Vorabend des 1. Mai

Nach Demo in Westerfilde: 47 Strafverfahren gegen Neonazis

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Protest gegen Nazis in Dortmund.

Protest gegen Nazis in Dortmund.

Foto: Peter Bandermann

Dortmund.  Nach einer Kundgebung in Westerfilde ermittelt die Polizei gegen 47 Neonazis. Mit Hass-Parolen und ausländerfeindlicher Hetze hatten sie gegen Zuwanderer gepöbelt. Rund 300 Demonstranten protestierten lautstark und friedlich gegen die Rechtsextremisten. Die Polizei ermöglichte wirksamen Protest durch Nähe zu den Nazis.

Update 22.25:

Doch noch ein schnelles Update: Die Polizei hat soeben eine Bilanz gezogen. Hier das Fazit in aller Kürze:

  • Einsatzleiter Peter Monien dankt den friedlichen Gegendemonstranten für deren besonnenes Verhalten.
  • Die Polizei leitet Strafverfahren gegen 47 Neonazis ein. Verdacht: Volksverhetzung durch ausländerfeindliche Parolen.
  • Nach ihrer Kundgebung meldeten die Nazis gegen 21 Uhreine Spontandemonstration an. Erneut skandierten sie Hass-Parolen. Die Polizei löste die Versammlung deshalb auf.
  • Polizeidirektor Peter Monien: "Es ist nicht akzeptabel, wenn ausländerfeindliche Parolen skandiert werden. Dagegen gehen wir mit allen Mitteln vor."

Diese Bilder zeigen, wie die Polizei die Nazis umstellt, um Personalien zu überprüfen:

Update 20.58 Uhr:


In Westerfilde wurden weiterhin Teilnehmer der Neonazi-Kundgebung von der Polizei festgehalten. Polizisten begleiteten Anschließend die Neonazis zur S-Bahn. Das Rufen ausländerfeindlicher Parolen wurde untersagt.


Und das sagt Anwohnerin Edith Kauch über das Geschehen in Westerfilde:


Wir beenden an dieser Stelle unsere aktuelle Berichterstattung. Am Mai-Feiertag werden wir erneut aktuell über das Demonstrations-Geschehen in Dortmund berichten. Hier noch ein Videofilm mit Eindrücken aus Westerfilde:


Update 20.31 Uhr:


Die Polizei prüft mehrere ausländerfeindliche Parolen, die von mindestens drei Nazi-Redner geäußert und in Sprech-Chören skaniert worden sind, darunter Aussagen wie "Ausländer raus" und "Deutschland den Deutschen - Ausländer raus".
Die Polizei hat inzwischen die Versammlung der Neonazis umstellt. "Alle Personalien werden festgestellt, es gibt den Verdacht von Straftaten."


Update 19.47 Uhr:


Rund 300 Gegendemonstrantenübertönen mit Trillerpfeifen und Sprechchören die etwa 35 Neonazis in Westerfilde. Zu den Anwohnern haben sich inzwischen auch Teilnehmer der Antifa-Demonstration aus der Innenstadt gesellt.


Update 19.27 Uhr:


In Westerfilde haben sich mehrere hundert Anwohner versammelt, um gegen die Kundgebung der Neonazis zu demonstrieren. Ein starkes Polizeiaufgebot schirmt den Kreisverkehr Speckestraße/Westerfilder Straße ab. "Der Protest hier ist sehr bunt und wird zu einem Großteil von den Anwohnern getragen", berichtet unser Reporter.


Erste Meldung 18.55 Uhr:


Vor dem Dortmunder Landgericht haben sich anlässlich der Urteilsverkündung im Hirsch-Q-Prozess etwa 150 Neonazi-Gegner versammelt. Sie ziehen anschließend zur Kneipe Hirsch Q an der Brückstraße. Im Bereich Ostwall/Heiliger Weg ist dabei mit kurzen Verkehrsbehinderungen zu rechnen.
In Westerfilde soll ab 19.30 Uhr eine Standkundgebung der Neonazis stattfinden. Diese ist für die Ecke Speckestraße/Westerfilder Straße angekündigt. Es ist damit zu rechnen, dass die Nazi-Gegner vom Bündnis "BlockaDO" dort ebenfalls Präsenz zeigen werden.
Die Demo-Schauplätze in Westerfilde: