Explosion in Nordstadt

Mieter wegen Kindesmisshandlung angeklagt

Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort. Sie hatten einiges zu tun, um die gröbsten Schäden zu beseitigen.

Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort. Sie hatten einiges zu tun, um die gröbsten Schäden zu beseitigen.

Foto: Oliver Schaper

Dortmund.  Nach der verheerenden Gasexplosion in einem Haus in der Nordstadt sind am Montag neue Details bekannt geworden. Dem Mieter wird ein schweres Verbrechen vorgeworfen.

Der 21-jährige Mieter hatte kurz vor der Explosion eine Anklage wegen schwerster Kindesmisshandlung erhalten. Er soll sein eigenes Baby fast zu Tode geschüttelt haben.

Lebensgefährliches Schütteltrauma
Der bei der Explosion schwer verletzte Mann hatte seinen kleinen Sohn im vergangenen Jahr zwei Mal ins Krankenhaus gebracht. Das erste Mal hatte das Kind mehrfach erbrochen, beim zweiten Mal, am 19. Oktober, war es völlig lethargisch.
Die Staatsanwaltschaft geht inzwischen davon aus, dass der Familienvater sein damals gerade vier Monate altes Baby so stark geschüttelt hat, dass es zu einem lebensgefährlichen Schütteltrauma gekommen ist.

Keine klaren Hinweise auf Suizid
Der kleine Junge war noch notoperiert worden, trotzdem gehen die Ärzte wohl davon aus, dass Spätfolgen bleiben werden. Die Ermittler glauben, dass das Baby oft nicht schlafen konnte. Bei der Polizei soll der Angeklagte später von "schlimmen Nächten" gesprochen haben.
Polizei und Staatsanwaltschaft waren kurz nach der Gasexplosion auch einem Suizid-Verdacht nachgegangen. Nach neueren Erkenntnissen scheint es dafür jedoch derzeit keine klaren Hinweise mehr zu geben.

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