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Virtual-Reality im Dortmunder U entführt in fremde Welten

Harald Opel von der Fachhochschule zeigt die Virtual Reality-Brille.

Foto: Dieter Menne

Harald Opel von der Fachhochschule zeigt die Virtual Reality-Brille. Foto: Dieter Menne

Dortmund.  Das Virtual-Reality Projekt „Enter Stage 0“ der Fachhochschule Dortmund (FH) entführt im U mit VR-Brille und Kopfhörern in fremde Welten.

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Der industrielle Gitterboden scheppert, wenn man die beleuchtete runde Plattform im Medienlabor der FH betritt, in deren Mitte ein Holzstuhl steht. Darauf liegt die Virtual Reality-Brille, mit der sich Besucher des KiU ab dem 15. Juni auf eine Reise in virtuelle Welten begeben und dort mit neuer Technik erzählte Geschichten erleben können.

„Es gibt keine Regale, keine geschlossenen Bücher. Es gibt nur Geschichten“, begrüßt eine Stimme die Zuschauer, nachdem sie Brille und Kopfhörer aufgesetzt haben. Sie befinden sich nun auf der „stage 0“, der untersten Etage des virtuellen Raums, den das Medienlabor der FH in den vergangenen drei Monaten kreiert hat und können sich dort eine von zwei installierten Geschichten auswählen.

Hoch hinaus im virtuellen Fahrstuhl

Ist die Entscheidung getroffen, gerät die virtuelle Welt plötzlich in Bewegung. Die Gitter-Plattform wird zu einem offenen Fahrstuhl, höher bewegt er sich durch die Etagen, wird schneller, bis die Wände des Fahrzugschachtes verschwimmen. Wer sich auf diese Fahrt wagt, sollte schwindelfrei sein. Schließlich erreicht der Aufzug einen Gerichtssaal. Auf dem Holzstuhl, den es in Realität und virtueller Realität gibt, sitzt nun eine Frau.

Während die Gerichtsverhandlung ihren Lauf nimmt, kann der Träger der VR-Brille sich frei auf der Plattform bewegen und umsehen. Setzt man sich auf den Stuhl, taucht man in die Gedanken der Angeklagten ein und sieht Teile der Verhandlung aus ihrer Sicht.

VR liegt zwischen Film und Spiel

„Etner ‚stage 0‘“ sei ein Forschungsprojekt zu den neuen Möglichkeiten, die die VR-Technik beim Erzählen von Geschichten bietet, erklärt Harald Opel, künstlerischer Leiter des kiU-Labors. „Virtual Reality ist kein Ersatz für das Kino. Es sind keine Filme, aber Videospiele sind es auch nicht, sondern irgendetwas Neues zwischen Film und Spiel“, sagt Opel.

„Uns geht es darum, möglichst viele Informationen parallel verfügbar zu machen. Je nachdem, was der Zuschauer entdeckt, kann die Geschichte dann immer wieder eine andere werden.“ Dabei kommt es auf die Details an: Jedes Blatt eines im Gerichtssaal durcheinandergeratenen Papierstapels ist beschrieben, den Titel eines Buchs, das auf dem Tisch liegt, kann man lesen und aus einer auf dem Boden stehenden Aktentasche ragen die Ecken einzelner Dokumente.

Reaktionen der Zuschauer werden erforscht

Das Medienlabor will herauszufinden, wie unterschiedliche Zuschauer auf die neue Erzählweise reagieren. Ob man stark durch die geschichten führen muss oder die Zuschauer selsbt entschieden lässt, welche Elemente sie sehen wollen, kann man nur empirisch herausfinden“, sagt Opel. Was die Personen virtuell erleben, wird auf Video aufgezeichnet. So können die kiU-Mitarbeiter später Blickwege, Bewegungen und Reaktionen nachvollziehen.

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