Mahnungen verhallen - DEW dreht zu

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Die TDS-GmbH machte vor genau einem Jahr auf sich aufmerksam, als sie fünf Mehrfamilienhäuser der maroden Heinrich-Feldhoff-Stiftung für einen siebenstelligen Betrag kaufte. ...

... Nun droht den Mietern dieser Häuser zum September die Wasser- und Energiesperrung, weil TDS dem Energieversorger DEW21 allein für diese Immobilien über 12 000 Euro schuldet. Wie passt so etwas zusammen? Eine Gesellschaft legt einen Millionenbetrag für Immobilien hin, hat aber anscheinend Probleme, die von den Mietern gezahlten Energie- und Wasserkosten an das Versorgungsunternehmen abzuführen. Offenbar bereits seit Besitzübernahme der Mehrfamilienhäuser.

TDS - Kein unbeschriebenes Blatt

Helmut Lierhaus vom Mieterverein Dortmund weiß, dass das Unternehmen in Sachen Wassersperrungen kein unbeschriebenes Blatt ist: Im Oktober 2007 habe das gleiche Ungemach den Mietern des TDS-Hauses an der Münsterstraße 157 gedroht.

Auf Anfrage bestätigte DEW21, dass die GmbH bereits seit März 2006 immer wieder Zahlungsprobleme gehabt habe. Auch vereinbarten Ratenzahlungen sei man nicht nachgekommen, die Schuldenspirale habe sich immer weitergedreht, so dass die Sperrung für die Münsterstraße 157 angedroht werden musste.

Dass es dazu letztlich nicht gekommen sei, sieht Lierhaus in der Tatsache begründet, die er immer wieder erlebe: "Wenn der Vermieter selbst im Haus wohnt oder dort sein Büro hat - wie die TDS an der Münsterstraße 157, dann klappt es kurz vor der Sperrung mit der Bezahlung plötzlich doch noch..."

Schon bei der Übernahme der fünf Stiftungshäuser rund um die Mallinckrodtstraße durch TDS äußerte Lierhaus seine Befürchtungen, dass die Mieter eventuell nur vom Regen in die Traufe kämen. Das sei "wirklich knüppelhart".

Der Mieterverein rät den TDS-Mietern an der Evertstraße 1, Mallinckrodtstraße 317, 235, 219, 217, sich an DEW21 zu wenden, um die Strom- und Wasserkosten statt an den Vermieter künftig direkt an den Versorger zu zahlen. Auch könnten dementsprechende Erklärungen gegenüber der ARGE oder dem Sozialamt helfen, wenn diese die Energiekosten zahlten. "Um den Ablauf zu erleichtern, werden wir entsprechende Vordrucke verteilen."

Das tut der Mieterverein nicht nur in Häusern, in denen er seine Mitglieder weiß. Rainer Stücker vom Mieterverein: "Wir haben mit DEW21 und der Stadt vor einiger Zeit den Konsens erarbeitet, dass wir durch das Engagement versuchen wollen, möglichst viele Sperrungen so vielleicht doch noch für die Mieter zu vermeiden."

Allein im Jahr 2007 waren rund 6000 Dortmunder Haushalte von einer Strom-, Gas- oder Wassersperre betroffen. Den Hauptteil der Zwangsmaßnahmen machten Stromsperrungen aus - mit rund 4500 Haushalten. Als letzte Maßnahme seien ca. 400 Wassersperrungen durchgeführt worden. "Letzte Maßnahme, weil man ja damit erst nach zahlreichen Mahnungen, die erfolglos bleiben, droht", so Lierhaus.

TDS-Geschäftsführer Vedat Akman war für uns nicht erreichbar.

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