Dutzende Straftaten

Mitten in Dortmund: Hier stehen jetzt mobile Video-Kameras

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Dieser Video-Container filmt bald Teile der Dortmunder Kampstraße. Zuletzt war er in der Nordstadt im Einsatz. (Archivbild)

Dieser Video-Container filmt bald Teile der Dortmunder Kampstraße. Zuletzt war er in der Nordstadt im Einsatz. (Archivbild)

Foto: Polizei Dortmund

Dortmund.  Sechs Kameras überwachen jetzt einen Teil der Dortmunder Innenstadt. Allein an einer Straße gab es in den letzten Wochen 30 Überfälle.

In der Dortmunder Innenstadt häufen sich die gewaltsamen Straßenraube: Allein in den letzten anderthalb Monaten gab es laut Polizei 30 Überfälle – an nur einer einzigen Straße! So wurde die Kampstraße zwischen Westenhellweg und Brückstraßenviertel zum Kriminalitäts-Hotspot der Stadt.

Die Übergriffe, teils mit Verletzten, verunsichern viele Dortmunder und Dortmunderinnen. Die Polizei hatte schon vor Wochen auf die Eskalation reagiert: Der Bereich um die Kampstraße wurde als Ort definiert, an dem eine Zeit lang "strategische Fahnungen" möglich sind – also Kontrollen auf Verdacht. Immer wieder findet die Dortmunder Polizei dabei auch Verdächtige und Beweise für ihre Straftaten.

Zu den Kontrollen ist jetzt eine weitere Maßnahme dazugekommen: Bis 1. Januar wird die Kampstraße per Video überwacht. Die Kameras dafür hängen an einem Video-Container an der Ecke Kampstraße/Freistuhl. Viele Plakate weisen auf die Überwachung hin.

Zuletzt war der Container 2021 am Mehmet-Kubasik-Platz an der Ecke Münsterstraße/Mallinckrodtstraße im Einsatz, um den Drogenhaldel in der Nordstadt zu überwachen.

Gewalt in Dortmunds City: Sechs Kameras überwachen Kampstraße

Vier Kameras senden dann Livebilder in die Leitstelle der Polizei. Eine fünfte Kamera dient lediglich der Sicherung des Containers. Dazu kommen zwei weitere Kameras an der Kreuzung Hansastraße/Kampstraße und hinter der Reinoldikirche.

Allerdings seien die Kameras nicht immer in Betrieb, erklärt die Polizei: Gefilmt werde nur zu "Stoßzeiten" der kriminellen Aktivitäten – sonntags bis mittwochs von 15 bis 20 Uhr, donnerstags von 18 bis 2 Uhr und freitags von 16 bis 4 Uhr. Falls im erfassten Bereich angemeldete Versammlungen stattfinden, bleiben die Kameras komplett aus.

Zahl der Straftaten hat sich seit 2021 verdoppelt

Polizeipräsident Gregor Lange blickt mit ähnlicher Sorge auf die Kriminalitätsstatistik wie alle anderen Dortmunderinnen und Dortmunder: "Allein im videobeobachteten Bereich hat es zwischen Januar und Oktober 81 Körperverletzungsdelikte gegeben." Damit habe sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Auch die Gesamtzahl der Straftaten sei um 50 Prozent gestiegen. "Diese Entwicklung ist für mich nicht hinnehmbar. Wir müssen und werden weiterhin konsequent dagegen vorgehen", beteuert Lange.

Ende Oktober hatte die Dortmunder Polizei die strategische Fahndung um 28 Tage verlängert. Die bisherige Bilanz der Kontrollen: 150 Platzverweise, 40 Anzeigen, 25 "Sicherstellungen von Gegenständen", schreibt die Polizei. Es habe auch mehrere Festnahmen gegeben – auch von Hauptverdächtigen der Raubserie.

Polizeieinsätze in der Dortmunder Nordstadt:

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