Stadt empfiehlt Verkauf

Museum Ostwall kaum noch zu retten

Das alte Museum Ostwall.

Das alte Museum Ostwall.

Foto: Menne

Dortmund.  Noch kämpft die Bürgerinitiative Rettet das ehemalige Museum am Ostwall für den Erhalt des geschichtsträchtigen Gebäudes. Doch jetzt soll der Stadt den Verkauf und Abriss des geschichtsträchtigen Hauses beschließen.

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Der Rat soll am 10. April in nichtöffentlicher Sitzung entscheiden. Die Vorlage der Verwaltung, die ab 25. März in die politische Beratung geht, sieht den Verkauf und Abriss des Baus vor; denn einziger Bieter beim
Interessensbekundungsverfahren, der auch die baulichen Anforderungen der Stadt erfüllt, ist die Kolfhaus + Beele GmbH aus Melle bei Osnabrück.

Kulturhalle wird integriert

Die Firma bietet 1,9 Millionen Euro für das 1530 Quadratmeter große Filet-Grundstück in bester Citylage. Zu den baulichen Vorgaben der Stadt gehört der Erhalt des Museumsparks mit seinem alten Baumbestand.
An die Stelle des alten Museums wollen die Investoren einen fünfgeschossigen Neubau mit 55 altengerechten Wohnungen setzen. Integriert sind eine Kulturhalle mit 200 Quadratmetern Fläche, die der Stadt etwa für Ausstellungen zur Verfügung gestellt werden soll, sowie ein Kulturcaf.

Aktualisierung 21.15 Uhr:

Einen Tag vor Bekanntwerden der von der Stadtverwaltung erabeiteten Ratsvorlage hatten Mitglieder einer Bürgerinitiative am Mittwoch Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) 8000 Unterschriften zum Erhalt des Museums übergeben.Die Listen übergab der Dortmunder Künstler Axel Mosler, etwa 30 weitere Unterstützer der Initiative "Rettet das ehemalige Museum am Ostwall" waren dabei.

Sierau betonte bei der Übergabe sein Engagement für eine kulturelle Nutzung des Museums. Dieses Vorhaben hatte die Stadt bekanntlich aufgegeben, als die Architekten- und Ingenieurskammer als Betreiber eines Baukunstarchivs im Ostwall-Haus im vergangenen April vor den Betriebskosten zurückschreckte - 25 Jahre lang hätten die Kammern 20 Prozent selbst bezahlen müssen, für den Rest hatte das Land 3,5 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Damit sei die bisher letzte Möglichkeit vertan, das Gebäude nicht zu verkaufen, sagte Sierau am Mittwoch - als Bürgermeister könne er dem Rat leider keine Vorschriften machen. Er habe Kontakt zu einem weiteren Interessenten, der vielleicht das Haus nutzen möchte, wie es ist. Doch dafür müsste der sich erstmal entscheiden, dann müssten Rat und Land zustimmen. Außerdem könnte der derzeitige Interessent möglicherweise Schadenersatz verlangen. Ein vager Plan. Sierau: "Ich sag mal so: Die Hoffnung stirbt zuletzt"

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