"Live-Station" muss sich verabschieden

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Alle Pächter - mit Ausnahme des Reisecenters und eines Zeitschriftenladens - haben im Zuge des Bahnhof-umbaus die Kündigung erhalten. Das trifft auch auf die Live-Station zu. ...

... Jener Club, der seit 23 Jahren direkt am Eingang des Bahnhofs beste Unterhaltung bietet, muss am 1. April raus, um Klima- und Heizungstechnik zu weichen. "Die Live-Station kann definitiv nicht mehr untergebracht werden", so Bahnsprecher Gerd Felser. Im Juni rollen die Bagger an, doch die Vorarbeiten für den Umbau beginnen schon eher. "Daher konnten wir mit den Kündigungen nicht länger warten", erklärte Felser gestern auf Anfrage der Redaktion. Doch die Live-Station wisse bereits seit zehn Jahren, "dass ihre Zeit irgendwann vorbei sein würde".

Von Steffi Stephan eröffnet - Bassist geht ein Jahr später

Seit zehn Jahren, in denen "Ufo" oder "3do" als Bahnhofsvarianten diskutiert wurden, "schwebt die drohende Kündigung über uns wie ein Damoklesschwert", bestätigt Live-Station-Geschäftsführer Oliver Buschmann. Als er und sein Geschäftspartner Rainer Keuchel die Kündigung nun in den Händen hielten, waren sie dennoch geschockt. "Am 31. März ist Schluss. Dann ist es wirklich vorbei". Buschmann und Keuchel fragen sich allerdings, warum die Live-Station in der kleinen Umbau-Variante des Bahnhofs keine Rolle mehr spielen soll. Schließlich könne man mit überschaubaren Investitionen ein Unterhaltungs- und Tanzclub für Jung und Alt bleiben. "Mit 100 000 Euro wäre das an diesem Standort zu schaffen. Dann wäre der Club auf dem neuesten Stand", sagt Buschmann. So etwas irgendwo an anderer Stelle neu am Markt zu positionieren, sei dagegen ein Millionenprojekt. "Und der Charme ist sowie nicht wiederherstellbar", sagt Buschmann. Doch Bahnsprecher Felser macht keine Hoffnung: "Für die Live-Station ist kein Platz mehr. Ihre 600 Quadratmeter sind verplant."

"Schade", bedauert der Geschäftsführer, "schließlich sei der Standort ideal, schließlich bediene man ein Publikum, das sonst keine adäquate Adresse finde. Ein treues Publikum eben, das mit dem Laden älter geworden sei.

Buschmann hat nun Kulturdezernenten Jörg Stüdemann um Unterstützung gebeten. Er weist ihn in einem Brief darauf hin, dass mit dem Aus der Live-Station ein weiterer Baustein nicht subventionierter Szene in Dortmund verloren gehe und damit auch Arbeitsplätze. Außerdem bilde der Club auch Veranstaltungskaufleute aus. Stüdemann, so die Hoffnung, möge bei der Suche nach Alternativ-Standorten behilflich sein.

Übrigens: Die Live-Station wurde vor 23 Jahren von Steffi Stephan eröffnet. Dem Bassgitarristen, der in den Bands von Peter Maffay und Udo Lindenberg spielt, schwebte eine Clubkette an allen deutschen Bahnhöfen vor. Doch nur ein Jahr später übernahmen Buschmann und Keuchel den Club am Bahnhof. Und seitdem brummt er. Bietet 500 Gästen Platz. Hier haben nicht nur Lindenberg, Jimmy Cliff oder Rocktheater N8chtschicht gespielt. Hier gab auch Helge Schneider seine ersten fünf Konzerte und - hier wird immer noch abge-rockt. "Schade, dass es vorbei ist", sagt Buschmann.

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