Prozess um mutmaßlichen BVB-Attentäter Sergej W.

Mithäftling berichtet angebliche brisante Details

Am Donnerstag sagte ein Mithäftling von Sergej W. gegen den mutmaßlichen BVB-Attentäter aus.

Foto: dpa

Am Donnerstag sagte ein Mithäftling von Sergej W. gegen den mutmaßlichen BVB-Attentäter aus.

Dortmund.  Im Prozess um den Bombenanschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund hat ein früherer Mithäftling des Angeklagten Sergej W. brisante Details geschildert. Doch zweifelt die Verteidigung an dessen Glaubwürdigkeit.

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Angeblich soll W. während einer Freistunde in der Bochumer JVA erzählt haben, es sei ihm mit der Tat in Wahrheit gar nicht um Geld und Reichtum gegangen. "Er sagte mir, dass er möglichst viele Menschen töten wollte", berichtete der Zeuge am Donnerstag.

Auf die Nachfrage des Mithäftlings, warum er diese Tötungsabsichten gehabt habe, soll Sergej W. weiter erklärt haben, sein Herz schlage für den BVB. Deshalb habe er gehofft, dass dem Verein nach dem Anschlag aus Trauer und Mitleid alle Pokale der Saison zugesprochen worden wären.

Mithäftling wegen Betruges verurteilt

Sergej W. reagierte auf die Aussage seines angeblichen Bekannten lange Zeit nicht. Auf Nachfrage von Richter Peter Windgätter sagte er schließlich: "Ich habe den Mann vielleicht mal gesehen. Gesprochen habe ich mit ihm aber sicher niemals."

Der Zeuge sitzt zurzeit wegen sexueller Nötigung und Körperverletzung im Gefängnis. Zuvor war er schon dreimal wegen Betruges verurteilt worden. "Kann man also sagen, dass Sie schon dreimal gelogen haben?", fragte Verteidiger Carl Heydenreich am Donnerstag. Die Antwort: "Das kann man so sagen."

„Defizite im emotionalen Bereich“

Der Zeuge räumte außerdem ein, dass er kurz nach seinen "Enthüllungen" bei der Staatsanwaltschaft einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung gestellt habe. Derzeit gehe er aber davon aus, dass er bis zum letzten Tag im September 2019 im Gefängnis bleiben müsse.

Am Nachmittag will das Gericht noch die psychiatrischen und psychologischen Gutachten über Sergej W. entgegen nehmen. Psychologin Simone Mussavi bescheinigte dem 29-Jährigen einen durchschnittlichen Intelligenzquotienten. Sergej W. weise deutliche "Defizite im emotionalen Bereich" auf, habe gegenüber anderen Menschen ein hohes Misstrauen und kapsele sich deshalb sehr ab.

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