Flut-Katastrophe

Nach Erdrutsch in Erftstadt: Durchsuchung auch in Dortmund

Bei der Flut-Katastrophe Mitte Juli war in Blessem ein Erdrutsch weggesackt.

Bei der Flut-Katastrophe Mitte Juli war in Blessem ein Erdrutsch weggesackt.

Foto: Rhein-Erft-Kreis / dpa

Erftstadt/Dortmund.  Nach dem katastrophalen Erdrutsch in einer Kiesgrube in Erftstadt-Blessem bei der Flut im Sommer wurden am Morgen Büros und Wohnungen durchsucht.

Wegen des schweren Erdrutschs in Erftstadt bei der Flutkatastrophe im Sommer hat die Staatsanwaltschaft Köln mehrere Durchsuchungen veranlasst – unter anderem in Dortmund, Erftstadt und Köln. 140 Beamtinnen und Beamte durchsuchten am Dienstag rund 20 Büros und Wohnungen.

Verfahren gegen Mitarbeitende der Bezirksregierung Arnsberg

Das Ermittlungsverfahren richtet sich gegen den Eigentümer und Verpächter des Tagebaus, fünf Beschuldigte der Betreibergesellschaft und vier Beschuldigte der Bezirksregierung Arnsberg, die nach dem Bundesberggesetz die zuständige Aufsichtsbehörde ist. Sitz der Abteilung "Bergbau und Energie" ist im Dortmunder Kaiserstraßenviertel.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des fahrlässigen Herbeiführens einer Überschwemmung, der Baugefährdung sowie Verstoßes gegen das Bundesberggesetz.

In Erftstadt-Blessem nahe Köln war in der Nacht zum 16. Juli 2021 der Boden nahe einer Kiesgrube am Fluss Erft weggerutscht, nachdem Starkregen die Grube geflutet hatte. Mehrere Gebäude wurden mitgerissen. Tote gab es nicht , aber das Bild des gewaltigen Kraters brannte sich aber in die Erinnerungen ein.

Kein Hochwasser-Wall und zu steile Böschungen

Laut den bisherigen Ermittlungen könnte es zwei Ursachen für das Eindringen großer Wassermassen gegeben haben: kein entsprechender Hochwasser-Schutzwall und zu steile Böschungen.

„Es besteht der Verdacht, dass die Beschuldigten die Zustände an dem Hochwasserschutzwall und den Grubenböschungen aufgrund ihrer beruflichen Befassung mit der Kiesgrube hätten erkennen und für Abhilfe hätten sorgen können und müssen“, erklärte der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer. (mit dpa)

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