Pohlmanns Vision

Hin zu den Menschen, weg von den Denkmälern

Foto: WR RALF ROTTMANN

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Dortmund. Mit einem Aufruf zur geistig-moralischen Wende läutet Joachim Pohlmann die finale Wahlkampfphase vor dem OB-Entscheid an. Zwei Wochen vor dem Urnengang fordert der CDU/FDP-Kandidat eine „Rückkehr zur Normalität” – hin zu den Menschen, weg von Großprojekten.

„Change” stünde wohl auf Pohlmanns Wahlplakaten – wenn dies jeder Bürger verstünde. Der Mann sieht seine Botschaft in der Tradition großer Politiker. „Einigkeit, Hoffnung, Wandel”, zitiert er Obama, nennt gleich danach Brandt, Blair, Schröder. Deren Anliegen seien die seinen. So wolle er wahrgenommen werden. „Ich bin vertrauenswürdig”, sagt der Kandidat.

Du bist Dortmund – noch ein Slogan, der zu Pohlmann passen würde. Die Menschen seien das Potenzial dieser Stadt. Nicht ständig neue Großprojekte. „Wir brauchen keine Alster von Dortmund, kein Konzerthaus wie das von Wien.” Wer neidisch auf andere schaue und Bildern nachrenne, laufe immer hinterher.

„Ein Schnitt” müsse her. U 3-Betreuung statt U, Schulen statt Schlaglöcher, Kindergärtenplätze statt „Denkmäler für Funktionäre”. Eine Rückbesinnung auf Identität. Selbstbewusstsein. „Das sind gute Menschen hier.”

"Das ist ein Selbstbedienungsladen"

OB-Rivale Sierau sei Planer, als solcher natürlich „an Großprojekten interessiert, genau wie Langemeyer”. Aber häufig sei das „Planung am Bürger vorbei”. Ein Beispiel: der Boulevard Kampstraße. „Blühende Landschaften” habe Sierau versprochen, neulich am Westentor. Am Westentor? „Ich glaube das nicht”, sagt Pohlmann. Hätte man's von der Sparkasse bis zur Reinoldikirche gemacht, das hätte was werden können. Weiter westwärts hätten „Bäume anstelle der Straßenbahnschienen” zur Verschönerung gereicht. Der Bereich sei kaum attraktiv. Die Nähe zum ECE zähle nicht. Der Westenhellweg wirke wie eine Trennlinie.

Dass die CDU den Boulevard mitbeschlossen hat – geschenkt. „Meine Meinung ist es nicht”, sagt Pohlmann. Es ist nicht die einzige Trennlinie zwischen ihm und seiner Partei. Wenn er über „Sieraus Gehaltsaffäre”, über „Langemeyers 60 000 Euro Anwaltsrechnung” aus dem Stadtsäckel spricht, sagt er nicht nur: „Sowas tut man nicht.” Sondern auch: „Das ist ein Selbstbedienungsladen. Ich nehm' da die CDU nicht ganz aus. Aber ich bin anders.”

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