Kein Geld für DEW21 - aber Millionen für Immobilien-Zukäufe?

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Dass Mietern Wasser- und Energieversorgung durch die DEW21 gekappt wird, ist keine Seltenheit. Solch Ungemach droht nun den Mietern des Hauses Münsterstraße 157 - weil der Eigentümer nicht für die Leistungen zahlte. Eigner ist die TDS-GmbH: Jene Gesellsch

Neun Mietparteien zählt das Haus an der Münsterstraße 157, das seit rund vier Jahren der TDS-GmbH gehört. Die machte in diesem Sommer auf sich aufmerksam, als sie auf einen Schlag fünf Mehrfamilienhäuser rund um die Mallinckrodtstraße aufkaufte. Für einen siebenstelligen Betrag, wie TDS-Geschäftsführer Vedat Akman verriet.

Wie aber passt das zusammen? Eine Gesellschaft, die gerade erst Millionen hinlegt für Immobilien - gleichwohl aber für eine ihrer Altimmobilien die von den Mietern gezahlten Energie- und Wasserkosten an das Versorgungsunternehmen nicht abführt?

DEW21-Sprecherin Gabi Dobovisek erklärt auf Anfrage, dass bereits seit März 2006 mehrfach Zahlungsprobleme aufgetaucht seien. Man habe Ratenzahlungen vereinbart. Doch die Schuldenspirale habe sich immer weitergedreht, so dass erstmals eine Sperrung für den 10. September avisiert worden sei. Daraufhin habe Akman mit DEW21 über Zahlungstermine für die Außenstände verhandelt.

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Die Hälfte sollte sofort, der Rest bis Ende September geleistet werden. Geschehen sei seitdem aber nichts.

Stellt sich die Frage, ob den Mietern der gerade aufgekauften Häuser aus der Heinrich-Feldhoff-Stiftung, die selbst auch nicht mehr frei finanziell agieren konnte, mit ihrem neuen Vermieter nun Ähnliches droht?

Helmut Lierhaus vom Mieterverein Dortmund nennt seine Befürchtungen: "Das ist schon sehr kritisch einzuordnen." Er könne den Mietern der Münsterstraße 157 nur raten, sich an DEW21 zu wenden, um ihre Versorgungskosten statt an den Vermieter künftig direkt an den Versorger zu zahlen. Lierhaus: "Man kann in Dortmund sagen, dass es einen Fall pro Tag gibt." Oft würde dann auf den letzten Drücker gezahlt: "Fast immer, wenn der Vermieter selbst im Objekt lebt..."

Auf die Schulden bei DEW21 angesprochen, erklärt Akman, der sein Büro an der Münsterstraße 157 hat: "Das ist erledigt." Er habe die Überweisung gestern getätigt. Keinem Mieter drohe die Versorgungssperre, "da sicher morgen das Geld auf dem DEW-Konto ist".

Mit der Erklärung, durch einen Hausverkauf sei der Engpass entstanden, verblüfft Akman: "Der Neubesitzer hat die Zähler nicht abgelesen, sich erst nach einem Jahr angemeldet, aber die Stromkosten selbst kassiert."

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