wir kennen beide“, sagt Lücke. Angaben zum Verhältnis der Männer untereinander und zur Art ihrer Vorstrafen machte die Staatsanwaltschaft nicht. Das sei Teil der noch andauernden Ermittlungen.

Polizei beschlagnahmt vollautomatisches Gewehr

Der 33-Jährige war am Abend des Tattages in einer Garage im Stadtteil Eving festgenommen worden, nachdem ihn die Polizei mit einem Großaufgebot und schwer bewaffneten Kräften in der halben Stadt gesucht hatte. Dabei leistete er laut Staatsanwaltschaft keinen Widerstand. „Hinweise aus der Bevölkerung“ hätten auf seine Spur geführt. Seine Verletzungen am Bein sollen von seiner Flucht stammen. Im Zuge der Festnahme stieß die Polizei auch auf die mutmaßliche Tatwaffe, ein vollautomatisches Gewehr. Eine Erlaubnis für deren Besitz habe der 33-Jährige nicht. Auch die beschlagnahmte Waffe werde derzeit noch weiter untersucht. Weiter äußern sich die Ermittler nicht zu der Frage, ob ein oder gar mehrere Schüsse abgegeben wurden und wo das Opfer getroffen wurde.

Eine Zeugin wollte am Tattag in einem Bus der Linie 452 oder 453 an der Haltestelle Kreuzstraße gehört haben, wie zwei Jugendliche vom Fund einer Waffe berichteten. Sie haben sich noch nicht bei der Polizei gemeldet. Wie ernst dieses Gespräch gemeint war, bleibt ebenso offen wie die Frage, ob es einen Zusammenhang zu der Schussabgabe gibt. „Das ist sehr vage“, sagt Lücke, „aber wir wollen auch diesem Hinweis nachgehen.“

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