Am Dortmunder Airport

Nach Flugzeiten-Verlängerung: Lärmschutz wird geprüft

Das NRW-Umweltministerium will nach der Betriebszeiten-Verlängerung am Dortmunder Flughafen den Lärmschutz prüfen.

Das NRW-Umweltministerium will nach der Betriebszeiten-Verlängerung am Dortmunder Flughafen den Lärmschutz prüfen.

Foto: Dieter Menne

Dortmund.  Die Flugzeiten am Dortmunder Flughafen sind bis 23.30 Uhr verlängert. Das könnte den lärmgeplagten Anwohnern einen besseren Lärmschutz bringen. Zumindest will das NRW-Umweltministerium die Folgen der Betriebszeiten-Verlängerung durch eine Neuberechnung der Lärm-Immissionen prüfen.

Das geht aus einem Bericht des Ministeriums hervor, der am Freitag den Ausschuss für Kommunalpolitik des Landtags in Düsseldorf beschäftigt hat. Ende Mai hatte die Bezirksregierung Münster die vom Flughafen beantragte Verlängerung der Betriebszeiten genehmigt.

Die Landesregierung habe für diesen Fall zugesagt, zu prüfen, ob dadurch eine wesentliche Veränderung der Lärmbelastung zu erwarten ist, erklärt NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne). "Gegebenenfalls wäre dann der Lärmschutzbereich neu zu berechnen und festzulegen."

5 Millionen Euro eingeplant

Betroffen sein werden davon wohl vor allem Teile der Stadt Unna, die in der Einflugschneise des Flughafens liegen. Der Flughafen hat im Zusammenhang mit der Betriebszeiten-Verlängerung schon 5 Millionen Euro für zusätzliche Lärmschutz-Maßnahmen veranschlagt, erklärt Flughafen-Sprecher Sebastian Scheske.
Unklar ist, ob auch Anwohner in Dortmund, etwa in Aplerbeck oder Sölde, auf bessere Lärmschutz-Maßnahmen hoffen können. Und es wird wohl auch noch einige Jahre dauern, bis in diesem Punkt Klarheit herrscht. Das Fluglärm-Gesetz lässt fünf Jahre Zeit, um Lärmschutz-Maßnahmen umzusetzen, weiß Scheske.

Warten auf neue Daten

Die Behörden warten nun zunächst auf aktualisierte Prognose-Daten zum Flugbetrieb, die ein vom Flughafen angefordertes neues Erfassungssystem liefern soll. Diese Daten werden dann vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) geprüft. Auf dieser Basis wird das Umweltministerium dann neue Lärmschutzbereiche festlegen, kündigt Remmel an.

Die Schutzgemeinschaft Fluglärm fordert, dass Dortmunder Wohngebiete in Flughafen-Nähe mit besserem Lärmschutz ausgestattet werden. "Zur Not auf freiwilliger Basis", erklärt die Sprecherin der Schutzgemeinschaft, Ursula Wirtz. "Denn die Gesetzeslage ist nicht gerade bürgerfreundlich."

In jedem Falle wollen die Flughafen-Kritiker das Thema Lärmschutz-Zone in Klageverfahren einbringen, die sie gegen die Betriebszeiten-Verlängerung anstrengen wollen.

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