Investor kauft fünf Feldhoff-Häuser

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Widersprüchlicher geht es kaum: Ein türkischer Geschäftsmann stellt sich als neuer Besitzer bei Mietern der Heinrich-Feldhoff-Stiftung vor. Fünf Häuser habe er gekauft. Als wir bei Stiftungsvorstand Harald Günther nachfragen, sagte der: kein Haus sei verk

Für sieben auf einen Streich hat es nicht gereicht, doch immerhin fünf Immobilien der finanziell angeschlagenen Heinrich-Feldhoff-Stiftung hat sich die TDS GmbH einverleibt. Vedat Akman: "Und wir verhandeln wegen weiterer Häuser."

Immobilien, Finanzierungen und Hausverwaltung steht auf Akmans Visitenkarte. Die Immobilie Münsterstraße 157, in der das Büro der TDS GmbH liegt, gehört der Gesellschaft. "Eine nach deutschem Recht", betont Akman. Denn er wisse von der Skepsis gegenüber ausländischen Investoren. Eine siebenstellige Summe zahlte er für die Evertstraße 1, Mallinckrodtstraße 317, 235, 219, 217. Nach zähen, dreijährigen Verhandlungen. Gekauft "inklusive Mietern" - und 26 leer stehender Wohnungen.

"Mieter können sich glücklich schätzen"

"Die Häuser der Feldhoff-Stiftung haben mich ein bisschen gereizt. Denn es ist schade um sie." Es seien einst "kostspielige Bauten" gewesen: "Ich möchte den Herrn Feldhoff nicht enttäuschen - damit er sich nicht im Grab rumdreht. Und die Mieter können sich nur glücklich schätzen", spielt er auf die Zustände unter Regie der Stiftung an. "Wie muss das für Mieter sein, wenn in einem 15-Familienhaus nur noch drei Parteien leben?"

Er selbst habe schon sechs Mieter seit Kaufabschluss aquiriert. "Es ist Nachfrage da!" Und so habe er bereits vor der Grundbucheintragung mit der Renovierung begonnen - mit hauseigenen Handwerkern. Die brauche man bei nunmehr insgesamt 108 Wohneinheiten - vorrangig im Dortmunder Norden.

"Keiner muss sich sorgen, dass die Häuser in einen Moscheekreis übergehen: Ich glaube an e i n e n Schöpfer." Er habe den Koran und die Bibel gelesen, laufe nicht in die Moschee. Akman lebt seit 1979 hier, hat an der Fachhochschule studiert, sich 1991 selbstständig gemacht.

Er kenne seine soziale Verantwortung: "Alle Mieter können bleiben." Neue sollen laut Mietspiegel kalt 4 bis 5 Euro/qm nach Renovierung zahlen. "Es wird sich tragen. Auch wenn wir drei bis fünf Jahre keine Rendite machen." Aber danach würden die deutschen Finanzämter profitieren, ist er gewiss. "Ich werde wirtschaftlich vernünftig organisieren. Immer nach dem deutschen Spruch: Eins nach dem anderen!"

Die Aussichten auf Fördergelder schätzt er gering ein: "Da könnte es nachteilig sein, dass einem Ausländer die Gesellschaft gehört." Das spiele hinter verschlossenen Türen doch eine Rolle. Der 48-Jährige beschreibt sich als der "geborene Spekulant": "Ich habe nie Geld auf dem Konto sehen können, musste immer investieren." Er habe nie gezockt: "Spekulieren ist sicherer." Vermögensgier treibe ihn nicht an, er lebe bescheiden. "Ich möchte etwas bewegen, denn aus Dortmunds Norden kann man gut was machen."

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