Berswordthalle

Mit Schlafsack und Isomatte zu den Dortmunder Bürgerdiensten

Donnerstagmorgen sechs Uhr: Die Schlange vor den Bürgerdiensten reicht über den gesamten Dortmunder Friedensplatz.

Donnerstagmorgen sechs Uhr: Die Schlange vor den Bürgerdiensten reicht über den gesamten Dortmunder Friedensplatz.

Foto: Selcuk Sütcüoglu

Dortmund.  Wer etwas bei den Dortmunder Bürgerdiensten erledigen muss, braucht starke Nerven und viel Zeit. Sogar Wartende mit Isomatte und Schlafsack sollen vor der Berswordthalle gesichtet worden sein.

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Der Ansturm bei den Dortmunder Bürgerdiensten wird immer dramatischer. Jetzt wurden die Ersten mit Isomatte und Schlafsack gesehen, die vor der Berswordthalle campierten, um morgens eine der begehrten Wartemarken zu ergattern. Entspannung ist erst für die Herbstferien in Aussicht.

Bereits um sechs Uhr morgens in der Früh reichte am Donnerstag die Warteschlange quer über den Friedensplatz. In der Schlange wartete auch Selcuk Sütcüoglu. Geschätzte 150 Personen waren vor ihm. Zweimal schon war er innerhalb einer Woche um sechs Uhr morgens vor Ort, wurde aber nach eigener Aussage auf Facebook gegen acht Uhr wegen Überfüllung fortgeschickt.

Am Telefon habe man ihm gesagt, das sei in den Ferien normal und er solle sich kurz nach fünf Uhr morgens anstellen, um eine reelle Chance zu haben, überhaupt an eine Wartemarke zu kommen.

Wartemarken jetzt erst wieder ab sieben Uhr

Dass diese Aussage so gefallen ist, kann der neue Leiter der Bürgerdienste, Manfred Kruse, nicht bestätigen - aber er bezeichnet sie als "völlig falsch". Man werde jetzt erst wieder mit Dienstbeginn ab sieben Uhr Wartemarken ausgeben. Dann könne man auch sofort klären, ob die Leute alle Unterlagen zusammen haben und nicht möglicherweise umsonst warten.

Donnerstagmorgen habe der Kundenstrom wieder zugenommen, bestätigt Kruse, der selbst seit 14 Tagen immer schon um sechs Uhr zum Dienst kommt. Die Urlaubszeit sei mit der Ausstellung von Reisepässen ohnehin immer eine Hochzeit bei den Bürgerdiensten, deren Mitarbeiter selbst zum Teil auch Urlaub hätten. "Das macht die Sache nicht leichter."

15 neue Mitarbeiter bald einsatzbereit

Mit einer ersten Entspannung rechnet Kruse Ende September, Anfang Oktober, wenn 15 neu eingestellte Mitarbeiter eingearbeitet sind. "Wir können dann beruhigter in die Herbstferien gehen." Vier weitere neue Kräfte können noch ab August und eine ab Oktober fit gemacht werden. Außerdem, so Kruse, können die Bürgerdienste, abgestimmt mit dem Oberbürgermeister, weitere 24 externe Mitarbeiter einstellen, die Anfang nächsten Jahres einsatzbereit sein sollen.

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